Sido

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siggismallz

Warum sind Matratzenläden immer an der Ecke ?


Biografie

Berlin in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Keine schicken Latte Machiato Cafes. Keine tot renovierten Kieze. Keine Agenturen in Kreuzberg. Keine Galerien in Neukölln. Keine großen Musikfirmen in Berlin. Noch nicht.
In einer dreckigen Hinterhofwohnung im Bezirk Wedding macht ein Junge Musik. Zwischen Ratten und leeren Pizzakartons. Zwischen abgebrochener Schullaufbahn und ungewaschenen Tellern. Zwischen Resignation und der Überheblichkeit von zukünftigen Rockstars.
Das Equipment ist dürftig. Soundprogramme, Computer-Plug-ins, Wandler, Kompressoren Schallkabine, was ist das? ... Lesen Sie mehr

Berlin in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Keine schicken Latte Machiato Cafes. Keine tot renovierten Kieze. Keine Agenturen in Kreuzberg. Keine Galerien in Neukölln. Keine großen Musikfirmen in Berlin. Noch nicht.
In einer dreckigen Hinterhofwohnung im Bezirk Wedding macht ein Junge Musik. Zwischen Ratten und leeren Pizzakartons. Zwischen abgebrochener Schullaufbahn und ungewaschenen Tellern. Zwischen Resignation und der Überheblichkeit von zukünftigen Rockstars.
Das Equipment ist dürftig. Soundprogramme, Computer-Plug-ins, Wandler, Kompressoren Schallkabine, was ist das? Aufgenommen wird auf eine klassische Vierspurmaschine mit einem billigen Mikrophon. Die Beats kommen von der Playstation. Sido schreibt Rap-Geschichte. Davon weiß er allerdings nichts. Noch nicht.

Dafür weiß SIDO allerdings ganz genau, in welcher Welt er und die Leute um ihn herum leben. Er bringt die Wut in Reime und die Aggression auf die Umstände aufs Tape. Sinnlose Provokationen, manchmal lustig, manchmal einfach nur gemein. Der Welt zeigen, dass sie verrückt und widerwärtig ist, dass er aber noch verrückter und widerwärtiger sein kann. SIDO schreibt den Arschficksong, mit dem pubertierende Klassenfahrtschüler ihre Eltern schocken können und der nachhaltig als Beispiel für die absolute Verrohung der Jugend gelten wird. Den doppeldeutig hingerotzten Satz von SIDO „Ich hoffe das reicht, ihr Spassten“ am Ende des Songs scheint keiner gehört, geschweige denn verstanden zu haben. Die Sittenwächter hatten ihren Skandal, die Pennäler ihre Mitgrölhymne und SIDO? SIDO hatte Fame.

Die Sekte - die Gruppe um B-Tight und SIDO - liefert mit Westberlin den ultimativen Track zum Berliner Rap-Leben. Dass SIDO sich Jahre später als geborener Ostberliner outen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand und ist eine Ironie der Geschichte.
Der Song Westberlin und das dazugehörige Video bringt die Sache auf den Punkt. Rappen auf Technobeats – egal! Feiern zu jeder Musik – egal! Leute ärgern – egal! Ficken – egal! Viel Ficken - auch gut! Durchdrehen – Immer! Drogen - eh klar!
Der Schlachtruf Westberlin wird von Kolonnen junger Hip Hop Fans auf den Festivals der Republik skandiert und SIDO ist der Geheimtipp der Stunde. Dabei ist es egal, ob man aus Bayreuth, Thüringen, Kassel oder eben Ostberlin stammt- „West-, West-, Westberlin“ ist kein geografischer Ort. Westberlin ist eine Lebenseinstellung.

Mit dem Weihnachtssong kommt SIDO endgültig ins Fernsehen und macht das, von dem alle Jungs zwischen 16 und 25 so träumen. Über den Weihnachtsmarkt rennen, Leute nerven. Voll wie ein Eimer und high auf jeder Droge, die man kriegen kann. Der Mann mit der Maske ist der böse Clown, der alles kaputt machen darf und in den man sich hineinträumen kann, wenn man bei Oma und Opa in Braunschweig auf der Couch sitzen muss und unterm Weihnachtbaum den Strickpullover auspackt. Später am Abend kann man sich mit seinen Kumpels vollaufen lassen und vom SIDO Soundtrack begleitet leise den Schnee rieseln lassen.

