Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 24,11

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Die Shoah. Überlebenskampf und Vernichtung der europäischen Juden
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Die Shoah. Überlebenskampf und Vernichtung der europäischen Juden [Gebundene Ausgabe]

Leni Yahil


Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Unbekannter Einband --  

Hinweise und Aktionen

  • Valentinstags-Special: Zusätzlich zu Ihrem Amazon-Einkauf jetzt das Album Classical Music from Romantic Movies für nur 1 EUR herunterladen. Alle Infos zur Aktion.


Produktinformation


Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Ein grosses Unheil

Leni Yahils Darstellung der Shoah

«Die Shoah». Während bei anderen Büchern das Wort «Endlösung» zu erkennen gibt, dass im Vordergrund der Darstellung die Täter stehen, in deren Perspektive es eine «Judenfrage» gab, die «gelöst» werden musste, oder der aus der religiösen Opfersphäre stammende Begriff «Holocaust» das Geschehene zu umreissen versucht, bezeichnet das hebräische «ha-Sho'ah» in der Bibel «grosses Unheil», «Untergang». Ein Buch mit diesem Titel schreibt die Geschichte der Opfer, die Geschichte des Leidens und des Widerstands der europäischen Juden, denen die Nationalsozialisten die Vernichtung als Schicksal bestimmt hatten. Leni Yahil, 1912 in Düsseldorf geboren, gehörte als aktives Mitglied der zionistischen Jugendbewegung an. Die Machtübernahme der Nazis bedeutete für sie den letzten Anstoss, Deutschland 1934 zu verlassen und einen neuen jüdischen Staat in Palästina mit aufbauen zu helfen. Sie war lange Jahre Professorin für jüdische Geschichte an der Universität von Haifa, schrieb zahlreiche wichtige Werke zu Antisemitismus und Verfolgung der Juden. «Shoah», 1987 auf hebräisch, 1990 in Englisch erschienen und jetzt endlich als deutsche Ausgabe vorliegend, stellt zweifellos ihr Hauptwerk dar, die Summe ihrer wissenschaftlichen Arbeit, für die sie in Israel angesehene akademische Preise erhielt.

Gesamtdarstellung

Es bleibt eine erstaunliche Tatsache, dass zum Mord an den europäischen Juden, diesem zentralen Geschehen des 20. Jahrhunderts, zwar zahlreiche Einzeluntersuchungen existieren, aber nur wenige Gesamtdarstellungen. Und es scheint mitunter so, als wählten manche Autoren den Blickwinkel der Täter, weil sie von ihm eine zwar fürchterliche, aber zumindest doch eine Absicht, ein Motiv, eine Ordnung, und sei es allein die der bösen Tat, erhoffen. Um wieviel grösser ist daher das Wagnis, das Leni Yahil eingegangen ist, die Geschichte der Opfer zu schreiben, die Shoah als ein Ereignis zu schildern, das, so Yahil, «wie eine glühende Lava über die europäischen Juden hereinbrach und ihre Welt begrub». Die Katastrophe sprengte alle Dimensionen der leidvollen Erfahrung, die Juden in Europa in den vorangegangenen Jahrhunderten machen mussten. Selbst in Israel brauchte es fast zwei Jahrzehnte, bis die Generation der Überlebenden den Schock überwunden hatte und sich der Erforschung des nationalsozialistischen Judenmords zuwenden konnte.

Ihr Buch, neben Raul Hilbergs berühmter Studie sicher die bedeutendste Gesamtdarstellung des Holocaust, schildert auch, und sehr prononciert, den Antisemitismus, die Pläne, Entschlüsse und Morde der Täter. Yahils Hauptaugenmerk gilt jedoch vor allem den Juden, ihrem Erstaunen und Entsetzen, ihrem lähmenden Unglauben, dass das Volk von Kant und Goethe einer solchen Barbarei fähig sei, aber auch dem Widerstand und den ebenso verzweifelten wie heroischen Rettungsbemühungen von jüdischen und nichtjüdischen Menschen, die Opfer vor dem drohenden Tod zu bewahren. Yahils Buch ist chronologisch aufgebaut, beginnt mit den Anfängen der Judenverfolgung während des Aufstiegs und der Machtübernahme der Nationalsozialisten, zeichnet die mörderische Verschärfung der Repression mit dem Beginn des Krieges gegen Polen nach, gibt dann der Schilderung der Shoah 1941 bis 1944, unterteilt nach den Ländern Europas, breiten Raum und widmet den Rettungsversuchen einen umfangreichen Schlussteil. Doch durchbricht sie die Chronologie immer wieder, nicht stets zum Vorteil der Übersicht, da der Leser oftmals zurückblättern muss, um den Anschluss oder die Vorgeschichte zu finden.

