Diverse "Shrek - the original soundtrack"
„Shrek", einer der ersten ganz computeranimierten Zeichentrickfilme überhaupt, begeisterte im Jahr 2001 Kritiker und Zuschauer mit seinen herausragenden Effekten, mit einer fast märchenhaften Geschichte über Hoffnung, Freundschaft und Liebe und nicht zuletzt mit seinem ausnehmenden Humor. Doch der Soundtrack zum Film überraschte genauso. Laut, schrill und rotzfrech kommt der Mix aus Punk, Alternative und melodiösen Balladen daher, die aus einem Webber-Musical stammen könnten.
Der Opener „Stay home" von Self knallt gleich mal kräftig aufs Ohr: fröhlich-feuchter Blödelpunk mit herrlichem Bassriff. „I'm a believer" (im Original von den Monkeys) verwandeln Smash Mouth in eine richtige Pogo-Hymne, das animiert zum Mitgrölen und Gitarre spielen. Leslie Carter geh es mit ihrem „Like wow!" etwas langsamer an. Ihr etwas eintöniger Popsound klingt leider nach einer Mischung von Atomic Kitten light und schlechter Vanessa Amorosi. Nummer Vier auf der Platte ist das melancholische „It is you (I have loved)" von Dana Glover: zurückhaltend arrangierte Streicher und Akustikgitarre. Glover nimmt man den traurigen Text ab, aber sie singt doch schon fast etwas zu weinerlich. Ist schön anzuhören, wenn man sich ähnlich fühlt, erinnert an einen jungen Andrew Lloyd Webber. Die Baha Men landeten 2001 mit „Who let the dogs out?" den Sommerhit schlechthin. Für "Shrek" steuerten sie ihr "Best years of our lives" bei: Ähnlich wie bei ihrer ersten Single klingen die Baha Men nach Strandpartys, cruisen im Cabrio und Bikinis. Halfcocked bieten mit ihrer Version des Klassikers „Bad reputation" das totale Gegenteil: laut, rockig und die perfekte Untermalung des Bad Girl Images.
„My beloved monster" von Eels besticht durch sein eingängiges, immer wiederkehrendes Gitarrenriff und recht blödsinnige Lyrics. In die Saiten einer Akustikgitarre wird dagegen auf Jason Wade's „You belonged me" gegriffen. Traurig, aber wunderschön, ließe sich gut am Lagerfeuer singen. Zum zweiten Mal kommen Smash Mouth zum Zug: diesmal mit „All star", einer Selfesteem-Hymne erster Güte mit herrlichen albernem Text. Musical-Klänge schlägt Rufus Wainwright auf „Hallelujah" an. Allein ein Klavier und gegen Ende ein paar Streicher untermalen Wainwright's wunderschönen Gesang. Aus der Melancholie aufgewacht wird mit den Proclaimers, die mit „I'm on my way" dem guten, alten Volkslied „Das Wandern ist des Müllers Lust" Konkurrenz machen. Man stelle sich zu diesem Sound den herrlich tollpatschigen Donkey vor, der mit wackelndem Hintern durchs Grüne trippelt. Eine Reprise des 60er Jahre Hits „I'm a believer" bietet Eddie Murphy, der Shreks treudoofem, urkomischen Freund Donkey in der Originalfassung die Stimme lieh. Als Finale Furioso setzten die Filmmacher noch ein Instrumentalstück auf die Platte. „True love's first kiss" heißt das Teil und genauso dramatisch klingt es auch. Ein fast unpassender Schluss für eine solch punkige CD, aber doch auch lustig.
Fazit: Ein Soundtrack, der sich durchaus hören lassen kann. „Shrek - the original soundtrack" besticht durch seine ungewöhnliche Zusammenstellung. Diese Platte macht wirklich Spaß, auch wenn man den Film nicht gesehen hat. „Shrek" ist allerdings wirklich einen Videoabend wert.