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Shutter Island: Roman
 
 
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Shutter Island: Roman [Gebundene Ausgabe]

Dennis Lehane , Andrea Fischer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (75 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Shutter Island, eine abgelegene Insel vor der amerikanischen Ostküste, ist Schauplatz des nervenaufreibenden Thrillers von Erfolgsautor Dennis Lehane. Aus einer Klinik für geistesgestörte Gewalttäter ist die Mörderin Rachel Solando ausgebrochen. Als US-Marshal Teddy Daniels eintrifft, um die Flüchtige zu suchen, stößt er auf eine Atmosphäre eisiger Ablehnung. Weder Dr. Cawley, der ärztliche Leiter, noch sein stellvertretender Anstaltsleiter McPherson im Ashecliffe Hospital scheinen an der Suche nach der flüchtigen Rachel Solando sonderlich interessiert zu sein.

Dennoch wird den beauftragten US-Marshals Daniels und Aule schnell klar, dass der Patientin jemand bei ihrer Flucht geholfen haben muss. Kurz vor der Ankunft der Polizisten auf der Insel hat sich zu allem Überfluss Solandos behandelnder Arzt Lester Sheehan in den Urlaub verabschiedet und ist nicht erreichbar. Einblick in Personalakten wird den Ermittlern verweigert, ihre Waffen müssen sie abgeben. Aber ein Zahlenrätsel, das die Entflohene in ihrer Zelle zurückgelassen hat, bringt Daniels auf die Spur eines mysteriösen Patienten Nr. 67 im berüchtigten Trakt C, obwohl Cawley beteuert, auf der Insel seien nur 66 Patienten untergebracht. Von Migräneanfällen geplagt, sieht sich der Marshal zunehmenden Attacken auf seine Psyche ausgesetzt.

Nach fünf erfolgreichen Kriminalromanen um das Ermittlerduo Gennaro und Kenzie und seinem Meisterwerk Mystic River, beweist Dennis Lehane seine überragende Klasse auch in Shutter Island, einem gewalttätigen Werk, nicht etwa, weil körperliche Gewalt eine dominierende Rolle im Buch spielen würde, sondern weil sich die Hauptfiguren des Romans mit beispielloser psychischer Aggression begegnen. Raffiniert zieht Lehane den Leser in einen Strudel Schrecken erregender Ereignisse und lässt ihn schließlich zweifelnd und bestürzt mit einem meisterhaft inszenierten Finale alleine. Ohne Trost, ohne Erlösung, zweifellos aber mit dem überaus beglückenden Gefühl, hervorragende Literatur genossen zu haben. Dennis Lehanes grandioser Thriller gehört zum Besten, was das Genre in den letzten Jahren zu bieten hatte. Niemand, der dieses Buch gelesen hat, wird es schnell vergessen können! --Ulrich Deurer

Kurzbeschreibung

US-Marshal Teddy Daniels setzt von Boston über nach Shutter Island. Aus dem dortigen Ashecliffe Hospital für psychisch kranke Straftäter ist eine Patientin verschwunden. Gerade als Daniels und sein Partner mit den Ermittlungen beginnen, bricht ein verheerender Hurrikan los. Die Verbindung zum Festland reißt ab, die Insel versinkt im Chaos?

Klappentext

Shutter Island erzählt die Geschichte des US-Marshalls Edward Daniels und seines Partners Chuck, die auf der Insel Shutter Island das spurlose Verschwinden einer geistesgestörten Kindermörderin aus einer Zelle eines psychiatrischen Spezialgefängnisses untersuchen sollen. Während der Ermittlungen verdichtet sich der Verdacht, dass in dem Gefängnis verbotene Experimente an den Insassen durchgeführt werden. Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu und es kommt zu einem unerwarteten Finale... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Dennis Lehane wurde 1966 in Dorchester, Massachusetts, geboren. Bekannt wurde er mit seiner Krimiserie um Patrick Kenzie und Angela Gennaro. Dreimal wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Clint Eastwoods Verfilmung seines Romans Mystic River erhielt mehrere Oscars, Martin Scorsese führte Regie bei Shutter Island. Dennis Lehane lebt in Boston.

