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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Düstre Wolken ziehen auf..., 4. Juni 2009
Was WFAHM hier bieten schlägt den Vorgänger auf jeden Fall. Man muss aber einestehen, dass dieses Album nicht viel mit dem Vorgänger Transmetropolitan gemeinsam hat. Hat mich dieser aufgrund seiner genial abgedrehten Arrangements und Ideen einfach nur aus den Socken gehauen, gab es doch kleine Probleme, die ich mit ihm hatte, zum Beispiel gefiel mir persönlich die Anordnung der Songs nicht (Ich hätte u.A. Mulder an das Ende des Albums gesetzt).
Nun seis drum, was hier zählt ist das neue Album, und dass ist durch und durch genial. Man muss sagen, das die Ernsthaftigkeit, die hier zu finden ist, den Berlinern wirklich gut zu Gesicht steht. Einen guten Teil hiervon steuert der neue Shouter Nico Webers (von "The Ocean"!!!) bei. Wer das (manchmal schon zwangs-) lustige Element von Transmetropolitan mag und auch hier erwartet, könnte eventuell Probleme mit diesem Album haben. Denn hier findet man viel eher ernsthafte Sozialkritik, die meiner Meinung nach wirklich schön ist.
Nun aber zum musikalischen Aspekt des Albums. Denn hier kann man auch eine ziemliche veränderung finden, da auf diesem Album etwas fokussierter zu Werke gegangen wird. Man versucht eher mit der feinen Klinge als mit dem Vorschlaghammer zu Arbeiten. Versteht mich aber nicht falsch. Wer hier nach zart komponierten Progmetal sucht bekommt einen extremen Schlag in das Gesicht! Der Grundbaustein dieses Albums ist noch immer derber Hard- bis Grindcore, der mit Mathcore und Jazz liebäugelt. Es sind hier anspruchsvoll chaotische Lieder zu finden, die jedoch nie wahllos zusammengewürfelt wirken, sondern immer logisch (sofern in diesem Genre möglich) verbunden sind. Auch die Jazzanleihen können auf diesem Album besser überzeugen, als am Vorgänger.
Man kann unter den einzelnen Songs nicht viele hervorheben, da sie einfach zu wandelfähig sind. Um zwei Beispiele zu nennen müssen "The Certain Nothing" (genialer Jazzpart) und "Scully" (Fortsetzung von (Überraschung!) Mulder) herhalten. The Certain Nothing beginnt zum Beispiel mit einem extremen Gitarrenpart und wilden Shouts, um nach einer Minute in einen Jazzteil abzudriften und sich dann mittels Shouts und Schlagzeug wieder in Richtung Metal zu bewegen. Danach folgt ein Break, nach dem man wieder in einen wunderbaren Jazzteil abdriftet, der bis zum Schluss andauert... Geil. Dann noch Scully. Ein Monster von einem Song. Zähes Riffing mischt sich mit einem Schlagzeug, das Anfangs beinahe Marschmäsig daherkommt, sich aber im Verlauf zu einem richtig treibenden Element entwickelt. Auch der Gesang von Sänger Nico ist wunderbar düster. Zwischenzeitlich stürtzt man in ein tiefes Loch in dem es stockdunkel ist und man sich verzweifelt, weil man an den Wänden keinen halt findet um wieder an das Tageslicht zu kommen. Dieser Song mit seiner düsteren Atmosphäre ist Kopfkino im ganz großen Stil.
Was weiters auffällt ist die Produktion, die sowohl wunderbar räudig und druckvoll als auch klar ist. So kann man zum Beispiel bei einem Gitarrenslide in "The Certain Nothing" das Anschlagen der Saiten an den einzelnen Bünden sehr deutlich hören.
Dieses Album ist eine Steigerung zum Vorgänger die ich nicht unbedingt erwartet habe. Aber an dieser Stelle sehe ich es nochmals als meine Pflicht zu erwähnen, dass hier kein "Transmetropolitan 2" vorliegt, sondern eine ernste Math-Scheibe, die eine schöne Hardcorekante hat und immer wieder mit kreativen Ideen aufwartet, auch wenn keine Ideen wie etwa Maschienengewehrsamples meht enthalten sind. Würde auch gar nicht passen. Danke an die Herren aus Berlin.
Nun ein Danke an alle, die sich durch meine Rezension hindurchgequält haben. Sie ist zwar lang, aber man versteht es wenn man selbst schon vom "Schwarm" mitgerissen wurde.
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