4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
gelungen, aber kein ganz vollwertiger Ersatz für Rogozenko, 6. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Sicilian Sveshnikov (Starting Out) (Taschenbuch)
Wieder eine Monographie über die Schweschniow-Variante? Nach der umfangreichen Monographie von Rogozenko (the Sveshnikov Reloaded", 2005) dachte ich, das Thema ist für die nächsten Jahre abgegrast bzw. keiner traut sich, in R.s Fußstapfen zu treten. Nun ist doch ein neues Buch herausgekommen, von IM John Cox, im m. E. sehr empfehlenswerten everymanchess-Verlag. Cox legt, wie ich finde, kein opus magnum wie das von Rogozenko (das er natürlich eingearbeitet hat), aber ein solides, umfangreiches und aktuelles Werk vor.
Cox hat kein Repertoirebuch verfasst, wenngleich wohl er wohl eher für den Schwarzspieler schreibt. Die meisten Abspiele sind vertreten. Freilich kommt manche Variante, die früher viel analysiert wurde, recht kurz, z. B. wird in der Variante 11.Ld3 Le6 12.0-0 zugunsten von 12.-Ld5: ganz auf den früheren Standardzug 12.-f4 verzichtet; die Abspiele mit 9.Lf6: gf 10.ef5: enthalten keine Ausführungen zum weißen Aufbau mit g3, andererseits fehlen schwarze Alternativen zu 14.-Le6 usw. Das Abspiel 9.Sd5 Le7 10.Se7:, Die Variante 11.g3 sowie das Figurenopfer auf b5 kommen nur recht knapp vor usw. Aber das ist wohl alles auch Modesache.
Dennoch, vor diesem Hintergrund halte ich die Behandlung von Nebenvarianten für etwas überdimensioniert. Die Grundstellung mit 9.Sd5 kommt erst auf S. 70 aufs Brett, die Hauptvarianten erstrecken sich dann bis S. 247, dann kommen wieder Nebenvarianten, die ich gar nicht in einem Schweschnikow-Buch erwartet hätte (z. B. 2.Sc3 Sc6 3.Sge2 e5). Abschließend ein kurzer Blick auf das Kapitel über 6.Sde2 - auf Details zur Eröffnungstheorie möchte ich ansonsten mangels Kompetenz nicht eingehen -, wurde es doch von Pallisers im gleichen Verlag erschienenen Buch Dangerous Weapons: The Sicilian" für den Weißspieler empfohlen. Cox (der das Buch kennt) meint, dass 6.-Lb4 7.a3 La5 8.Lg5 h6 9.Lh4 g5 10.Lg3 Se4: 11.b4 Sc3: 12.Sc3: Lb6 13.Sd5 (13.Se4 d5=) 13.-d6 14.Lc4 0-0 nicht so stark für Weiß und ich denke, er hat recht.
Die Abwechslung von Theorie- und Partieteil (in welchen ebenfalls viel Theorie eingearbeitet ist) ist Geschmackssache, könnte die Übersichtlichkeit etwas erschweren, allerdings findet sich im Anhang ein gutes Variantenverzeichnis. Das Preis-Leistungsverhältnis (viel Text auf 1 Seite, Diagramme sind gedoppelt) ist als sehr gut zu bezeichnen, v.a. wenn man die Angebote im modernen Antiquariat hinzuzieht.
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