Bereits zum dritten mal darf Harry Gregson-Williams für Shrek den Sountrack komponieren und genauso hört es sich leider an. Während der Hauptaugenmerk traditionell auf den popmusiklastigen Original Soundtrack gelegt wird, führt der Score wieder ein eher unbekanntes Dasein. Konnte sich der 1. Teil hingegen noch in der Filmmusikwelt etablieren, dürfte es dem dritten Teil nur noch schwer gelingen: Zu ähnlich ist er dem 1. Teil geworden. Die Harry-Potter-Serie hat es vorgemacht: Zwei CDs wurden von John Williams komponiert, der damit genügend Vorlage geboten hat, inzwischen drei weitere Komponisten haben sich dessen Material angenommen und wirklich interessante "neue" Soundtracks daraus entstehen lassen. Vielleicht hätte dieses Vorgehen der Shrek-Serie ebenfalls gut getan? Doch das ist reine Spekulation, kommen wir also zur Bewertung des Tonträgers:
Mit nur knapp über 40 Minuten Spielzeit - verteilt auf 18 Tracks - ist er sehr kurz geraten, da er dem poplastigen OST im Film eben auch Spielraum lassen musste. So plätschern ein streicherlastiger Zweiminüter nach dem anderen in den ersten 30 Minuten vor sich hin, ohne wirklich besonders aufzufallen. Oft variiert darin das Urthema "Fairytale" und an diesen Stellen will der Score auch kurzzeitig gefallen, weil die Grundmelodie einfach sehr, sehr gelungen ist. Angenehme Wärme vermittelt der Score nur dann, wenn die Bratsche einsetzt und das alte Mondscheinthema variiert.
Interessant wird der Score kurzzeitig bei Track 11 "The Hook Attack", wenn das Klavier endlich einen neuen schwingenden Rhythmus in die Klangwelt einbringt und daraufhin wieder das "Fairytale"-Thema einsetzt, die nachfolgenden Tracks "Merlin" und "The Trip Home" setzen dann noch einmal ein Pausenzeichen (wenn auch ein deutlich düsteres als zuvor), bevor die Bläser ab "Princess Resistance" dem Werk den endgültigen Schwung in Richtung Finale geben. Vor allem der rockige Einsatz der synthetischen Gitarren vermag positiv zu überraschen und auch die sicher nicht einfach Integration in die zuvor streichlastige Musik ist gelungen.
Insgesamt wirkt der Score zu blaß, etwas Tiefe kommt deutlich zu spät und auch diese zu oberflächlich ins Spiel, vielleicht mag das aber auch daran liegen, dass die Filmmusik (notwendig durch die düstere Merlin-Thematik) deutlich synthesizerlastig und damit synthetischer als die Vorgänger wirkt.
Ich mag Harry Gregson-Williams wirklich sehr, aber ich fürchte zur Shrek-Thematik fällt ihm nicht mehr viel Neues ein! Aufgrund des guten Ausgangsmaterials 3 Sterne für den guten Durchschnitt!