Wie jedes Jahr findet sich auch im Oktober 1913 auf Schloss Nettleby eine illustere Jagdgesellschaft zusammen. Sir Randolph Nettleby (brillant gespielt von James Mason!) zweifelt heimlich selber am Sinn dieses blutigen Wochenendsports, macht aber als großzügiger Gastgeber gute Miene zum bösen Spiel.
Trotzdem sinkt das allgemeine Stimmungsbarometer allmählich auf den Tiefpunkt: Ein plötzlich auftauchender Tierschützer (genial John Gielgud!), die immer wieder aufeinander prallenden Gegensätze zwischen dem reichen arroganten Landadel und einer armen, völlig abhängigen Unterschicht, diverse Ehekrisen, melancholische Liebesaffären und die düsteren Zukunftsaussichten auf einen möglichen Krieg und seine absehbaren Folgen für die Upperclass, verderben den Gästen zunehmend die Laune. Schließlich sorgt der schnell eskalierende Wettstreit zwischen zwei besonders ehrgeizigen Jägern für eine Tragödie, die zum Wendepunkt im Leben aller Beteiligten wird.
Die letzte Jagd" bietet einen wunderbar authentischen und zugleich wehmütigen Blick auf eine Ära, die zwar nur für wenige Menschen ein goldenes Zeitalter war, die aber für alle in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs ein allzu abruptes Ende fand. Ein hervorragender Film für Romantiker und Sozialkritiker und ein Augenschmaus für alle Cineasten, die ein Faible für ruhige, aber gehaltvolle historische Filme à la Gosford Park haben.