Zur Story: Der ehemalige Polizeichef Thakur Baldev Singh (Sanjeev Kumar) bittet einen seiner ehemaligen Kollegen, zwei Schmalspurganoven für ihn ausfindig zu machen und zu ihm zu schicken. Dabei handelt es sich um Veeru (Dharmendra) und Jai (Amitabh Bachchan), die bei einem Überfall auf einen Zug einmal das Leben von Thakur gerettet haben, statt selbst vor der Haftstrafe zu fliehen. Sie entschieden sich damals, dem verletzten Thakur zu helfen und ins Gefängnis zu gehen.
Nun braucht Thakur die Hilfe der Beiden, denn er braucht zwei Männer, die loyal zu ihrem Wort stehen und den Job ausüben, den er ihnen in Auftrag geben will. Denn Thakur möchte Rache üben an einem der schlimmsten Verbrecher der Gegend: Gabbar Singh (Amjad Khan), auf den bereits ein Kopfgeld von 50 000 Rupien ausgesetzt ist. Veeru und Jai werden schließlich aufgespürt und nach Ramgarh gebracht, dem Heimatdorf, wo Thakur lebt. Er bietet ihnen 20 000 Rupien, wenn sie Gabbar lebend fangen und zu ihm bringen - zusätzlich zu dem 50 000 Rupien hohen Kopfgeld. Zwar haben Veeru und Jai einige Probleme, Thakur zu trauen, doch sie lassen sich auf den Deal ein.
Im Dorf selbst verliebt sich Veeru unsterblich in die hübsche, aber sehr vorlaute Kutscherin Basanti (Hema Malini), die ihm allerdings immer wieder die kalte Schulter zeigt und mit ihm Katz und Maus spielt. Jai, der ruhigere der beiden Freunde, verliebt sich indes in die schöne traurige Witwe Radha (Jaya Badhuri).
Als die Männer von Gabbar Singh zum wiederholten Mal ins Dorf einfallen, um die Dorfbewohner ihres Geldes zu berauben, verteidigen Veeru und Jai das Dorf erfolgreich. Und rufen damit Gabbar Singh auf den Plan. Als er dann mit seinen Männern in das Dorf zurückkehrt, kostet das die beiden Freunde beinahe das Leben. Und als Thakur ihnen nicht hilft, stellen sie ihn zur Rede, da sie einen Vertrauensbruch vermuten. Erst jetzt erzählt ihnen Thakur den Grund, warum er Rache an Gabbar Singh üben will:
Der Rückblick beginnt, als Thakur Gabbar Singh erfolgreich verhaften und einsperren konnte; im Gefängnis schwört ihm Gabbar blutige Rache, wenn er aus dem Gefängnis wieder flieht. Als Thakur sich zur Ruhe setzen und ins Heimatdorf zu seiner Familie zurückkehren will, erwartet ihn eine grausiger Empfang, denn Gabbar hat kaltblütig seine beiden Söhne, seine Schwiegertochter und seinen Enkel getötet. Einzig Radha hat den Überfall überlebt, da sie zur gleichen Zeit zum Tempel gegangen war. Als Thakur daraufhin zum Camp Gabbar's hinreitet und ihn wieder festnehmen will, nimmt ihn Gabbar diesmal gefangen, fesselt ihn und amputiert mit zwei Schwertern Thakur's Arme. Von diesem Zeitpunkt an ist Thakur ein Invalide und möchte nur noch Rache an Gabbar üben. Doch bis diese Rache kommt, soll noch einiges Blut fließen und Veeru und Jai haben allerhand Mühe, den Kampf gegen die Männer Gabbar's allein zu führen....
Ich will nicht alles verraten (schon gar nicht das Ende!), deswegen empfehle ich jedem, sich "Sholay" selbst anzugucken.
Ohnehin ist der Film eine Legende, wenn nicht sogar die "Mutter" aller Bollywoodstreifen. Besonders klassisch ist er dabei nicht: denn der Film erinnert vom Feeling her sehr stark an Filme wie "Spiel mir das Lied vom Tod" - sprich: es handelt sich um einen Western im indischen Gewand. Auch ich war anfangs skeptisch, ob das wirklich funktionieren kann - aber es kann! Und das sogar sehr gut. Was die meisten Leute nicht wissen ist, dass die meisten Filme der 70er Jahre aus Bollywood weit mehr ans westliche Kino angelehnt waren als die modernen Filme. Die Klamotten waren moderner, weniger indisch und nur in einigen Elementen erkennt man überhaupt das "indische" am Film. Bei Sholay hält sich das noch in Grenzen, es war mir weitaus mehr in der Originalversion von "Don" aufgefallen.
Für den Zuschauer des modernen Bollywoodkinos dürfte "Sholay" erstmal gewöhnungsbedürftig sein, denn er ist nicht zu farbenprächtig, wie es manch neuer Film ist. Bunt? Ja sicher, keine Frage, allein die "Holi"-Sequenz ist wie in allen Bollywoodfilmen, die zur Holizeit spielen, eine Explosion an Farben. Aber es geht bei "Sholay" mehr um die Geschichte, um knallharte Action und blutige Rachethemen. Das aber auf hohem Niveau und nicht wie bei manch moderner Bollywood-Thriller-Produktion. Jeder, der sich bis jetzt noch nicht an einen "alten" Bollywoodfilm gewagt hat, sollte sich zumindest mal überlegen, ob er neben der alten "Don"-Version auf "Sholay" zurückgreifen sollte. Der Film hat schöne Bollywoodelemente, gute Tänze und Songs. So ist der Song "Mehbooba" mit einem Gastauftritt von Helen (DEM Bollywood Item-Girl der 70er)versehen, Hema Malini tanzt in einigen Sequenzen ebenfalls hinreißend. Und der Song "Yeh Dosti" dürfte auch den Zuschauern des modernen Bollykinos bekannt vorkommen - immerhin kommt er in fast jedem dritten Film persifliert vor. Und erst, wenn man "Sholay" gesehen hat, versteht man auch den Witz, den manch moderne Bollywood Produktion mit "Yeh Dosti" macht.
Also mich persönlich hat der Film gefesselt! Und nicht umsonst ist "Sholay" der erfolgreichste Film aller Zeiten. Eins muss ich allerdings anmerken: ein wenig "Trash" ist "Sholay" schon... andererseits sind a) alle Filme der 70er Jahre trashig und leicht billig in der Wirkung und b) sogar die neuen Filme haben für mich mehr oder weniger "Trash"-Wert. Dass der Film von einigen Kritiken der damaligen Zeit als"unausgegoren" oder "Flop" bezeichnet wurde, kann ich indes nicht nachvollziehen. Ich hab mich köstlich amüsiert - und das über drei Stunden lang! DAS müssen manche zwei Stunden Filme erstmal erreichen ;-)