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4.0 von 5 Sternen
Lektionen aus der Vergangenheit, 23. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Shotokan's Secret: The Hidden Truth Behind Karate's Fighting Origins (Taschenbuch)
Ja, so hätte es sein können! Ob Matsumura`s und Itosu`s Shuri-Te und damit das moderne Shorin-Ryu wirklich auf die besonderen Sicherheitsbedürfnisse der Okinawa-Könige zurückzuführen ist, soll einmal dahin gestellt sein, die gegebenen Erklärungen entbehren jedenfalls nicht einer gewissen Schlüssigkeit und so kann man Shotokans Secrets zumindest in Teilen wie dargestellt erklären. Historisch und zeitgenössisch gut und informativ aufgemacht, führt das Buch dann ganz gezielt zu den heute bekannten Abkömmlingen wie das Shotokan bzw. das Shuri-Te II. Aufgrund der intensiven, spekulativen Natur ist dieses Buch aber nur dem kundigen Interessierten wirklich zu empfehlen, dem Laien fehlt hier einfach zu viel Hintergrundwissen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gute Schlussfolgerungen und innovative Gedanken!, 26. April 2011
Ein muss für jeden, der Karate nicht nur als "Sportart" sieht, sondern als Kampfkunst und Selbstverteidigungssystem. Die Art und Weise, wie der geschichtliche Hintergrund erklärt und in die Schlussfolgerungen einbezogen wird gefällt mir sehr gut.
Auch der Wille, nicht stehenzubleiben, sondern das "Kampfsystem Karate" an das 21. Jahrhundert anpassen zu wollen, gefällt mir gut.
Ein Muss für jeden Shotokan-Karateka, der mehr als nur den Sport sieht!
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1.0 von 5 Sternen
Haltlose Spekulationen und weitere Legendenbildung, 24. Januar 2012
Eigentlich hätte ich es bei dem Titel besser wissen müssen und das Buch ignorieren sollen, denn das, was mit "Secret" und "hidden truth" betitelt wird, kann man getrost als heisse Luft in die Tonne kicken!
Versprochen wird "die versteckte Wahrheit" hinter dem Shotokan-Karate, aber was hier Clayton abliefert ist schlicht und einfach peinlich:
Ein wenig Historie, die man bei Mark Bishops "Okinawan Karate" (oder anderen Bücher des Themas) besser nachlesen kann, und der Rest sind haltlose Spekulationen und weitere Legenden für den unbedarften Westler, die auf Commodore Perrys Besuch am Hof von Shuri 1853 und auf Veränderungen des Shotokan-Karates zurückgehen, die erst nach 1932 unter Gigo Funakoshi stattfanden, welche aber Clayton absurderweise nimmt, um Itosus Vorgehen um die Jahrhundertwende oder gar das Pre-Meiji-Karate zu erklären.
Das Ganze wird dann schön aufgebauscht, Sportkarate zu mysteriösen Spezialkampftechniken für die Leibgarde des Ryukyu-Königs umdeklariert, wobei deren Ursprung gewissentlich ignoriert wird. Dass weder Shotokan, noch Itosus Schulkarate viel mit dem ursprünglichen Karate als Kampfkunst der Peichin gemein haben, kann man schon an der Aussage Kohan Kojos ablesen, einem Zeitgenossen Itosus und damaliges Oberhaupt des Kojo-Ryu, dass Itosus Karate ein "fehlerhaftes Karate" bzw. ein "Pseudo-Karate" sei, welches das authentische Karate, wie es Matsumura lehrte, zu verdrängen versucht.
Dabei wären die Erklärungen für das heutige Karate wesentlich einfacher gewesen, wenn sich Clayton mit der Situation der aristokratischen Beamten Ryukyus in der Meiji-Ära, sowie mit der didaktischen Problematik auseinandergesetzt hätte, dass die traditionellen Trainingsmethoden, sowie die Kampfkunst Karate nicht massentauglich waren. Auch die Veränderungen an Funakoshis Karate und weshalb Shotokan heute das ist, was es ist - nämlich eine trotz allem interessante Sportart mit einem vergleichsweise beschränktem Technikrepertoire -, hätte Clayton ganz einfach an Funakoshis Publikationen nachweisen können, denn Funakoshi hatte schon 1922 erklärt, was seine Vision für ein zukünftiges Karate war.
Fazit: Schlechtes Buch.
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