Als Liebhaberin der Bücher von Sophie Kinsella kann ich gleich vorwegnehmen, daß ich wohl mit etwas anderen, "strengeren" Erwartungen an diesen Film herangegangen bin, als jemand, der einfach nur einen entspannten Abend mit Unterhaltungskino verbringen will. Trotzdem ist mir durchaus bewußt, daß ein Film ein anderes Medium ist als ein Buch und daß 1:1-Verfilmungen meist eher langweilig und mit zu wenig Tempo daherkommen (nur schon mal zu Abwehr potentieller Kritiker in diesem Punkt ;-). Und ich finde auch, daß Buchvorlagen bei der Umwandlung in ein Drehbuch gerne verändert werden können und sogar sollen, damit am Ende ein guter Film dabei herauskommt. Nur sollten doch die Grundaussage, die Atmosphäre des Buchs, die Figuren, ' dabei erhalten bleiben. Das alles ist bei dieser Verfilmung leider ganz und gar nicht gelungen.
Klar ist die Buchvorlage Trivialliteratur und kein Shakespeare, aber diese Verfilmung hat aus einem lustigen, charmanten, mitreißenden girl comedy-Roman eine furchtbar alberne, überdrehte Slapstick-Komödie gemacht, die sich wunderbar in die endlos lange Schlange von ebenso albernen amerikanischen teenie/girl comedies einreiht, die man sehr schnell wieder vergißt (Gott sei Dank). Und das soll jetzt kein allgemeines Bashing amerikanischer Komödien sein, denn auch unter diesen gibt es viele gute. Doch dieser Film läßt sich definitiv nicht zu diesen zählen.
Es fängt schon damit an, daß die Handlung von London nach New York verlegt wurde. Warum? Damit geht für mich schon einiges vom britischen Charme des Buches verloren. Doch nicht nur der Schauplatz wurde amerikanisiert. Das ist wohl nur ein Sympton für allgemeine Amerikanisierung der Vorlage. Der Humor des Buches wurde im Film dermaßen übertrieben und viele Szenen dadurch einfach nur seltsam albern, so daß man letztendlich mit billigstem Slapstick dasteht. Bei vielen Szenen schämt sich einfach nur fremd (Stichwort: Fächertanz), wohingegen man im Buch doch immer noch Sympathie und Mitgefühl für Becky aufbringt, auch wenn man sie oft einfach nur schütteln will.
Auch bei vielen anderen Änderungen fragt man sich nur, warum? Warum ist Luke plötzlich Beckys Chef? Im Buch ist er dieser schwer zu durchschauende, leicht verbissene PR-Fachmann, der es unbedingt mit seiner eigenen Firma ganz nach oben schaffen will. Warum ist er jetzt plötzlich Herausgeber einer Finanzzeitschrift? Überhaupt ist die ganze Figur Luke eine ganz andere als im Buch. Vielleicht liegt das auch mit daran, daß ich Hugh Dancy die ganze Zeit als zu jungenhaft für die Rolle empfand. Vom Alter her mag er ja passen, aber er wirkt die ganze Zeit wie ein 20-Jähriger. Wie auch schon viele meiner Vorredner bemerkt haben, ist die ganze Entwicklung der Beziehung zwischen Luke und Becky im Film schlecht dargestellt und es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum die beiden ein Traumpaar sein sollten.
Überhaupt habe ich mir fast alle Figuren aus dem Buch ganz anders vorgestellt, seien es nun Beckys Eltern, ihre beste Freundin Suze, deren Freund, ' und damit meine ich nicht (nur) Äußerlichkeiten, sondern die ganze Persönlichkeit der Figuren. Mit den Charakteren im Buch gibt es da nicht mehr so wahnsinnig viele Gemeinsamkeiten.
Außerdem wurden auch einige Elemente aus späteren Büchern der Shopaholic-Reihe mit in den Film gepreßt, die die Filmemacher wohl für am witzigsten hielten. Dadurch wirkt der Film auch oft etwas zu überladen.
Wenn man die Buchvorlage außer acht läßt, hat man hier eine nicht besonders hochwertige, aber für einen Abend ganz unterhaltsame romantische Komödie. Ein zweites Mal ansehen muß man sich den Film aber wirklich nicht.
Fazit: Ganz nett und unterhaltsam, aber einmal sehen reicht. Wer die Bücher liebt, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. DVD-Kauf lohnt sich meines Erachtens so oder so nicht.