Kurzbeschreibung
"Die Operation, die sie an sich hatte vornehmen lassen, verband sie, so glaubte Tashi, mit diesen Frauen, die sie sich stark und unbesiegbar vorstellte. Ganz und gar Frauen. Ganz und gar Afrikanerinnen. In ihrer Vorstellung, auf der langen Reise zu diesem Lager, waren sie ihr ungeheuer kühn erschienen, ungeheuer revolutionär und frei. Sie sah sie vor sich, zum Angriff bereit. Erst als M`Lissa ihr eines Tages die Beinfessel löste und sagte, sie könne sich nun aufrichten und ein Paar Schritte gehen, merkte Tashi, daß ihr eigener stolzer Gang zu einem Schlurfen geworden war." Alice Walker schildert in ihrem Roman die fatalen psychischen und physischen Folgen einer Klitorisbeschneidung, die die 21jährige Tashi, "um ganz zur Afrikanerin zu werden", an sich vornehmen läßt.
Autorenportrait
Alice Walker, geboren 1944 in Eatonton, Georgia, stammt aus einer armen Landarbeiterfamilie. Dank eines Begabtenstipendiums konnte sie ein Literaturstudium absolvieren. Sie ist eine der profiliertesten und politisch engagiertesten Autorinnen des modernen Amerika. Sie war in der Bürgerrechts- und Frauenbewegung aktiv, lehrte an verschiedenen Universitäten und zeichnete ihre politischen Erfahrungen in zahlreichen Essays auf. Ihr literarisches Schaffen umfasst Lyrik, Romane und Erzählungen. Ihr bisher größter Romanerfolg war Die Farbe Lila (1982, dt. 1984), ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis und mit dem American Book Award, verfilmt von Steven Spielberg. Es folgten Im Tempel meines Herzens (1989, dt. 1992) und Sie hüten das Geheimnis des Glücks (1991, dt. 1994).