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Shoah [Französisch] [Gebundene Ausgabe]

Claude Lanzmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
  • Verlag: FAYARD (12. Juni 1985)
  • Sprache: Französisch
  • ISBN-10: 2213016127
  • ISBN-13: 978-2213016122
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Videokassette
"Einen ewigen Namen
will ich ihnen geben,
der nicht vergehen soll."
Jesaja 56, 5

Shoah, das ist jener unvergängliche Name. Der Begriff stammt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie "Vernichtung" oder "Auslöschung". Bei Juden in aller Welt ist dieses Wort zum Synonym für den Holocaust, das größte Verbrechen der Menschheit geworden.
Mit "Shoah" betitelte auch der französische Filmemacher Claude Lanzmann 1985 seinen über 9-stündigen, berühmten Dokumentarfilm über die Todesmaschinerie der Nazis und eben jenen Aspekt der "Unvergänglichkeit", der "Unsterblichkeit" darf wohl kein Film so für sich in Anspruch nehmen, wie "Shoah".
Lanzmanns Opus Magnum ist ohne gleichen im schwierigen Genre des Holocaust-Films; es ist der Film, der gemacht werden mußte, als die letzten Zeugen des Grauens noch am Leben waren. Gezielt verzichtet der Regisseur auf jegliches Archiv- oder gar Rekonstruktionsmaterial; auch der Einsatz von Musik ist ihm völlig fremd.

Nein, Lanzmanns Film benötigt keine zusätzliche Dramatisierung wie etwa die von dem inzwischen 77jährigen Franzosen verhaßten Filme "Schindler's List" oder "The Last Days": Er läßt lediglich die Erinnerungen für sich sprechen, führt über neun Stunden lang Interviews mit Opfern, Tätern (häufig mit versteckter Kamera) und Zeugen, läßt seine Kameras immer wieder über die Orte und Überreste des Grauens fahren - Auschwitz, Treblinka, Sobibor.
Die Gespräche, die er führt und vor allem, die Fragen, die er stellt, sind von quälender Intensität. Lanzmann ist kein objektiver Beobachter. Er will, daß der Zuschauer sich in jeder Form an der Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung beteiligt; er drängt viele seiner Interviewpartner dazu, daß auszusprechen, was so grausam ist, daß jeder nur versucht, es so schnell wie möglich zu verdrängen.

Aber genau hier wird die Intention des Werkes deutlich. In jenen Szenen, in denen er etwa einen jüdischen Friseur, der den nackten Frauen und Kindern bereits in der Gaskammer noch die Haare schneiden mußte, auch dann noch zum Weitersprechen antreibt, als dieser ihn eindringlichst bittet, aufzuhören, oder dann, wenn er mit einem in den Tagen des Holocausts in den Krematorien arbeitenden Häftling spricht, der beschreibt, wie er die Sinnlosigkeit seines Lebens erkannte, als er seine eigenen Landsleute in die Gaskammer gehen sah. Unter Tränen fleht jener Lanzmann an dieser Stelle an, doch die Kamera auszuschalten - aber Lanzmann läßt seine Kamera statisch und gnadenlos auf dem Gesicht des Interviewten.

"Shoah" zeigt, was gezeigt werden mußte - bedingungslos, beklemmend und wahrhaftig. Immer wieder macht Lanzmann seinen Gesprächspartnern klar, wie immens wichtig es ist, daß sie alles so detailgetreu wie nur irgendmöglich wiedergeben, so schmerzhaft dies für sie auch sein mag.
Aber genau hierdurch involviert er auch den Zuschauer in die Konfrontation mit der furchtbarsten Wahrheit und jener kompromißlose Wille zur Darstellung dieser entsetzlichen Wirklichkeit hebt "Shoah" weit über alle anderen Filme dieser Art hinaus.

Ein Zeitdokument von unschätzbarem Wert!

