... hab dieses bereits 2008 erschienene Buch erst jetzt gelesen, kann mich aber noch gut an das damalige Medieninteresse erinnern. Nach der Lektüre weiß ich nicht recht, was ich davon halten soll. Der Autor hat mit Sicherheit seinen Beitrag geleistet, dass der Leser den europäischen und internationalen Spitzenfußball mit anderen, kritischen Augen sieht und bei manchen "überraschenden" Ergebnissen sich zumindest Gedanken macht, ob diese auf sauberem Weg zustandegekommen sind. Man ist nicht direkt desillusioniert, aber speziell die Verweise auf die englischen Helden der 50er und 60er Jahre kratzen schon am Bild des britischen Fußballs, das man sich gemeinhin so macht. Aber: gerade diese Epoche bzw. die angeblichen Enthüllungen dazu basieren halt auf Hörensagen und auf wenigen Aussagen einzelner - zugegeben namhafter - Trainer und Spieler. Klar, was soll auch sonst als Grundlage noch vorhanden sein, wird ja kaum einer notariell beglaubigte Quittungen über Schmiergelder aufbewahrt haben.
Die Darstellungen zur Gegenwart verlaufen oft nach ähnlichem Muster: Hill trifft sich in irgendwelchen Hinterzimmern asiatischer Büros und Restaurants mit irgendwelchen Mafiosi. Diese schildern ihm mehr oder weniger freimütig, wie der Hase läuft und wie Spiele, Spieler und Schiedsrichter manipuliert werden können. Dies wiederholt sich im Laufe des Buches mehrfach, verläuft sich aber für meinen Geschmack zu sehr im Allgemeinen und Nebulösen, auch wenn vereinzelt konkrete Spiele und Ergebnisse genannt werden.
Darum auch nur 3 Sterne von meiner Seite. Ein interessantes und eigentlich haarsträubendes Thema ist im Buch durch (für mich) zu viele Nebenschauplätze, zu viele (anonymisierte) Handelnde und zu viele wiederkehrende Elemente -korrupte Polizeibeamte, korrupte Verbandsfunktionäre - leider so sehr verwässert, dass der große "Aha"- oder Knallefekt bei mir leider nicht eingesetzt hat.