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Sibirische Erziehung (suhrkamp taschenbuch)
 
 
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Sibirische Erziehung (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Nicolai Lilin , Peter Klöss
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 453 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (19. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518461621
  • ISBN-13: 978-3518461624
  • Originaltitel: Educazione siberiana
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,8 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 115.767 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Nicolai Lilin
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»In seinem autobiografischen Roman hat Lilin die schillernden Verbrecheranekdoten seines Großvaters zusammengetragen, sie mit eigenen Erlebnissen vermischt und die Erzählung in seine Kindheit verlegt. So entstand das Porträt einer fiktiven Verbrechertruppe mit sibirischem Ehrenkodex, die im chaotischen Moldawien der Neunziger operiert. Die längst vergangene Welt der Urki wird unter Lilins Feder zu einem kritischen Gegenentwurf zur verkommenen postsowjetischen Konsumgesellschaft. Aus Lilins Roman spricht die Sehnsucht eines jungen Mannes nach verbindlichen Werten in brutalen Zeiten … Alle sind sie diesem Erzähler verfallen. Im eingängigen Parlando eines russischen Märchenerzählers plaudert und schreibt Lilin von Mord, Ehre und russischer Teezeremonie.«

(Stephan Maus stern )

»...Nicolia Lilin, MItglied des sibirischen Verbrecherclans der Urki, berichtet 451 Seiten von dieser fremden (untergegangenen), rau-herzlichen Welt. Von seiner Faszination für Waffen, Tattoos, Traditionen, geheimen Codes und blutig-brutalen Kämpfen. Eine elektrisierende Erzählung.«

(Subway )

»... Lilin erzählt mit der Selbstverständlichkeit eines Insiders... Ein Gefühl hält sich aber über die gesamte Länge des Buchs: Die ungläubige Faszination für diese komplett andere Welt. Sie kommen aus dem Staunen überhaupt nicht mehr raus. Ich jedenfalls habe mir vor lauter Kopfschütteln eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. Das schafft auch nicht jedes Druckerzeugnis!

(Antje Deistler WDR 2 Bücher )

»Nicolai Lilins autobiographischer Bericht über seine Kindheit in Bender am Flusse Dnestrj, wo die Urki das Sagen in einem ganzem Stadtteil – der Unterstadt – hatten, ist hart, realistisch und spart kaum eine Brutalität aus. … Ganz dicht an seiner Figur erzählt Nicolai Lilin. Er beschreibt diesen Jungen, der er selbst einst war, als überaus intelligent und redegewandt, der Literatur zugeneigt, aber auch schon zum Töten gezwungen. … Dass der Roman das Zeug zum Erfolg hat, ist unbestritten.«

(Dietmar Jacobsen poetenladen.de )

»Den Urki ist dies Gesetz: Keine politische Macht, unter welcher Flagge auch immer, ist so viel wert wie die natürliche Freiheit einer einzigen Person. Diese Radikalität in einer erbarmungsarmen Welt prägt das außergewöhnliche, großartige und verstörende Buch von Lilin.«

(Sabine Brendel derwesten.de )

»Alle sind sie diesem Erzähler verfallen. Im eingängigen Parlando eines russischen Märchenerzählers plaudert und schreibt Lilin von Mord, Ehre und russischer Teezeremonie.«

(Stephan Maus stern )

»Spannung und narrative Glaubwürdigkeit des Romans sind Lilins Fähigkeit zu verdanken, die Geschichte seines für die westliche Zivilisation fremden Aufwachsens umfassend, ungeschönt und dadurch überzeugend zu schildern. Mit Selbstironie und aufgebrochen durch die vielen eingeschobenen Anekdoten und niemals plakative Lebensweisheiten …, die bestimmte kriminelle Regeln ohne falsches Pathos erläutern, erzählt der Autor seinen persönlichen Lebensweg nachvollziehbar und umsichtig, immer auf den mit der Kriminellenwelt unvertrauten Leser Rücksicht nehmend und ihn durch detaillierte Informationen für das Ungewohnte sensibilisierend. Lilin gelingt es, eine für Außenstehende schwer nachvollziehbare Perspektive nahe zu bringen – und (zumindest was Motivationen und Grundprinzipien der Verbrechergemeinschaft angeht) verständlich zu machen.«

(Marcel May rezensoehnchen.com )