Anfang des neuen Jahrtausends ging es endgültig los und nach all den Jahren im Keller ging es nun also hinauf zum Licht und endlich konnte sich SIDO all die Sachen kaufen, die er schon immer gerne haben wollte. Die teuren Hip Hop Klamotten, die Drogen, bessere Studios mit besserem Equipment aber vor allem eine schöne neue Kette. Eine Kette aus echtem Silber. Eine dicke Kette. Eine Kette, die glänzt und funkelt, eine Kette die zeigt was man hat. Lange genug stand SIDO vor der Auslage des Juweliers und betrachtete die Kette hinter dem dicken Glas, ohne sie bezahlen zu können. Jetzt kann er es. Während alle Welt um ihn herum, in den Genuss der Arbeits- und Sozialmarktreformen eines gewissen Peter Hartz kamen, konnte sich SIDO zum ersten mal seine eigene, dicke, teure Kette kaufen. Scheiß auf die Rolex, im Ghetto zählen andere Statussymbole, das ist Meine Kette.
SIDO liefert den Blueprint für das Leben, das man nie gelebt hat und das man sich vielleicht auch nie zu leben getraut hat. Dazu gehört auch die Anerkennung, die man nie bekommen hat, denn auch hier bietet SIDO einen Alternativvorschlag zu den ewig nörgelnden Eltern, denen man nichts recht machen kann. Man benimmt sich daneben und Mama ist trotzdem stolz auf mich? Ein Träumchen!
Man isst viel zu viele Drogen und Mama ist stolz auf mich? Man wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und geschnitten, die Leute zeigen mit dem Finger auf dich und Mama ist trotzdem stolz auf mich?
Mit Mama ist stolz auf mich, zeigt SIDO, wie es ist, wenn man gar nichts hat und trotzdem immer alles hatte. Scheiß auf das Geld und die teuren Klamotten. Scheiß mal auch auf die dicke Kette, die natürlich wichtig ist, aber so wichtig eben auch nicht. Wenn Mama stolz auf dich ist, dann kannst du alles schaffen – wirklich alles. Und wer die Tränen von SIDOs Mutter gesehen hat, später, als ihr Sohn tatsächlich ein etablierter Star war und in der gediegenen Atmosphäre von MTV Unplugged seine Songs zum Besten gab, der weiß, dass Mama tatsächlich immer schon stolz auf ihren Sohn war.

SIDO wurde erwachsen mit der Musik. Die Themen änderten sich und bleiben doch gleich. „Geld macht nicht glücklich, nein sie hassen dich“ und „ich hab mit ganzer Kraft versucht ein guter Mensch zu sein“ schreibt SIDO in seinem Testament und bringt auch hier wieder auf den Punkt, was die Menschen in stillen Stunden so umtreibt. Was ist, wenn er morgen schon kommt, um dich zu holen. Was bleibt?
SIDO tut stellvertretend für uns alle wieder das, was wir vielleicht auch alle gerne tun würden, wenn wir abtreten müssten. Familie trösten und für seine Liebsten sorgen, aber auf der anderen Seite eben auch wieder kräftig auf die Feinde kacken und vor allem ein dickes, fettes Horn mit Jesus rauchen. Mit SIDO wird der Himmel ein Ort sein, wo man die Spezializtz hört und endlich mal so richtig high sein kann. Für all jene, die mit dem Westberliner Straßensound aufgewachsen sind, kann also Entwarnung gegeben werden. Siggi bleibt uns auch im Jenseits erhalten.