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Shaun TOP 500 REZENSENT
Format:Videokassette
Nachdem ich die Untertitel dieses 1985 veröffentlichten Films bereits vor langen Jahren als Buchveröffentlichung gelesen hatte, sah ich mir jetzt den noch viel wichtigeren ca. 9-stündigen Film Lanzmanns an. In ihm hat der französische Regisseur in während nahezu einem Jahrzehnt durchgeführten Interviews mit Tätern und Opfern des Holocaust und parallel eingeblendeten Szenen der Orte des umfassenden Verbrechens einen sehr wichtigen Beitrag zum Erinnern geleistet.
Er beginnt mit dem erinnernden Gesang des gealterten Simon Srebnik, jenes vormals 13-jährigen Jungen, der gezwungen wurde, der Verscharrung seiner in den LKW vergasten Eltern in Chelmno zuzusehen und bei der weiteren „Abwicklung“ dieser Todesmaschinerie mitzuhelfen. Franz Suchomel, SS-Unterscharführer, berichtet – heimlich gefilmt - ausführlich über die Geschehnisse in Treblinka. Joseph Oberhauser, heute Gastwirt, war ebenfalls verstrickt in die Ermordung unzähliger Juden, Lanzmann sucht ihn in seiner Gaststätte auf und konfrontiert ihn mit Bildern seiner SS-Kameraden, immer streng die Kamera auf sein Gesicht gerichtet. Raul Hilberg, der am umfassendsten über „die Vernichtung der europäischen Juden“ geforscht hat, erläutert an konkreten kleinen Dokumenten wie etwa einem Fahrplan der Reichsbahn, wie minutiös und penibel alles durchgeplant - und mit dem jüdischen Vermögen auch finanziert war bei den Deportationszügen in die KZ’s. Die Montage der Szenen und Interviews ist dabei sehr geschickt gelungen, Lanzmann bleibt an den jeweiligen Orten, bildet sie beispielsweise im Winter ab, um die Kälte nachzuempfinden, die die bereits entkleideten Frauen beim Warten vor der Gaskammer erleiden mussten, und lässt verschiedene Zeugen nacheinander ihre jeweilige Geschichte zu diesem Ort erzählen. Er beharrt dabei immer wieder in drängenden Nachfragen auf dem möglichst genauen Schildern der Wahrheit, in dem Bewusstsein, dass es diese Augenzeugen nur noch kurze Zeit geben wird, bevor mit ihrem Tod die Erinnerung an den Holocaust verloren gehen könnte.
Ein unvergleichliches Zeitzeugnis ist auf diese Weise entstanden, dass jedem anzusehen empfohlen ist, und für welches Lanzmann vielfach ausgezeichnet wurde.
Hier noch die Liste der Interviewten: Simon Srebnik (Überlebender der zweiten Vernichtungsphase von Chelmno); Mordechai Podchlebnik (Überlebender der ersten Vernichtungsphase von Chelmno); Hanna Zaidl (Tochter von Motke Zaidl); Motke Zaidl (Überlebender von Wilna); Itzhak Dugin (Überlebender von Wilna); Jan Piwonski (Einwohner von Sobibor, Hilfsweichensteller); Richard Glazer (Überlebender von Treblinka); Paula Biren (Überlebende von Auschwitz); Pana Pietyra (Einwohnerin von Auschwitz); Pan Filipowicz (Bewohner von Wlodowa. Zeuge der Deportation der Juden von Wlodowa); Pan Falborski (Einwohner von Kolo); Abraham Bomba (Friseur in der Gaskammer von Treblinka); Czeslaw Borowi (Polnischer Bauer); Henrik Gawkowski (Polnischer Lokführer); Rudolf Vrba (Mitglied der Widerstandsbewegung); Inge Deutschkron (Lebte während des ganzen Krieges in Verstecken in Berlin); Franz Suchomel (SS-Unterscharführer; ab August 1942 Wächter in Treblinka); Filip Müller (Überlebender der fünf Liquidierungen des Sonderkommandos von Auschwitz); Joseph Oberhauser (Fahrer von Globocznik, des Leiters der Aktion Reinhard); Alfred Spiess (Oberstaatsanwalt, Vertreter der Anklage in beiden Treblinka-Prozessen); Raul Hilberg (Historiker, USA); Franz Schalling (Mitglied der Schutzpolizei, Chelmno - "Schloßkommando"); Martha Michelsohn (Ehefrau des Nazi-Lehrers von Chelmno); Moshe Mordo (Überlebender von Auschwitz); Armando Aaron (Vorstehender d jüd. Gemeinde von Korfu; Überlebender von Auschwitz); Walter Stier (Generaldirektion der Ostbahn/Deutsche Reichsbahn in Krakau; Gedob in Warschau); Ruth Elias (Überlebende des tschechischen Familienlagers in Auschwitz); Jan Karski (Ehemaliger Kurier der polnischen Exilregierung); Franz Grassler (Stellvertreter des Nazi-Kommissars Auerswald für das Warschauer Ghetto); Gertrude Schneider (mit ihrer Mutter. Überlebende des Warschauer Ghettos); Itzhak Zuckermann (Überlebender des Warschauer Ghettos, 2. Befehlshaber der jüdischen Kampforganisation); Simha Rottem (Überlebender des Warschauer Ghettos, Mitglied der JKO). (17.02.06)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Warum nicht auf DVD ? 22. Februar 2007
Format:Videokassette
Warum wird dieser film eigentlich nicht auf dvd geführt ? gut als uk-import, aber wäre es nicht auch wirklich wichtig diesen film auf deutsch und dvd zu veröffentlichen ?

...jeder zweitklassige hollywood "blockbuster" wird in jede erdenkliche sprache übersetzt, aber bei einem werk von solcher wichtigkeit gibts nur den englischsprachigen import bzw. eine videokassete...

..nur ja nicht den jungen menschen - die großteils keinen videorec. mehr haben - zugänglich machen, oder wie soll ich das verstehen ???
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