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Mark Wahlberg ("Three Kings", "Four Brothers") schlittert hier als zurückgezogen mit seinem knuddeligen Wauwau in den Bergen lebender, misstrauischer Ex-Sniper versehentlich in eine Regierungsverschwörung, die ihn zunächst als Berater anheuert, aber eigentlich als Sündenbock für ein erfolgreiches Attentat installiert, dann nicht kalt stellen kann und sich prompt einen ganzen Haufen Ärger einfängt, weil sich Bob Lee Swagger nach erfolgreicher Genesung durch die Reihen der Verschwörer schießt, um an die Hintermänner zu gelangen.
Auch wenn der Stoff ziemlich konventionell ohne großartige Überraschungen von Actionszene zu Actionszene rast, dabei von Verfolgungsjagden über Haus-Erstürmungen bis hin zu obligatorischen Sniper-Duellen immerhin jede Menge Kreativität an den Tag legt, kann man ihm einen effektiven Spannungsbogen nicht absprechen.
Mark Wahlberg, der von Jahr zu Jahr besser schauspielert und unbedingt mehr solcher Angebote annehmen sollte, zeigt in seiner bisher besten Hauptrolle, dass er durchaus Talent als Action-Darsteller besitzt, und sich mit viel Körpereinsatz sowie trockenen Onelinern in den brenzligsten Situationen keinesfalls vor den etablierten Darstellern des Genres zu verstecken braucht.
Mit fast zwei Stunden Laufzeit vielleicht etwas zu lang, dafür allerdings von Kameramann Peter Menzies Jr. ("The 13th Warrior", "Four Brothers") extrem schick photographiert, legt "Shooter" viel Wert auf eine ansprechende Optik. So innovationslos das Geschehen daneben auch abläuft, langweilig wird die Hetzjagd nie.
Das liegt vor allem an Improvisations-Künstler Swagger, der eine perfekt abgerichtete Kampfsau darstellt, die ihre Schusswunden im Notfall eben anhand von handelsüblicher Ware aus dem nächstbesten Supermarkt versorgen kann, über ein stattliches Arsenal verfügt und schnell eine ziemlich sympathische Figur abgibt.
Ein prominenter, gut aufgelegter Supportcast (Danny Glover, Michael Peña, Rhona Mitra, Elias Koteas, Kate Mara), ein für dieses Genre unabdingbarer Härtegrad, eine Vielzahl abwechslungsreicher Locations, sowie sehenswerte Pyrotechnik runden "Shooter" letztlich zu einem absolut überzeugenden Actionthriller ab, der in dieser Form lange Zeit ausgestorben schien. Von diesem Kaliber darf in Zukunft gern mehr kommen. Schade, dass die Einspielergebnisse nicht die selbe Sprache sprechen. Da Swagger einer Roman-Reihe entstammt, wäre das Material für eventuelle Fortsetzungen vorhanden...
Fazit:
Herrlich altmodischer Actionthriller, der den altehrwürdigen Regeln des Genres treu bleibt und in seinem modernen Gewand nichtsdestotrotz einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Antoine Fuqua inszeniert "Shooter" schön saftig, ziemlich spektakulär und mit einem ideal besetzten Hauptdarsteller, der hier vielleicht eine neue Berufung gefunden hat. Kann man als Fan geradliniger Actionthriller bedenkenlos empfehlen, zumal er sein R-Rating zurecht trägt.
--- André K. (Blade Runner)"
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Das Bild: Schon mit der wunderbaren Kamerafahrt zu Beginn ist klar: Hier liegt Referenzmaterial vor. Von Rauschen keine Spur, nicht einmal von der sonst üblichen Körnigkeit ist etwas wahrzunehmen. Die Kanten sind ultrascharf, Details bis zur letzten Pore wahrnehmbar. Gemeinsam mit den leuchtenden Farben und dem tollen Kontrast, der auch in dunklen Szenen keinerlei Durchzeichnung vermissen lässt, kommt ein derart plastisches Bild zustande, man möchte Mark Wahlberg am liebsten eigenhändig den Dreitagebart abrasieren. Verschmutzungen? Dropouts? Zeilenfilmmen? Helligkeitsschwankungen und was es sonst noch alles gibt? Fehlanzeige! Kurz gesagt: Ein Traum von einem Bild.
Der Ton: Der Bitstream-Downmix der Dolby-Digital-Plus-Tonspuren funktioniert wieder bestens: Der Subwoofer brummt gut gelaunt vor sich hin, von vorne klingt es kraftvoll und breit, die Surrounds werden dafür schön differenziert bedient. Direktionale Effekte gibt es zwar nicht massenhaft, dafür (wie des öfteren Hubschrauberrotoren) ordentlich und über die verschiedensten Kanäle verteilt dargestellt. Eine saubere Leistung ohne Grund zu klagen.
Die Extras:
- Audiokommentar von Regisseur Antoine Fuqua: Vor allem jene, die sich fürs Filmemachen an sich interessieren, werden ihre Freude haben. Fuqua, ohnehin ein sehr visueller Regisseur, versteht es, dem Zuhörer anhand der Filmbilder äußerst anschauliche und interessante Interpretationen zu liefern. So werden viele davon überrascht sein, welche - fürs Publikum kaum merkbare - Kleinigkeiten für einen Regisseur eine wichtige Rolle im großen Ganzen spielen. Sicherlich nicht der spannendste Audiokommentar der Filmgeschichte, aber dank seiner Ernsthaftigkeit eine willkommene Abwechslung.
- Making Of (21:40 min., Omu): Schön zusammengestellter Mix aus Interviews, Fotos, Filmausschnitten, Szenen vom Dreh und vor allem auch mitgefilmten Vorbereitungsarbeiten. Ein großer Teil des Making Ofs konzentriert sich auf die Ausbildung Mark Wahlbergs, der von einem echten Scharfschützen der US-Marines trainiert wurde. Desweiteren kommt auch Stephen Hunter, der den zugrundeliegenden Roman "Point of Impact" schrieb, zu Wort und auch die Kameratechnik ist ein Thema. In Summe eine kurzweilige und pointiert informative Angelegenheit.
- Independence Hall (07:08 min.): Featurette über jenes Gebäude, in dem 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung vom Kongress angenommen wurde und Shooter als Drehort diente. Für die historisch Interessierten unter euch.
- Entfernte Szenen: Sieben an der Zahl, von denen es die meisten verständlicherweise nicht in den Film schafften. Trotzdem einen Blick wert.
Fazit: Die mit HD-Kameras gedrehte Doku Bis zum Anfang der Welt - Spurensuche in Afrika mal außen vor gelassen, rotierte noch keine bessere HD-DVD im Redaktionsplayer. Wer den sauber inszenierten, durchaus spannenden Thriller mag, sollte das gute Stück schnellstens ins Regal stellen.
Michael Eminence Reisner