Doch das Jenseits muss leider noch ein bisschen ohne ihn auskommen, denn der Mann aus dem Märkischen Viertel hat noch jede Menge Pläne und Wünsche, bevor er abzutreten gedenkt. Der zweite Frühling kommt. Die neue Kraft mit Mitte Dreißig. Die Jugend, mit all ihren Angebereien und nervenaufreibenden Streitigkeiten ist vorbei. Die Kompromisslosigkeit sowie die große Schnauze, die ihm früher jede Menge Ärger eingebrockt haben, sind heutzutage sein Markenzeichen und tatsächlich hat SIDO recht, wenn er rappt „Ich bin ein gemachter Mann“. Mit eigenen Fernsehformaten, als beliebter Talkshowgast und als Ansprechpartner, wenn’s um Jugendpolitik geht. Außerdem muss er sich ja noch ein Haus, ein Affen und ein Pferd zulegen. Was soll so einer vorzeitig im Paradies? Der Himmel muss warten, solange bis das Haus weg ist, das Pferd weg ist, die Klappe zu und der Affe tot ist.

Am Anfang war das Wort, doch da das Wort nicht verstanden wurde, bat SIDO um eine Maske. Die Maske hatte die wunderbare Eigenschaft, den Überbringer des Wortes unsichtbar zu machen. Der Mann hinter der Maske wurde eine Idee und jeder konnte der Mann hinter Maske sein. Die Maske bot den Stoff zum Träumen und SIDO war der Dealer. Seine Geschichten lieferten das Material aus dem die Filme sind, die auf der großen Leinwand der Popkultur gespielt werden. Vom Außenseiter zum Millionär. Vom Straßenjungen zum gefeierten Rapstar. Vom Jungen ohne richtigen Schulabschluss zum Jungen mit der dicksten Kette im Block. Vom Typen, der seine Lehre abgebrochen hat zum Mann, der alles tun und alles sagen darf … irgendwann ging das alles auch ohne Maske. Live Your Dream! Das Leben eines Rockstars. SIDO hat es gemacht und ihr könnt das auch!

Sido- # BESTE– ein Stück deutsche Zeitgeschichte.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Berlin in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Keine schicken Latte Machiato Cafes. Keine tot renovierten Kieze. Keine Agenturen in Kreuzberg. Keine Galerien in Neukölln. Keine großen Musikfirmen in Berlin. Noch nicht.
In einer dreckigen Hinterhofwohnung im Bezirk Wedding macht ein Junge Musik. Zwischen Ratten und leeren Pizzakartons. Zwischen abgebrochener Schullaufbahn und ungewaschenen Tellern. Zwischen Resignation und der Überheblichkeit von zukünftigen Rockstars.
Das Equipment ist dürftig. Soundprogramme, Computer-Plug-ins, Wandler, Kompressoren Schallkabine, was ist das? Aufgenommen wird auf eine klassische Vierspurmaschine mit einem billigen Mikrophon. Die Beats kommen von der Playstation. Sido schreibt Rap-Geschichte. Davon weiß er allerdings nichts. Noch nicht.

Dafür weiß SIDO allerdings ganz genau, in welcher Welt er und die Leute um ihn herum leben. Er bringt die Wut in Reime und die Aggression auf die Umstände aufs Tape. Sinnlose Provokationen, manchmal lustig, manchmal einfach nur gemein. Der Welt zeigen, dass sie verrückt und widerwärtig ist, dass er aber noch verrückter und widerwärtiger sein kann. SIDO schreibt den Arschficksong, mit dem pubertierende Klassenfahrtschüler ihre Eltern schocken können und der nachhaltig als Beispiel für die absolute Verrohung der Jugend gelten wird. Den doppeldeutig hingerotzten Satz von SIDO „Ich hoffe das reicht, ihr Spassten“ am Ende des Songs scheint keiner gehört, geschweige denn verstanden zu haben. Die Sittenwächter hatten ihren Skandal, die Pennäler ihre Mitgrölhymne und SIDO? SIDO hatte Fame.

