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Sickster Gebundene Ausgabe – 1. September 2011


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  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 2 (1. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871347191
  • ISBN-13: 978-3871347191
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Roland F. on 12. September 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Thomas Melles Debütroman "Sickster" ist ein irrwitziges Lesevergnügen, durchtrieben absurd und der literarischen Postmoderne verpflichtet und ist, wenn man so will, möglicherweise die deutschsprachige Antwort auf David Foster Wallace, William T. Vollmann oder Robert Coover, ohne jedoch im stilistischen Fahrwasser der drei Amerikaner zu schwimmen.

Aus unterschiedlichen Zeitebenen und Perspektiven wird die Story der beiden Hauptprotagonisten erzählt.
Da ist einerseits Thorsten Kühnemund, ein hoffnungsloser, sex-süchtiger Macho-Manager, der seine Freundin betrügt, der sich die an ihm vorbeiziehenden Frauen nackt und in Pornoposen vorstellt. Drogen, Alkohol, nichts ist ihm fremd, alles wird bis zur Überreizung konsumiert.
Sein Gegenüber ist Magnus Taue, ehemaliger Schulkollege und Mitarbeiter in der Redaktion der Kundenzeitung der Firma.
Die Perspektive von Thorstens Freundin Laura erhält mit der Entwicklung des Romans immer mehr Gewicht, bis sie fast entscheidend wird.

Langsam beginnt sich zwischen den beiden Männern so etwas wie eine Freundschaft zu entwickeln. Während der taufrische Taue in die Clubbing, Disco und Konsumgierszene gezogen wird, verändert sich auch seine Psyche, einem finalen Showdown steht nichts mehr im Wege. Während sich das Ich in der Leere verliert, ist der scheinbar einzige Ausweg am Ende selbst eine Seifenblase.

Beeindruckend, wie Thomas Melle virtuos durch diese Achterbahnfahrtlektüre führt, nie eintönige, rhythmisch variable, immer genau getimte Prosa, die alle Nuancen von fein bis hart im Dienste der Aussage nutzt.
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15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Andreas Schröter TOP 1000 REZENSENT on 24. Oktober 2011
Format: Gebundene Ausgabe
In Thomas Melles Debütroman "Sickster" begleitet der Leser drei junge Erwachsene. Sie kommen mit der kalten Konsum- und Leistungsgesellschaft, zu der schneller Sex, Energy-Drinks, Alkohol und die Ekstase in Techno-Discos gehören, nicht zurecht. Zwei landen in der Psychiatrie, der dritte wird zum Alkoholiker.

Das Buch, das es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis schaffte, zerfällt in drei sehr unterschiedliche Teile. Im ersten versuchen die Figuren, ihren Platz zu behaupten - sie gehen ihren öden Jobs nach und proben gelegentlich so etwas wie das harmonische Miteinander in einer festen Beziehung. Im zweiten - am schwierigsten zu lesenden - Teil verfallen sie dem Wahnsinn. Der 1975 geborene Autor stellt das durch stakkatohaft anein-andergereihte Gedanken-Sequenzen in MTV-Ästhetik dar. Part drei ist ein modernes Märchen aus der Psychiatrie, der nicht recht zum Rest passen will. Insgesamt nur bedingt empfehlenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Amea on 25. Dezember 2013
Format: Gebundene Ausgabe
„Sickster“ ist kein Lesevergnügen, sondern Arbeit. Man muss schrille expressionistische Synästhesien wie die eines Gottfried Benn oder eben eines Thomas Melle über hunderte von Seiten ertragen können, sonst ist dieses Werk nicht auszuhalten.

Das Thema ist ein sehr drängendes: Die moderne, völlig überdrehte Wirtschaftswelt bietet zumeist weder sinnvolle Produkte noch Sinn stiftende und erträgliche Arbeitsplätze.
Sowohl mit der Wirtschaftswelt (Unternehmenskommunikation, Marketing und auch Category Management) kenne ich mich trotz formal anderer Qualifikation bestens aus und habe trotz vieler vordergründig erfolgreicher Arbeitsjahre erlebt, wie schwer diese Welt des abstrusen Unfugs, der unfassbaren Lügen, der Massen-Manipulation, der Produkthysterie, des allgegenwärtigen Kommunikationshypes und des unfassbar hohen und spätestes jenseits der Vierzig nicht mehr erträglichen Arbeitsdrucks ist.

Was ich aber auch erlebt habe: Dass die Wenigsten darunter wirklich leiden. Es sind meist nur Charaktere wie Magnus, die diese inzwischen fast alle Lebensbereiche durchdringende Welt nicht ertragen, weil sie sie durchschauen. Es sind sensible, nachdenkliche und vor allem jenseits oberflächlichen Nachplapperns hohler Phrasen ganzheitlich gebildete und kritische Menschen, für die es in der durchökonomisierten Arbeitswelt mittlerweile kaum adäquate Einkommensoption gibt.
Mit meiner Beobachtung deckt es sich nicht, dass die völlig wahnsinnige und am Selbstzweck orientierte moderne Turbo-Wirtschaft ihre Mitarbeiter in den individuellen, pathologischen Wahnsinn treibt: Die allermeisten denken nicht im Geringsten und neigen daher auch nicht zu Betäubung mit Drogen etc.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Satoshi on 18. Dezember 2013
Format: Gebundene Ausgabe
Iris Radisch meinte dieser Roman sei "bis ins letzte Komma aufgeladen".
Aufgeladen verglichen mit was – der alterschwachen Batterie eines Vibrators vielleicht?
Manches klingt wie ein besser geschriebenes "Faserland" und doch sollte sich der Autor einmal fragen, kommt diese Geschichte nicht gute zwanzig Jahre zu spät? Junge, so Filme und Romane gab es schon in den Neunziger Jahren...und zwar im Dutzend billiger.
Doch der Autor kann zweifellos mehr. Leider ist dieser Roman ein Rohrkrepierer geworden, ungefähr so hip und cool wie die Sprayerei auf dem Cover. Langweile pur.
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