Nicht, um irgendeine Wahrheit zu sagen, liest man Foucault, sondern um uns selbst zu denken. So vielleicht kann man eine Vermutung äußern, die den Lesern Foucault (1926-1984) näher bringt. Wenn er von sich selber sagt, nur unbändige Neugier habe ihn getrieben, Neugierde zu wissen, wie man sich von sich löst und doch so neu entdeckt. Nicht im Wissen liegt seine Maxime, sondern im Erkennen und so ist der späte Foucault ganz und gar Platoniker. Und letztendlich ist er auch daher neben Nietzsche eine treibende Kraft in Sloterdijks neuem Werk (Du musst dein Leben ändern), weil er sein Ziel des Verstehens in dem lebenden Körper der Philosophie entdeckt - einem Körper der Philosophie, der heute noch ist, was er einst war: "eine Askese, eine Übung seiner selbst, im Denken".
Und so ist diese kleine Sonderausgabe in bibliophiler Form ein Einstieg ins Denken Foucaults. Ihn zu erkennen hinter der Maske als Philosoph ist ein Anliegen dieser Zusammenstellung, aber eben auch die Beweggründe zu vermitteln, die zur Disposition der Macht führen, was Überwachen und Strafen für eine Bewandtnis haben, um letztendlich in eine Lebenskunst einzusteigen, die in der Sorge um Wahrheit sich selbst gefällt.