Die Sekte - die Gruppe um B-Tight und SIDO - liefert mit Westberlin den ultimativen Track zum Berliner Rap-Leben. Dass SIDO sich Jahre später als geborener Ostberliner outen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand und ist eine Ironie der Geschichte.
Der Song Westberlin und das dazugehörige Video bringt die Sache auf den Punkt. Rappen auf Technobeats – egal! Feiern zu jeder Musik – egal! Leute ärgern – egal! Ficken – egal! Viel Ficken - auch gut! Durchdrehen – Immer! Drogen - eh klar!
Der Schlachtruf Westberlin wird von Kolonnen junger Hip Hop Fans auf den Festivals der Republik skandiert und SIDO ist der Geheimtipp der Stunde. Dabei ist es egal, ob man aus Bayreuth, Thüringen, Kassel oder eben Ostberlin stammt- „West-, West-, Westberlin“ ist kein geografischer Ort. Westberlin ist eine Lebenseinstellung.

Mit dem Weihnachtssong kommt SIDO endgültig ins Fernsehen und macht das, von dem alle Jungs zwischen 16 und 25 so träumen. Über den Weihnachtsmarkt rennen, Leute nerven. Voll wie ein Eimer und high auf jeder Droge, die man kriegen kann. Der Mann mit der Maske ist der böse Clown, der alles kaputt machen darf und in den man sich hineinträumen kann, wenn man bei Oma und Opa in Braunschweig auf der Couch sitzen muss und unterm Weihnachtbaum den Strickpullover auspackt. Später am Abend kann man sich mit seinen Kumpels vollaufen lassen und vom SIDO Soundtrack begleitet leise den Schnee rieseln lassen.

Anfang des neuen Jahrtausends ging es endgültig los und nach all den Jahren im Keller ging es nun also hinauf zum Licht und endlich konnte sich SIDO all die Sachen kaufen, die er schon immer gerne haben wollte. Die teuren Hip Hop Klamotten, die Drogen, bessere Studios mit besserem Equipment aber vor allem eine schöne neue Kette. Eine Kette aus echtem Silber. Eine dicke Kette. Eine Kette, die glänzt und funkelt, eine Kette die zeigt was man hat. Lange genug stand SIDO vor der Auslage des Juweliers und betrachtete die Kette hinter dem dicken Glas, ohne sie bezahlen zu können. Jetzt kann er es. Während alle Welt um ihn herum, in den Genuss der Arbeits- und Sozialmarktreformen eines gewissen Peter Hartz kamen, konnte sich SIDO zum ersten mal seine eigene, dicke, teure Kette kaufen. Scheiß auf die Rolex, im Ghetto zählen andere Statussymbole, das ist Meine Kette.
SIDO liefert den Blueprint für das Leben, das man nie gelebt hat und das man sich vielleicht auch nie zu leben getraut hat. Dazu gehört auch die Anerkennung, die man nie bekommen hat, denn auch hier bietet SIDO einen Alternativvorschlag zu den ewig nörgelnden Eltern, denen man nichts recht machen kann. Man benimmt sich daneben und Mama ist trotzdem stolz auf mich? Ein Träumchen!
Man isst viel zu viele Drogen und Mama ist stolz auf mich? Man wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und geschnitten, die Leute zeigen mit dem Finger auf dich und Mama ist trotzdem stolz auf mich?
Mit Mama ist stolz auf mich, zeigt SIDO, wie es ist, wenn man gar nichts hat und trotzdem immer alles hatte. Scheiß auf das Geld und die teuren Klamotten. Scheiß mal auch auf die dicke Kette, die natürlich wichtig ist, aber so wichtig eben auch nicht. Wenn Mama stolz auf dich ist, dann kannst du alles schaffen – wirklich alles. Und wer die Tränen von SIDOs Mutter gesehen hat, später, als ihr Sohn tatsächlich ein etablierter Star war und in der gediegenen Atmosphäre von MTV Unplugged seine Songs zum Besten gab, der weiß, dass Mama tatsächlich immer schon stolz auf ihren Sohn war.

