Dem Autor ist es mit diesem Buch wieder einmal gelungen sehr umfassend zu informieren, ohne dabei auch nur ansatzweise den "mahnenden Zeigefinger" zu erheben. Dass ihm jegliche missionarische Absicht fernliegt, betont er ausdrücklich - und dies ist durchaus glaubwürdig. Dennoch regt er mit jeder Zeile auf sehr subtile Weise zum Nachdenken an. Ich finde es sehr beeindruckend, wie es dem Autor gelingt so neutral zu berichten, wenn man bedenkt, wie viel Tierleid er im Laufe seiner langjährigen Arbeit hautnah miterleben musste. Gerade diese Neutralität gibt aber Grund zur Hoffnung, dass auch jene dieses Buch bis zum Ende lesen, die sich nie zuvor mit Tierschutz oder dem Gedanken an Tierrechte beschäftigt haben.
"Nicht nur indem man etwas tut, kann man Tieren helfen, sondern wesentlich öfter, indem man etwas bleiben lässt", schreibt Manfred Karremann in seinem Buch. Und spätestens am Ende dieses Buches leuchtet dies jedem ein - ganz unabhängig davon, ob er sich je zuvor mit Tierschutz beschäftigt hat oder nicht. Sehr kritisch und doch einfühlsam hinterfragt der Autor unsere Einstellung und unser Handeln. Manfred Karremann gewährt einmal mehr Einblicke in die "Fleischindustrie", die dem Verbraucher sonst verborgen bleiben.
"Die Leute sollen das Zeug fressen, und nicht fragen, wo es herkommt", hat ihm der Leiter einer Hühnerschlachterei einmal gesagt. Da wird offensichtlich, dass in der "Fleischproduktion" mit dem Verbraucher ebenso skrupellos umgegangen wird, wie mit dem "Schlachtvieh" selbst. Gerade Menschen, die noch nie über Tierrechte nachgedacht haben, dürften in diesem Buch einiges erfahren, was sie sehr erstaunen und zum Nachdenken anregen wird. Das Buch macht deutlich: Wirklich jeder kann Tag für Tag etwas tun, um Tiere zu schützen. Ohne Mühe, ohne Verzicht - und gleichzeitig auch noch der eigenen Gesundheit etwas Gutes tun.
Kurzum - ein Buch, das nicht nur für aktive Tierschützer sehr interessant ist, sondern wirklich in KEINEM Bücherregal fehlen sollte!