Zusammenfassung:
- verständliche Beschreibung komplizierter Thematik
- etwas unklare Buchgestaltung (viele Wiederholungen, teils unnötige Inhalte)
- leider fehlen grafische Veranschaulichungen und Tabellen
- keine wirklich umfassende Themenbeschreibung
Das Thema der genetischen Manipulation/Veränderung ist zweifellos eines des folgenreichsten in Bezug auf die Zukunft von Mensch und Natur.
Der Versuch der Autoren das komplizierte und vielfältige Thema der Sicherheit von Gentechnik (in Bezug auf die Freiland- und Konsumentenanwendung) dem fachfremden Leser auf verständliche Art nahe zu bringen ist nach meiner Ansicht weitgehend gelungen. Die Erklärungen zu genetischen Grundlagen und genverändernden Techniken sind nicht allzu ausschweifend und für den Laien durchaus nachvollziehbar. Schemata, Diagramme und Tabellen wären aber für nachhaltiges Verständnis sehr förderlich gewesen und gehören für mich unbedingt in ein solches Buch.
Und damit komme ich eigentlich auch schon zum Knackpunkt. Welchen Anspruch hat dieses Buch? Soll es populärwissenschaftlich sein? Ist es an uninformierte Laien gerichtet? Oder auch was für "Leute vom Fach"?
An der Schreibweise merkt man den Autoren ihren wissenschaftlichen Hintergrund an. Es wird sich viel auf Arbeiten, Untersuchungen und Ergebnisse von Projekten (auch ihren eigenen) und Instituten gestützt. Jedoch fehlt für eine wirklich korrekte wissenschaftliche Arbeit oft ein Quellenverweis und bei mir entstand dadurch manchmal ein eigenartiger Eindruck von Halbwahrheiten wie "dem Tod von Millionen von Menschen in Indien aufgrund von Unterernährung" (Wann? Welche Quelle?). Ich will damit die Aussagen im Kern nicht in Frage stellen. Da jedoch ein mehr oder weniger wissenschaftlicher Anspruch erhoben wird sollten sich die Autoren nicht durch solche Schwächen durch Zweifler angreifbar machen.
Die hauptsächlich thematisierte Unwägbarkeit der Genmanipulation von Nutzpflanzen ist relativ umfassend und vielschichtig beschrieben und mit zahlreichen Beispielen eindrucksvoll!
So richtig hochwertig verarbeitet sind die Inhalte jedoch in meinen Augen nicht, da es unzählige Wiederholungen gibt. Noch dazu wird im letzten Teil ein Diskurs über die Formen von Landwirtschaft (genmanipuliert, konventionell, biologisch) eröffnet der viel zu kurz geraten ist und damit eigentlich auch weggelassen werden kann. Die Ansichten der Autoren (sie befürworten den Ökologischen Landbau) hätten auch in einem knappen Schlusswort den Weg zum Leser gefunden. Ebenso hätte der Abschnitt über die norwegische Gesetzeslage deutlich kürzer ausfallen können und dafür lieber ein internationaler Vergleich zur Rechtslage gut ins Konzept gepasst.
Dagegen fehlt mir die thematische Einbindung von genetischer Veränderung bei Tieren und Mikroorganismen, sowie eine umfassendere Behandlung von geschlossenen und offenen Anwendungen. Denn das die im Buch beschriebenen Techniken auch nachhaltig und sinnvoll eingesetzt werden können sollte den Autoren ruhig einige Zeilen und Beispiele wert sein.
Abschließend bleibt für mich zu sagen, dass der Eindruck nicht ausbleibt hier würde sich ein geschasster Wissenschaftler öffentlich erklären wollen - ohne ein relativ umfassendes Werk zum Thema anzubieten.
Fazit: Das Buch fängt gut an - lässt aber nach