SIDO wurde erwachsen mit der Musik. Die Themen änderten sich und bleiben doch gleich. „Geld macht nicht glücklich, nein sie hassen dich“ und „ich hab mit ganzer Kraft versucht ein guter Mensch zu sein“ schreibt SIDO in seinem Testament und bringt auch hier wieder auf den Punkt, was die Menschen in stillen Stunden so umtreibt. Was ist, wenn er morgen schon kommt, um dich zu holen. Was bleibt?
SIDO tut stellvertretend für uns alle wieder das, was wir vielleicht auch alle gerne tun würden, wenn wir abtreten müssten. Familie trösten und für seine Liebsten sorgen, aber auf der anderen Seite eben auch wieder kräftig auf die Feinde kacken und vor allem ein dickes, fettes Horn mit Jesus rauchen. Mit SIDO wird der Himmel ein Ort sein, wo man die Spezializtz hört und endlich mal so richtig high sein kann. Für all jene, die mit dem Westberliner Straßensound aufgewachsen sind, kann also Entwarnung gegeben werden. Siggi bleibt uns auch im Jenseits erhalten.

Doch das Jenseits muss leider noch ein bisschen ohne ihn auskommen, denn der Mann aus dem Märkischen Viertel hat noch jede Menge Pläne und Wünsche, bevor er abzutreten gedenkt. Der zweite Frühling kommt. Die neue Kraft mit Mitte Dreißig. Die Jugend, mit all ihren Angebereien und nervenaufreibenden Streitigkeiten ist vorbei. Die Kompromisslosigkeit sowie die große Schnauze, die ihm früher jede Menge Ärger eingebrockt haben, sind heutzutage sein Markenzeichen und tatsächlich hat SIDO recht, wenn er rappt „Ich bin ein gemachter Mann“. Mit eigenen Fernsehformaten, als beliebter Talkshowgast und als Ansprechpartner, wenn’s um Jugendpolitik geht. Außerdem muss er sich ja noch ein Haus, ein Affen und ein Pferd zulegen. Was soll so einer vorzeitig im Paradies? Der Himmel muss warten, solange bis das Haus weg ist, das Pferd weg ist, die Klappe zu und der Affe tot ist.

Am Anfang war das Wort, doch da das Wort nicht verstanden wurde, bat SIDO um eine Maske. Die Maske hatte die wunderbare Eigenschaft, den Überbringer des Wortes unsichtbar zu machen. Der Mann hinter der Maske wurde eine Idee und jeder konnte der Mann hinter Maske sein. Die Maske bot den Stoff zum Träumen und SIDO war der Dealer. Seine Geschichten lieferten das Material aus dem die Filme sind, die auf der großen Leinwand der Popkultur gespielt werden. Vom Außenseiter zum Millionär. Vom Straßenjungen zum gefeierten Rapstar. Vom Jungen ohne richtigen Schulabschluss zum Jungen mit der dicksten Kette im Block. Vom Typen, der seine Lehre abgebrochen hat zum Mann, der alles tun und alles sagen darf … irgendwann ging das alles auch ohne Maske. Live Your Dream! Das Leben eines Rockstars. SIDO hat es gemacht und ihr könnt das auch!

Sido- # BESTE– ein Stück deutsche Zeitgeschichte.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Berlin in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Keine schicken Latte Machiato Cafes. Keine tot renovierten Kieze. Keine Agenturen in Kreuzberg. Keine Galerien in Neukölln. Keine großen Musikfirmen in Berlin. Noch nicht.
In einer dreckigen Hinterhofwohnung im Bezirk Wedding macht ein Junge Musik. Zwischen Ratten und leeren Pizzakartons. Zwischen abgebrochener Schullaufbahn und ungewaschenen Tellern. Zwischen Resignation und der Überheblichkeit von zukünftigen Rockstars.
Das Equipment ist dürftig. Soundprogramme, Computer-Plug-ins, Wandler, Kompressoren Schallkabine, was ist das? Aufgenommen wird auf eine klassische Vierspurmaschine mit einem billigen Mikrophon. Die Beats kommen von der Playstation. Sido schreibt Rap-Geschichte. Davon weiß er allerdings nichts. Noch nicht.