Auszug aus Shutter Island von Dennis Lehane, Andrea Fischer. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Teddy Daniels' Vater war Fischer. 1931 verlor er sein Schiff an die Bank, da war Teddy elf, und den Rest seines Lebens heuerte er auf anderen Booten an oder löschte Fracht an den Docks, wenn es auf den Schiffen nichts für ihn zu tun gab. Über lange Zeiträume war er morgens um zehn zurück, saß im Sessel, betrachtete seine Hände und redete zuweilen leise mit sich selbst, die Augen groß und dunkel. Als kleinen Jungen hatte er Teddy mit zu den Inseln genommen, aber Teddy war zu klein, um auf dem Boot eine große Hilfe zu sein. Er hatte nur die Leinen entwirrt und die Haken gelöst. Mehrmals hatte er sich geschnitten. Blutstropfen standen auf seinen Fingerkuppen und verschmierten seine Handflächen. Im Dunkeln waren sie aufgebrochen, und die aufgehende Sonne schob sich, gleich kaltem Elfenbein, aus dem Wasser. Zusammengekauert traten die Inseln aus der Dämmerung, als seien sie bei etwas Verbotenem ertappt worden. Am Strand einer Insel sah Teddy kleine, pastellfarbene Hütten, auf einer anderen ein verfallendes Kalksteingebäude. Sein Vater zeigte ihm das Gefängnis auf Deer Island und die imposante Festung auf Georges Island. In den hohen Bäumen von Thompson Island saßen unzählige Vögel, ihr Gezwitscher war ein Sturm aus Hagel- und Glassplittern. Shutter Island lag weiter draußen, hinter den anderen Inseln, als sei sie von einer spanischen Galeone über Bord geworfen worden. Damals, im Frühjahr 1928, war sie sich selbst überlassen, wurde von Grün überwuchert. Die Festung auf dem höchsten Punkt der Insel erstickte unter Kletterpflanzen und einer Moosschicht. "Wieso heißt sie Shutter Island?", fragte Teddy. Sein Vater zuckte mit den Achseln. "Du immer mit deinen Fragen. Musst ständig fragen." "Und, warum heißt sie so?" "Manche Sachen bekommen einfach einen Namen, und so heißen sie dann. Wahrscheinlich von Piraten." "Piraten?" Das hörte sich gut an. Teddy konnte sie sich vorstellen: große Männer mit Augenklappen, Stulpenstiefeln und blitzenden Schwertern. "Hier haben sich die Piraten damals versteckt", sagte sein Vater. Mit einer ausholenden Handbewegung wischte er über den Horizont. "Auf diesen Inseln. Sich selbst - und ihr Gold." Teddy sah Münzen vor sich, die aus Schatztruhen quollen. Später dann wurde ihm schlecht, und er übergab sich mehrmals heftig, schleuderte dunkles Erbrochenes über die Reling ins Wasser. Sein Vater war erstaunt, weil Teddy erst nach mehreren Stunden schlecht geworden war. Das Meer war längst wieder glatt und glitzerte in seiner Ruhe. Sein Vater sagte: "Schon in Ordnung. Ist ja dein erstes Mal. Brauchst dich nicht zu schämen." Teddy nickte und wischte sich den Mund mit dem Tuch ab, das sein Vater ihm reichte. Sein Vater sagte: "Manchmal schaukelt es nur leicht, und man merkt es erst, wenn es einem hochkommt." Erneutes Nicken. Teddy konnte seinem Vater nicht sagen, dass es nicht das Schaukeln war, das ihm den Magen umgedreht hatte. Es war das Wasser. Es umgab sie in allen Himmelsrichtungen, erstreckte sich so weit, dass nichts mehr von der Welt übrig war. So weit, dass Teddy glaubte, es könne den Himmel verschlucken. Bis dahin hatte er nicht gewusst, dass sie so allein waren. Mit triefenden, rot unterlaufenen Augen schaute er zu seinem Vater auf. Der sagte: "Das wird schon wieder", und Teddy versuchte zu lächeln. Im Sommer '38 lief sein Vater mit einem Bostoner Walfänger aus und kam nicht mehr zurück. Im darauf folgenden Frühling wurden Teile des Schiffes in Teddys Heimatstadt Hull an den Strand gespült. Ein Stück vom Kiel, ein Kocher mit dem eingravierten Namen des Kapitäns im Fuß, Konserven mit Tomaten- und Kartoffelsuppe, ein paar verformte, durchlöcherte Hummerfallen. Die Trauerfeier für die vier Fischer wurde in der St. Theresa's Church abgehalten, die ihren Rücken gegen ebenjenes Meer stemmte, das ihr schon so viele Gemeindemitglieder genommen hatte, und Teddy stand neben seiner Mutter und lauschte den Lobreden auf den Kapitän, den Steuermann und den Dritten im Bunde, einen alten Seebär namens Gil Restak, der mit zerschmetterter Ferse und hässlichen Bildern im Kopf aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt war und seitdem die Kneipen von Hull terrorisiert hatte. Doch im Tode, hatte einer der betroffenen Barkeeper gesagt, sei alles vergeben. Der Schiffsbesitzer, Nikos Costa, gestand, dass er Teddys Vater kaum gekannt habe, dass er ihn in letzter Minute angeheuert habe, weil ein Crewmitglied vom Lastwagen gefallen war und sich das Bein gebrochen hatte. Dennoch, der Kapitän hätte anerkennend von ihm gesprochen, jeder in der Stadt wüsste, dass er ordentlich arbeitete. Und war das nicht das höchste Lob, das man einem Mann zollen konnte? Dort in der Kirche dachte Teddy zurück an jenen Tag auf dem Boot seines Vaters, denn sie waren nie wieder gemeinsam hinausgefahren. Sein Vater hatte es ihm immer wieder versprochen, aber Teddy wusste, er sagte es nur, um seinen Sohn nicht zu demütigen. Nie hatte sein Vater ein Wort darüber verloren, was an jenem Tag geschehen war, aber auf dem Heimweg an all den Inseln vorbei, Shutter Island hinter ihnen, Thompson Island noch voraus, die Silhouette der Stadt so klar und deutlich sichtbar, dass man glaubte, man könne die Gebäude an ihren Spitzen hochheben, da hatten sie sich einen Blick zugeworfen. "Das ist das Meer", hatte sein Vater gesagt, als sie gegen das Heck gelehnt standen, und Teddy dabei leicht über den Rücken gestrichen. "Manche Männer lässt es nicht mehr los. Andere lässt es nicht an sich heran." Und seinem Blick hatte Teddy entnommen, zu welcher Kategorie er eines Tages gehören würde. (...) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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