Kurzbeschreibung

Anschaulich und direkt, stolz und nicht ohne Selbstironie erzählt Nicolai Lilin, Abkömmling der sibirischen Urki, eines Kriminellenclans, in seinem ersten Roman, einer Abfolge verblüffender, teils atemberaubender Geschichten, vom Aufwachsen in Transnistrien, wohin die Urki 1938 auf Stalins Befehl umgesiedelt wurden, und von der Urki-Erziehung, die aus ihm den lebenden Widerspruch eines »ehrbaren Kriminellen« machen sollte. Die Kinder sammeln ihre Erfahrungen in Kämpfen mit Jugendbanden und mit der Polizei. Dolche und Molotowcocktails, bald auch Pistolen kommen zum Einsatz. Vom Straflager sprechen sie wie andere vom Militärdienst oder den sonstigen Aussichten eines Erwachsenenlebens. Die Alten dagegen, die »Großväter«, bringen ihnen durch selbst erlebte und beglaubigte Exempel Freundschaft, Loyalität, Freigebigkeit und die Pflicht, Kinder, Alte und Behinderte zu schützen, bei – sowie die strengen Urki-Regeln erlaubter Gewaltanwendung. Infolge einer Festnahme wird Nicolai rekrutiert und muß auf russischer Seite an den Kämpfen in Tschetschenien teilnehmen – bis ihm der Absprung gelingt, nach Italien. Sibirische Erziehung ist Nicolai Lilins erstes Buch, erschienen 2009. Nicht zuletzt durch die enthusiastische Besprechung Roberto Savianos, Autor des Mafia-Bestsellers Gomorrha, wurde dieser Bericht von einer faszinierend unwahrscheinlichen Welt des »ehrbaren Verbrechens« zu einem sensationellen Erfolg.

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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Interessant sind die beiden vorliegenden Rezensionen insofern, als sie die im Buch geschilderten Ungeheuerlichkeiten grundsätzlich überhaupt nicht infrage stellen und keinen Bezug auf die Widersprüchlichkeiten hinsichtlich der vom Autor und seiner 'erzieherischen Umgebung' immer wieder in den Vordergrund gestellten 'Christlichkeit' herstellen. Das soll nicht heißen, daß der Autor 'lügt'; wer den "Gulag" gelesen hat, darf sich über gar nichts mehr wundern. Es muß aber berücksichtigt werden, daß da 50 Jahre dazwischen liegen, damals eine andere ideologische Grundlage herrschte. Es fehlt an objektiven, ergänzenden einschlägigen Aussagen (die es geben mag, die mir aber nicht bekannt sind). Die Polizei grundsätzlich als 'Verbrechertruppe' darzustellen, ist nicht zu rechtfertigen. Ich will die Zustände nicht verniedlichen, aber irgendwie drängt sich mir der Eindruck auf, daß der Autor sich in einer 'Lichgtgestalt'-Rolle gefällt. Der 'Übergang' in die Armee am Schluss ist infantil und steht in krassem Gegensatz zu den sonst von ihm souverän beherrschten Situtionen. Im Vergleich: Savianos "Gomorrha" ist da ein ganz anderes Kaliber.
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23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rebstock
Format:Taschenbuch
Nicolai Lilin wurde 1980 in Bender in Transnistrien geboren.
Transnistrien steht für Gewalt, für die Existenz "Ehrbarer Kriminelle", die aus Sibirien stammen und von Rußland ins Exil geschickt wurden. Es sammeln sich da auch "Nicht-Ehrbare Kriminelle" aus Georgien, der Ukraine, Moldawien etc.. Und es ist ein Fluchtpunkt für viele Familien geworden, die mit ihren behinderten Kindern in Rußland nicht leben können und dürfen. Viele dieser Kinder sind behindert, weil sie durch die Russische Polizei missbraucht, zu Krüppeln geschlagen und auch als Kleinkind mitansehen mussten, wie die Eltern vor ihren Augen abgeschlachtet wurden.
Das Lesen ist nicht schwer, 2x musste ich das Buch allerdings aus der Hand legen, weil mir schlecht wurde, der Autor, inzwischen 30 Jahre alt und in Italien lebend, versucht uns unparteiisch und auch vielfach mit Humor seine Erfahrung und Kindheit zu erzählen, in der es um alte sibirische Regeln und Moral geht: Kinder, Frauen, Alte, Behinderte und Tiere werden verehrt, Geld ist dreckig, das lehnt man ab. Geld wird benötigt, um Waffen zu kaufen und Ikonen, das ist wichtiger als Nahrung und Kleidung. Wird eine Regel verstossen, gibt es festgelegte Strafen. Man wehrt sich der Unterwerfung der Russen und rächt Ungerechtigkeit.
Schnell wird man in den Bann gezogen, und oft war ich völlig entsetzt, denn es handelt sich nicht um Beschreibungen aus dem 1. oder 2. Weltkrieg, sondern es geht um eine Zeit, in der ich einige tausend Kilometer entfernt eine behütete und sorglose Kindheit verbrachte, während der Autor fast täglich blutige Strassenkämpfe überleben musste, selbst Menschen gefährlich verletzten musste, nur um selbst zu überleben.
Man sitzt wirklich völlig ratlos und ensetzt und versteht, warum Robert Saviano (Autor von "Gomorrha", enthusiastischer Empfehler dieses Romans) schreibt: "Wer dieses Buch lesen will, muss die Kategorien von Gut und Böse, wie wir sie kennen, vergessen...."
Vor allem, was bleibt Kindern denn übrig, wenn sie in einer solchen Gesellschaft aufwachsen, nichts anderes kennen, keine Möglichkeit haben sich anders zu entscheiden?
In Transnistrien hat jeder 12 jährige Junge wenigstens einen Mordversuch, wenn nicht mehrere Morde hinter sich. Als Kinder landen sie im Gefängnis, wo sie von den russischen Wärtern vergewaltigt und anschliessend in der blutigen Pfütze liegengelassen werden.
Ich mag nicht weiter nacherzählen: Ihr sollt es möglichst zahlreich selbst lesen!!! Denn nur so kann aufgeklärt werden.
Sehr informativ übrigens die Kapitel über Tätowierungen, woher sie kommen, was sie bedeuten, welchen Zweck sie erfüllten. Sollte jeden interessieren, der mit Tätowierungen seinen Körper bedeckt!
Der Autor erkennt nach einem schlimmen Vorfall, dass Gewalt nichts ändert, ist im jugendlichen Alter ausgebrannt und völlig orientierungslos, sein "Großvater" kommentiert dies mit den Worten, er sei zu menschlich, um unter den Menschen zu leben...
Aber mit Achtzehn pocht Russland auf sein Recht den volljährigen Lilin als Eigentum der russischen Regierung in Anspruch zu nehmen: Das Buch endet... und beginnt.

