In diesem Buch wird nicht etwa Verständnis gezeigt für die Angst vor Trennung und den damit manchmal einhergehenden destruktiven Vermeidungsstrategien. Diese Angst wird nicht als Schwäche behandelt, der man großzügig begegnen solle, die man für ein gelungenes Leben letztendlich aber beseitigen muss (und kann). Sie wird statt dessen als natürliches menschliches Verhalten behandelt. Sie zeigt nsere Fähigkeit unser gelebtes Leben wertzuschätzen und es gilt Ihre Kraft zu schätzen und in unser bewusstes Denken zu integrieren. Mir hat das Buch sehr geholfen, mich nicht für meine Trennungsängste und meine Trauer für Verlorenes zu schämen, sondern durch die Annahme einen Schritt weiter gehen zu können.
Die Autorin fordert auf:
Kleine Trennungen im Alltag immer wieder zuzulassen/zu üben, um nicht zu erstarren aus Angst vor Grenzziehungen und Abschieden. Bei Abschieden, das Trauern und die Schwärmerei für das Vergangene zulassen, ebenso die Abwertungen, die erfolgen, um den Abschiedsschmerz zu reduzieren, ABER HINÜBERRETTEN: Sich ganz klar zu machen, zu welchen großen Empfindungen und Sehnsüchten man fähig ist; wenn man liebt, sich diese Lebendigkeit als etwas Gutes Eigenes zu bewahren, das einen immer wieder nähren kann. Es geht nicht mit der Beziehung verloren. Die Vision von Verschmelzung und Einheit unbedingt zuzulassen, sie aber vom Alltagsgeschehen hinreichend zu trennen, so dass diese Ebene als zusätzliche Kraft zum alltäglichen Einverständnis und Umgang wirken kann.
Der Schreibstil wirkt nicht ganz zeitgemäß, aber sehr intensiv und auch häufige Wiederholungen von Erkenntnissen empfinde ich eher als eindringlich und einprägsam, denn als langweilig oder hinderlich.