Dafür weiß SIDO allerdings ganz genau, in welcher Welt er und die Leute um ihn herum leben. Er bringt die Wut in Reime und die Aggression auf die Umstände aufs Tape. Sinnlose Provokationen, manchmal lustig, manchmal einfach nur gemein. Der Welt zeigen, dass sie verrückt und widerwärtig ist, dass er aber noch verrückter und widerwärtiger sein kann. SIDO schreibt den Arschficksong, mit dem pubertierende Klassenfahrtschüler ihre Eltern schocken können und der nachhaltig als Beispiel für die absolute Verrohung der Jugend gelten wird. Den doppeldeutig hingerotzten Satz von SIDO „Ich hoffe das reicht, ihr Spassten“ am Ende des Songs scheint keiner gehört, geschweige denn verstanden zu haben. Die Sittenwächter hatten ihren Skandal, die Pennäler ihre Mitgrölhymne und SIDO? SIDO hatte Fame.

Die Sekte - die Gruppe um B-Tight und SIDO - liefert mit Westberlin den ultimativen Track zum Berliner Rap-Leben. Dass SIDO sich Jahre später als geborener Ostberliner outen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand und ist eine Ironie der Geschichte.
Der Song Westberlin und das dazugehörige Video bringt die Sache auf den Punkt. Rappen auf Technobeats – egal! Feiern zu jeder Musik – egal! Leute ärgern – egal! Ficken – egal! Viel Ficken - auch gut! Durchdrehen – Immer! Drogen - eh klar!
Der Schlachtruf Westberlin wird von Kolonnen junger Hip Hop Fans auf den Festivals der Republik skandiert und SIDO ist der Geheimtipp der Stunde. Dabei ist es egal, ob man aus Bayreuth, Thüringen, Kassel oder eben Ostberlin stammt- „West-, West-, Westberlin“ ist kein geografischer Ort. Westberlin ist eine Lebenseinstellung.

Mit dem Weihnachtssong kommt SIDO endgültig ins Fernsehen und macht das, von dem alle Jungs zwischen 16 und 25 so träumen. Über den Weihnachtsmarkt rennen, Leute nerven. Voll wie ein Eimer und high auf jeder Droge, die man kriegen kann. Der Mann mit der Maske ist der böse Clown, der alles kaputt machen darf und in den man sich hineinträumen kann, wenn man bei Oma und Opa in Braunschweig auf der Couch sitzen muss und unterm Weihnachtbaum den Strickpullover auspackt. Später am Abend kann man sich mit seinen Kumpels vollaufen lassen und vom SIDO Soundtrack begleitet leise den Schnee rieseln lassen.

Anfang des neuen Jahrtausends ging es endgültig los und nach all den Jahren im Keller ging es nun also hinauf zum Licht und endlich konnte sich SIDO all die Sachen kaufen, die er schon immer gerne haben wollte. Die teuren Hip Hop Klamotten, die Drogen, bessere Studios mit besserem Equipment aber vor allem eine schöne neue Kette. Eine Kette aus echtem Silber. Eine dicke Kette. Eine Kette, die glänzt und funkelt, eine Kette die zeigt was man hat. Lange genug stand SIDO vor der Auslage des Juweliers und betrachtete die Kette hinter dem dicken Glas, ohne sie bezahlen zu können. Jetzt kann er es. Während alle Welt um ihn herum, in den Genuss der Arbeits- und Sozialmarktreformen eines gewissen Peter Hartz kamen, konnte sich SIDO zum ersten mal seine eigene, dicke, teure Kette kaufen. Scheiß auf die Rolex, im Ghetto zählen andere Statussymbole, das ist Meine Kette.
SIDO liefert den Blueprint für das Leben, das man nie gelebt hat und das man sich vielleicht auch nie zu leben getraut hat. Dazu gehört auch die Anerkennung, die man nie bekommen hat, denn auch hier bietet SIDO einen Alternativvorschlag zu den ewig nörgelnden Eltern, denen man nichts recht machen kann. Man benimmt sich daneben und Mama ist trotzdem stolz auf mich? Ein Träumchen!
Man isst viel zu viele Drogen und Mama ist stolz auf mich? Man wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und geschnitten, die Leute zeigen mit dem Finger auf dich und Mama ist trotzdem stolz auf mich?
Mit Mama ist stolz auf mich, zeigt SIDO, wie es ist, wenn man gar nichts hat und trotzdem immer alles hatte. Scheiß auf das Geld und die teuren Klamotten. Scheiß mal auch auf die dicke Kette, die natürlich wichtig ist, aber so wichtig eben auch nicht. Wenn Mama stolz auf dich ist, dann kannst du alles schaffen – wirklich alles. Und wer die Tränen von SIDOs Mutter gesehen hat, später, als ihr Sohn tatsächlich ein etablierter Star war und in der gediegenen Atmosphäre von MTV Unplugged seine Songs zum Besten gab, der weiß, dass Mama tatsächlich immer schon stolz auf ihren Sohn war.