Aber die häufigen Exkurse bilden im Strom der Darstellung grössere Inseln, auf denen zu verweilen lohnt. Gerade weil Leni Yahil sich in einem hohen Mass auf die jüdischen Quellen, die Berichte und Aufzeichnungen der Überlebenden stützt, die bis heute, da in Jiddisch oder Hebräisch geschrieben, von der internationalen Holocaust-Forschung kaum genutzt werden, ist sie in der Lage, in dichten Fallstudien die Geschichte eines Dorfes, eines Ghettos in oftmals beklemmender Weise zu erhellen. Piotrków zum Beispiel, eine kleine polnische Stadt im Bezirk Radom. Die jüdische Gemeinde war vierhundert Jahre alt und zählte 11 400 Menschen, das war 1931 ein knappes Viertel der Gesamteinwohnerschaft. Obwohl die Juden von Piotrków auf eine lange Tradition zurückblicken konnten und der jüdisch-sozialistische «Bund» sogar im Stadtrat vertreten war, erlebten sie bereits seit Mitte der dreissiger Jahre verstärkt antisemitische Feindseligkeiten seitens der Polen. Als die Wehrmacht am 5. September 1939 die Stadt eroberte, wurden sofort zwanzig Juden erschossen. Tags darauf steckten die Deutschen einen Teil des jüdischen Viertels in Brand und beschossen die Menschen, die sich aus den Flammen retten wollten. Am 8. Oktober erging der Erlass, ein Ghetto zu errichten.

Ein Judenrat wurde per Dekret geschaffen, der die immer gierigeren Geldforderungen der Deutschen erfüllen musste. In den ersten drei Besatzungsmonaten plünderten Deutsche wie Polen hemmungslos jüdische Läden, Warenlager, Wohnungen. Trotz diesen fürchterlichen Umständen bemühte sich der Judenrat, die Verhältnisse zu erleichtern, kümmerte sich um Unterkunft, Kleidung, Nahrungsmittel, versuchte, mit einzelnen Deutschen, die der Nazipolitik ablehnend gegenüberstanden, Arrangements zu treffen, die den Juden halfen. Anfangs gelang es ihm, dass die zur Zwangsarbeit eingeteilten Juden vornehmlich in Lager in der Nähe der Stadt geschickt wurden. Als später deutlich wurde, dass diejenigen, die in den Bezirk Lublin verschleppt werden sollten, der Tod erwartete, bemühte sich der Judenrat zum Teil sogar mit Erfolg, eine Anzahl von ihnen freizukaufen.

Das Gesicht der Opfer

Durch solche Schilderungen gewinnen die Opfer ihr Gesicht zurück. In den Augen der Täter waren sie eine amorphe Masse, die es zu vertreiben, später zu vernichten galt. Die meisten der Photos von Erschiessungen, Exekutionen, die wir kennen, sind eben durch diesen Blick bestimmt. Sie zeigen geschlagene, entwürdigte, gehetzte und im Tod noch erniedrigte Kreaturen. Yahil gibt diesen Opfern ihre Würde zurück, schildert sie als Menschen, die, selbst wenn sie im tödlichen Irrtum verharrten, die Heimsuchung sei nur vorübergehend und sie könnten den Sturm überstehen, dennoch hofften, anderen halfen, die Not zu lindern versuchten und den Mut nicht sinken liessen. Dass sie nicht glauben mochten, was die Nazis mit ihnen vorhatten, machte sie keineswegs zu Schafen, die sich willenlos zur Schlachtbank führen liessen. Selbst in den Vernichtungslagern, in denen jeder Widerstand vergebens war, erhoben sich jüdische Häftlingskommandos, töteten ihre Peiniger und zerstörten die Gaskammern. Ist solcher Widerstand deshalb geringzuschätzen, weil trotzdem Millionen von Juden ermordet wurden? Können Verrat und Niedertracht, die gleichfalls in den Ghettos herrschten, die Anstrengungen der Anteilnahme und Hilfe schmälern?

Die Shoah, die Katastrophe, konnten die Gerechten nicht aufhalten – und es ist erschreckend zu sehen, wie allein gelassen die europäischen Juden waren, wie sich die Alliierten nicht einmal entschliessen konnten, die Bahnstrecke nach Auschwitz zu bombardieren, um wenigstens 1944 den Tod der vierhunderttausend ungarischen Juden zu verhindern. Aber die Versuche, zumindest einige Juden zu retten und im Untergang nicht zu verzweifeln, haben die Nazis Lügen gestraft. Leni Yahils grosse Leidensgeschichte des jüdischen Volkes während der kurzen Zeit von zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft in Europa zeigt, zu welchen Verbrechen Menschen imstande sind – und gibt doch zugleich Hoffnung.

Michael Wildt

Kurzbeschreibung

Leni Yahil wurde 1912 in Düsseldorf geboren und wanderte als überzeugte Zionistin 1934 nach Palästina aus. In ihrer monumentalen Geschichte der Shoah gibt sie eine Gesamtübersicht über den Verlauf der nationalsozialistischen Judenverfolgung, die mit Hitlers Machtergreifung einsetzte und dann stufenweise bis zur "Endlösung" führte. "Leni Yahil ist die erste, die sowohl die Täter wie auch die Opfer, die Juden, als Handelnde darstellt, die sich wechselseitig beeinflußten. Darin liegt die grundlegende Originalität dieses großartigen Werks." (Eberhard Jäckel in seinem Geleitwort.)

Tags

 (Was ist das?)
Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte.
 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen


Noch keine Kundenrezensionen vorhanden.
Videorezensionen
Videorezensionen
Drehen Sie mit Ihrer Webcam Ihre eigene Video-Rezension zu diesem Artikel und laden Sie sie bei Amazon.de hoch.



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:







Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar