Stern
Schön, dass es noch Gewissheiten gibt!Immer wenn es irgendwo im Radio, in einem Tanzlokal oder auf einem öffentlichen Klo wummert und beatet und hiphopt und eine verzerrte Stimme rhythmisch "Yeah!" aus dem Hintergrund kräht, dann wissen wir: Da isser wieder, der Timbaland!
Was hat sich dieser Mann um die Musik des neuen Jahrtausends verdient gemacht! Besser: Was hat er an dieser Musik verdient! Denn in Amerika gilt: Ein Mann muss ein Haus bauen, einen Sohn zeugen, einen Apfelbaum pflanzen und sich von Timbaland mindestens einen Song (besser noch ein ganzes Album) produzieren lassen. Für Frauen gilt dasselbe minus Haus, Sohn, Baum. So ist alles, was sich nicht heftig genug wehren kann, akut timbalandverseucht: Nelly Furtado, Justin Timberlake, Missy Elliott, Jay- Z, Brandy, Lil` Kim, The Pussycat Dolls (...). Selbst Björk hat sich anstecken lassen. Und nun timbalanded der Meister persönlich. Oha! Es klingt vertraut! Angeblich war Timbaland einst vom eintönigen Achtziger-Pop genervt. Jetzt gleicht er selbst "Stock, Aitken, Waterman", und seine Produkte gleichen deutschen Fußgängerzonen: Kennste eine, kennste alle.
Was hat sich dieser Mann um die Musik des neuen Jahrtausends verdient gemacht! Besser: Was hat er an dieser Musik verdient! Denn in Amerika gilt: Ein Mann muss ein Haus bauen, einen Sohn zeugen, einen Apfelbaum pflanzen und sich von Timbaland mindestens einen Song (besser noch ein ganzes Album) produzieren lassen. Für Frauen gilt dasselbe minus Haus, Sohn, Baum. So ist alles, was sich nicht heftig genug wehren kann, akut timbalandverseucht: Nelly Furtado, Justin Timberlake, Missy Elliott, Jay- Z, Brandy, Lil` Kim, The Pussycat Dolls (...). Selbst Björk hat sich anstecken lassen. Und nun timbalanded der Meister persönlich. Oha! Es klingt vertraut! Angeblich war Timbaland einst vom eintönigen Achtziger-Pop genervt. Jetzt gleicht er selbst "Stock, Aitken, Waterman", und seine Produkte gleichen deutschen Fußgängerzonen: Kennste eine, kennste alle.
--Tobias Schmitz
kulturnews.de
Was König Midas berührte, wurde zu Gold. Timbaland geht es nicht anders. Ganze Alben für Justin Timberlake und Nelly Furtado, Hits für unzählige Andere - unter den US-HipHop- und R'n'B-Produzenten ist Timothy Z. Mosley momentan King. Wird der Erfolg schon ungenießbar? Gerade soll er ja beim neuen JLo-Album mitmischen, und das ist im besten Fall wahllos. Die Gästeliste auf seinem eigenen Album liest sich ähnlich: zusammengewürfelt nach dem Prinzip the bigger the better. So taucht neben HipHop-Bänken wie Dr. Dre, Missy Elliott und 50 Cent sowie den bereits zum Inventar gehörenden Timberlake und Furtado auch R'n'B-Hottie Nicole Scherzinger auf. Dabei kommen ein paar ziemlich gute und einige mittelmäßige HipHop-Tracks rum. Fallout Boy schneidert Timbaland einen anständigen Rocksong auf den Leib, The Hives tendieren mit Rapkorsett eher zu ödem NuMetal, und die Newcomer One Republic könnten mit der Schnulznummer "Apologize" eine ernsthafte Rockkarriere schon vorm Debüt im Keim erstickt haben. Der Gipfel des selbstbeweihräuchernden Namedroppings ist es aber, sich Elton John für einen total überflüssigen Track als Pianisten zu engagieren und dann rumzubollern: "Me and Elton John, don't it sound good to you, don't you agree?" Schade, wenn HipHopper nicht begreifen, dass weniger manchmal mehr wäre. (kab)
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