SIDO wurde erwachsen mit der Musik. Die Themen änderten sich und bleiben doch gleich. „Geld macht nicht glücklich, nein sie hassen dich“ und „ich hab mit ganzer Kraft versucht ein guter Mensch zu sein“ schreibt SIDO in seinem Testament und bringt auch hier wieder auf den Punkt, was die Menschen in stillen Stunden so umtreibt. Was ist, wenn er morgen schon kommt, um dich zu holen. Was bleibt?
SIDO tut stellvertretend für uns alle wieder das, was wir vielleicht auch alle gerne tun würden, wenn wir abtreten müssten. Familie trösten und für seine Liebsten sorgen, aber auf der anderen Seite eben auch wieder kräftig auf die Feinde kacken und vor allem ein dickes, fettes Horn mit Jesus rauchen. Mit SIDO wird der Himmel ein Ort sein, wo man die Spezializtz hört und endlich mal so richtig high sein kann. Für all jene, die mit dem Westberliner Straßensound aufgewachsen sind, kann also Entwarnung gegeben werden. Siggi bleibt uns auch im Jenseits erhalten.

Doch das Jenseits muss leider noch ein bisschen ohne ihn auskommen, denn der Mann aus dem Märkischen Viertel hat noch jede Menge Pläne und Wünsche, bevor er abzutreten gedenkt. Der zweite Frühling kommt. Die neue Kraft mit Mitte Dreißig. Die Jugend, mit all ihren Angebereien und nervenaufreibenden Streitigkeiten ist vorbei. Die Kompromisslosigkeit sowie die große Schnauze, die ihm früher jede Menge Ärger eingebrockt haben, sind heutzutage sein Markenzeichen und tatsächlich hat SIDO recht, wenn er rappt „Ich bin ein gemachter Mann“. Mit eigenen Fernsehformaten, als beliebter Talkshowgast und als Ansprechpartner, wenn’s um Jugendpolitik geht. Außerdem muss er sich ja noch ein Haus, ein Affen und ein Pferd zulegen. Was soll so einer vorzeitig im Paradies? Der Himmel muss warten, solange bis das Haus weg ist, das Pferd weg ist, die Klappe zu und der Affe tot ist.

Am Anfang war das Wort, doch da das Wort nicht verstanden wurde, bat SIDO um eine Maske. Die Maske hatte die wunderbare Eigenschaft, den Überbringer des Wortes unsichtbar zu machen. Der Mann hinter der Maske wurde eine Idee und jeder konnte der Mann hinter Maske sein. Die Maske bot den Stoff zum Träumen und SIDO war der Dealer. Seine Geschichten lieferten das Material aus dem die Filme sind, die auf der großen Leinwand der Popkultur gespielt werden. Vom Außenseiter zum Millionär. Vom Straßenjungen zum gefeierten Rapstar. Vom Jungen ohne richtigen Schulabschluss zum Jungen mit der dicksten Kette im Block. Vom Typen, der seine Lehre abgebrochen hat zum Mann, der alles tun und alles sagen darf … irgendwann ging das alles auch ohne Maske. Live Your Dream! Das Leben eines Rockstars. SIDO hat es gemacht und ihr könnt das auch!

Sido- # BESTE– ein Stück deutsche Zeitgeschichte.

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