Eines der besten rundenbasierten Zivilisationsspiele aller Zeiten.
Grundspiel:
Es setzte im Prinzip da an, wo die alten Ziv-Spiele aufhören: Bei der Ankunft auf Alpha Centauri. Hier muss man in gewohnter Manier von seiner ersten Stadt/Basis aus die Umgebung erkunden, das Gelände bearbeiten und neue Städte/Basen bauen. Forschung eröffnet neue Handlungsopitonen und früher oder später trifft man auf andere Überlebende des Absturtes (denn das war das Schicksal des Raumschiffes, das nach Alpha Centauri geführt hatte).
Die sieben Fraktionen sind sehr unterschiedlich in ihren Vorteilen und sollten (fast schon: müssen!) auch sehr unterschiedlich gespielt werden, wenn man mit ihnen erfolgreich sein will. Entsprechend gibt es neben dem militärischen noch zahlreiche andere Siegbedingungen (diplomatisch, wirtschaftlich, innovativ).
Einer der größten Vorzüge des Spiels ist sein grandioses Regierungskonzept. Man wählt nicht einfach eine Regierungsform sondern "bastelt" sich aus verschiedenen sozio-politischen Optionen eine eigene Stattsform zusammen. Der grüne Polizeistaat ist ebensomöglich wie die totalitäre Demokratie oder das ethische Wirtschaftsmonopol und haben enormen Einfluss auf die Spielweise. Besonders lobenswert ist, dass die Fraktionen sich "fair" verhalten. Zum einen gibt es kein zwangsweises Verschwören der KIs, wenn die eigene Fraktion zu mächtig wird (was mich in alten Titeln immer extrem gestört hat - schließlich hat Europa ja auch nicht alle Verträge zu den USA gekappt, als diese politisch und wirtschaftlich aufstiegen und ihnen anschließend den Krieg erklärt). Zum anderen reagieren die Fraktionen auf die eigene politsche Wahl. Es mag außenpolitisch sinnvoll sein, die eigene Staatsform zu ändern, um einen wertvollen Verbündeten zu gewinnen, der auch wirklich zu einem steht.
Die KI ist im großen und ganzen sehr brauchbar, aber es gibt die üblichen Mankos (z.B. bleiben nutzen mobile gegnerische Einheiten immer sämtliche Züge aus, auch wenn sie damit direkt wehrlos vor der Spielereigenen Infanterie stehen bleiben), ebenso wie die ewige Omniscience der KI, der stehts genau weiß, wo sämtliche Einheiten auf der Karte stehen (was Überraschungsangriffe und Spionageattacken stark unrealistisch stört) oder die Tatsache, dass man als wissenschaftlich führende Nation NIE seine Techniken an Verbündete weiterreichen darf, weil dann in kürzester Zeit alle Fraktionen über die Technik verfügen. Doch da diese Schwächen bisher wohl von keinen Strategiespiel in den Griff bekommen wurden, kann man darüber hinweg sehen.
Die Erweiterung:
Sieben neue Fraktionen, neue Techniken, neue Geheimprojekte kommen hinzu. Obwohl das Spielprinzip im Grunde nicht verändert wird, ändert die Erweiterung doch alles. Nicht nur die beiden ewig verfeindeten Alienrassen auch die fünf neuen menschlichen Fraktionen (sogar eine Wasser-Fraktion, die an den Küsten und dem Meer siedelt und eine Fraktion, die sich mit der Einheimischen Faune integrieren kann) geben so absolut neue Spielmöglichkeiten, dass das man quasi eine komplette Neuauflage mit komplett neuem Spaß hat. Dabei bleibt es frei, ob alte und neue Fraktionen gemischt werden (gezielt oder zufällig), auch haben die Entwickler daran gedacht, die Möglichkeit einzubauen, nur im Klassikmodus (also auch ohne neue Techniken etc.) zu spielen. Eine absolut tolle Erweiterung!
Fazit:
Die Grafik ist in die Jahre gekommen, aber übersichtlich und brauchbar. Man hat unendliche Spielvariationen. Allein die verschiedenen Gewinnoptionen auszuprobieren kann lange fesseln. Und wer sich doch irgendwann mal überspielt hat, kann immer noch austesten, was geschieht, wenn man die Polarkappen künstlich schmilzt, die Welt mit (recht eindrucksvollen) Atombomben übersäht oder die planeteneigene Fauna gegen die gegnerischen Fraktionen züchtet! Für Fans ein Muss.