Verena Kast ist Psychologin am C.G. Jung Institut in der Schweiz. Sie hat sich jahrelang mit Themen wie "Trauer", "Neuanfang", "Trennung", "Schmerzen" beschaeftigt und in diesem Buch nun einige ihrer Aufsaetze der vergangenen Jahre zusammengestellt. Es geht hierin zunaechst, und das fand ich an diesem Buch am lesenswertesten, um Jungs Idee der Symbolifizierung. Befindet ein Mensch sich in einer Krise, dann kann es - so Jung - hilfreich sein in einer Therapie, dem Gefuehl ein Symbol oder eine symbolische Handlung zuzuweisen. Beobachtet man als Betroffener dann einige Zeit lang das Symbol, so wird es sich veraendern und kann in seiner nie bis zum Ende ausdeutbaren Vielschichtigkeit uns Wegweiser und Arznei sei auf unserem Weg zur Heilung. Diese Idee fand ich in diesem Buch schoen herausgearbeitet und an zwei Beispielfaellen auch gut praesentiert.
In den folgenden Kapiteln geht es Frau Kast dann vermehrt um die neue Rolle der Frau in der Gesellschaft, um die Veraenderung der Frauenrolle mit dem Alter und um das allgemeine Problem, eine veraenderte Lebenssituation zu akzeptieren und das Potential, das aber auch darin schlummert.
Ein interessantes Buch, auf grossen Strecken sehr speziell, wie wenn es um Frauenemanzipation oder um die Veraenderung der Frau in den Wechseljahren geht, aber im ersten Kapitel eben doch sehr interessant, auch im Bezug auf Trauerarbeit. Durchaus auch im Kontext der Trauerbewaeltigung lesenswert.