... so merkwürdig uns ihre Wege auch manchmal vorkommen mögen. Dieser Film ist liebenswert, schrullig, warmherzig und voller echter Menschen, wie sie das Leben tatsächlich hervorbringt.
Im Grunde ist "Shortbus" so etwas wie "Little Miss Sunshine" für Erwachsene. Jeder der Charaktere wird mit solch liebevoller Intimität und Zärtlichkeit betrachtet und ins Blickfeld der Kamera gerückt, dass man auch die skurrilsten unter ihnen einfach liebhaben muss. Für Menschen, die nur glatte Oberflächen sehen wollen oder für die Sex auf der Leinwand nur als Porno geht, dürfte "Shortbus" vermutlich eine Enttäuschung sein. Für all jene unter uns jedoch, die sich dessen bewusst sind, dass unser Leben aus dem Sex hervorgeht und die auch ehrlich genug sind sich einzugestehen, dass wir täglich sehr viel Zeit mit den Gedanken daran verbringen, dürfte dieser Reigen der Lust, Leidenschaft und Liebe ein Genuß sein.
Ob es nun die Sexualtherapeutin ist, die noch nie selbst einen Orgasmus hatte und dann auf die zwei Jamies trifft, die in einer Beziehungskrise stecken, oder der ehemalige Bürgermeister von New York, sie alle treffen sich letztlich in den verschiedenen Räumen im "Shortbus", einem Club der schrilleren Sorte, wo sich fernab von tumber Swingerclubatmosphäre innere und äußere Türen zu neuen Erfahrungen öffnen.
Dieser Film ist weder eine seichte Komödie (obwohl es viel zu lachen und zu schmunzeln gibt) noch eine dramatische Tragödie (obwohl "Shortbus" auch echte tragische und dramatische Momente beinhaltet, die aber im Fluß der Handlung auch wieder aufgelöst werden) und erst recht kein voyeuristischer Sexfilm (auch wenn er Sex in einer selten gesehenen Offenheit zeigt). "Shortbus" ist einfach eine Hymne an das Leben, eine Einladung, sich auf sich selbst sowie seine eigenen Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse einzulassen. Ein aussergewöhnlicher Film, der berührt und bewegt.