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Die Rock-&-Roll-Explosionen sind geblieben, der rohe und raue Garagen-Blues-Rock natürlich auch. Doch das New Yorker Trio überrascht neben der intensivierten Verwendung von Keyboards mit einer verstärkten Verschiebung hin zu defensiverem Songwriting. Was sich auf dem hochgelobten Debüt Fever To Tell mit den sentimentalen Love-Song Maps und der bildschönen Nummer Modern Romance schon andeutete, wird auf Show Your Bone weiter geführt. So befinden sich zwischen einer Fülle krachender Rock-Songs mit Referenzen an Pussy Galore, Royal Trux, Jon Spencer Blues Explosion oder White Stripes eine gleichgroße Anzahl von Nummern mit feinen Folk-Zügen und viel Pop-Charme. Was nicht von ungefähr kommt, schrieben die YYY-Gründer Nick Zinner (Gitarre) und Sängerin Karen O (steht für Orzolek) anfänglich akustische Lieder. Doch Karen O, die wie die Avant-Punks Devo oder Pere Ubu aus Ohio stammt, mit Angus Andrew (Liars) einige Jahre das Bett teilte und nach Brooklyn / New York übersiedelte, wendete sich schnell den elektrischen Sounds zu.
Yeah Yeah Yeahs, komplettiert durch den Drummer Brian Chase, den Karen vom Oberlin College in Ohio kennt, gelingt auf Show Your Bones ein gekonnter Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Stimmungen und Stilen. Mal tritt einem das Trio kräftig in den Hintern (Mysteries, Fancy), um einen mit von New Wave touchiertem Pop zu verwöhnen (Dudley) oder auch mal liebevoll in den Arm zu nehmen (The Sweets, Warrior). Damit ist den Yeah Yeah Yeahs im Gegensatz zu den vielen angesagten Gitarren Bands des neuen Jahrtausends gelungen, das Debüt mit dem Nachfolger zu übertrumpfen. -- Sven Niechziol
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1. Weil die wunderbaren Wutausbrüche in geregeltem Maß auftreten, und wenn, dann sind sie so schön, dass sie einem Song ein ziemlich würdiges Finale geben (oder dass ein Song gleich extrem loslegt).
2. Weil Karen O singen kann! Weniger Gekreische, mehr Liebe (s. the sweets).
Und 3. Weil die Songs für sich allein, für etwas ganz gelungenes stehen (Gold Lion, Way Out). Sowas kann man dann 10 mal hintereinander hören und dir wird trotzdem nicht schlecht.
Also alles in allem: Ein Meisterwerk. Eine Weiterentwicklung, die gelungen ist. Chapeau!
"cheated hearts" (welches karen o schon länger mit sich rumtrug) ist das herz dieses meisterwerk und beweist, dass auch mit minimalsten elementen ein großartiger popsong zu machen ist. "honeybear" hat diesen unsterblich ruhigen mittelteil, der an die killer-ballade "maps" von "fever to tell" erinnert. und überhaupt: nach ein paar durchläufen wird klar, dass "maps" quasi der blueprint für das album war. "show your bones" ist quasi "maps" auf albumlänge, und somit eine der wichtigsten platten des jahres. weil karen o eben so kompromisslos rock versteht, zitate bleiben lässt, und trotzdem rockgeschichte durchforstet und schreibt, die keine arctic monkeys oder maximo parks der welt so zur zeit sehen würden. ein "warrior" auf der suche nach dem "gold lion" des rocks. lang lebe sie, karen o, weil sieuns mit jedem mal wieder überrascht. man kann gar nicht dankbar genug sein dafür.
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