Das Buch bekommt 5 Punkte, weil es heutzutage wichtig ist, dass Zeitzeugen berichten, den Mut haben den Mund zu öffnen und aufzuklären. Dieses Buch wird alle, die es lesen zum Nachdenken anregen, auch die Leute, die glauben, Religion verstanden zu haben, Moral beurteilen zu können. Ich möchte schliessen mit dem Zitat von Roberto Saviano: "Einfach nichts tun: nur lesen!"
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Intensiv und spannend 2. Juni 2010
Format:Taschenbuch
"Sibirische Erziehung" ist ein sehr intensiver, teils aber auch fiktiver Bericht (was man nicht unerwähnt lassen sollte) über das Leben des Autors als Teil der sibirischen Verbrechergemeinschaft in Transnistrien der 80er und 90er Jahre. Das Buch reißt einen wirklich mit und berührt einen oftmals sehr tief, wenn man liest was viele der Protagonisten so mitgemacht haben. Wie auf dem Cover versprochen, kann man seine Einteilung in gut und böse während des lesens getrost über Bord werfen, da sie in der beschriebenen Verbrecherwelt keine Gültigkeit hat, so wie wir es hier vielleicht kennen. An vielen Stellen gibt es verdammt harten Stoff zu lesen und ich persönlich hoffte immer das dass ein oder andere dann doch fiktiv war. Zartbesaitete sollten sich zweimal überlegen ob sie dieses Buch wirklich lesen wollen, denn der neumodische Begriff "Gewaltporno", ging mir mehr als einmal durch den Kopf. Dennoch bekommt das Buch 5 Punkte denn wie schon erwähnt ist es sehr spannend geschrieben und nimmt einen wirklich gefangen. So schrecklich und anders die Welt der Verbrecher auch sein mag, so wirft sie doch viele Fragen auf die ein beschäftigen. Zum Beispiel wäre unsere Gesellschaft mit einigen Tugenden der Sibierer heute sicher besser und menschlicher. Dies steht aber natürlich im krassen Gegensatz zu der Gewalt die teilweise angewandt wird.

Unterm Strich ist dieses Buch aber sicher jedem zu empfehlen, der sich auch für das Buch Gomorrah von Roberto Saviano begeistern konnte, oder etwas für reale Verbrecherstorys übrig hat. Im direkten Vergleich mit Gomorrah gibt es hier halt weniger konkrete Fakten, dafür mehr spannende Geschichten aus dem Leben des Autors. Gut und spannend geschrieben, kann ich nur empfehlen.
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