Das Buch hat seine Stärken und Schwächen. Es gibt gute Anleitungen, gerade für den grafischen Bereich. Die vielen pfiffigen Bilder und das gut durchdachte System im Aufbau einiger Kapitel machen dieses Buch zu einer Fundgrube und einem fundierten Lehrgang. Insbesondere die fünf Kapitel zu den einzelnen Elementen der Visualisierung sind ganz hervorragend.
Dagegen wirkt das vorletzte Kapitel zum aussagekräftigen Präsentieren teils schwach, auch wenn die Grundideen gut sind. Werden hier durchaus schöne Methoden vorgestellt, etwa das Museum" mit Objekten oder die Wäscheleine, an die einzelne Ideen gehängt werden, so fehlen meist die Tipps, in welchen Situationen es sinnvoll ist, diese einzubinden.
Ganz durcheinander bleibt das letzte Kapitel. Bei den zahlreichen Methoden, die heute auf dem Markt existieren, musste der Autor natürlich scharf auswählen. Aber zum Beispiel die kleinen Rätselaufgaben, die er als Spiele vorstellt, wirken so speziell, dass sie sich kaum einsetzen lassen. - Hier wären einige allgemeinere Methoden besser gewesen.
Daran schließt sich ein zweiter Kritikpunkt nahtlos an: Es gibt zwar Literaturhinweise am Ende des Buches, aber wenn man zu dem einen oder anderen Thema im Buch näheres wissen will, dann kann man sich nur auf das Raten verlegen, welches der angeführten Bücher nun besonders geeignet sei. Nur zu den Gestaltungstipps gibt es außerdem einige Internetseiten, die sich aber meist als Werbeseiten entpuppen und nicht als gute Übersichten zu grafischen Möglichkeiten.
Das Buch selbst ist natürlich grafisch ansprechend gestaltet und sehr übersichtlich; es liest sich praktisch von selbst und führt damit vor, was Grafik eben kann: das Lernen unterstützen, neugierig machen, Einstiege ermöglichen. Und der Autor weist darauf hin, dass ohne Üben keine Tiefe erreicht werden kann. Aber Tiefe kann nicht durch bloße Übung erreicht werden, sondern muss durch eine gedankliche Auseinandersetzung begleitet werden. Auch wenn es nicht unbedingt Aufgabe dieses Buches ist, dazu ein Fundament zu legen, hätte es doch darauf hinweisen können, wo der interessierte Leser sich dieses Fundament holen kann.
Fazit: In vielen Teilen bietet das Buch einen guten Einstieg, Einstieg wohlgemerkt und nicht: "Die besten Tipps!", aber nicht in allen. Ungünstig bleibt das Buch, weil es dem Leser keine Möglichkeiten bietet, sein Wissen und seine Fähigkeiten spezifisch zu vertiefen.