Wie schon in seinem in den 80er Jahren veröffentlichten Buch "Unter Russen" ist Colin Thubron hier weitaus mehr gelungen als "nur" ein Reisebericht über Russlands Weite jenseits des Urals. Thubron hat in der Tat literarisches Format, er ist bestens auf seine Reise vorbereitet, unternimmt Exkursionen nicht nur zu entlegensten Dörfern und Menschen, sondern auch zur jakutischen Kunst, altgläubigen Kirchengemeinden, sibirischen Lagerkomplexen und immer in die Seele des Landes, die in erster Linie durch die Menschen porträtiert wird. In einem Interview meinte Thubron, dass er nicht erwartet das viele Leute (nach seiner Lektüre) nach Sibirien aufbrechen (das Reiseziel ist noch nicht so tief in den touristischen Massenzirkus eingetaucht) jedoch der Leser eine Reise in Gedanken unternimmt, die mindestens genauso lohnend sein kann. Fazit: Kurzweilige Literatur über ein'faszinierendes Land und seine Menschen at its very best.