Vor zwanzig Jahren stürzte sich Abby Chastains Mutter in einer Nervenheilanstalt vor den Augen ihrer Familie in den Tod. Die Fotografin hat dieses Trauma bis heute nicht vollständig verwunden. Es ist neben ihrer gescheiterten Ehe ein Grund, warum sie New Orleans verlassen will. Bei ihren Umzugsplänen ereilt sie die Nachricht, dass ihr Exmann, mit dem sie kurz vorher eine heftige Auseinandersetzung hatte, Opfer eines bizarren Doppelmords geworden ist. Abby wird routinemäßig von der Polizei überprüft und macht so die Bekanntschaft von Detective Reuben Montoya. Der hat bald alle Hände voll damit zu tun, einen Serienmörder zu ergreifen, denn weitere scheinbar merkwürdig zusammengewürfelte Pärchen werden grausam gerichtet. Abby hingegen ist damit beschäftigt herauszufinden, ob ihre Erinnerungen an den Selbstmord ihrer Mutter sie trügen. Das bringt sie in tödliche Gefahr.
Wie der Titel es ankündigt, lässt "Shiver" einen stellenweise vor Angst zittern. Lisa Jackson setzt neben psychologischer Furchteinflößung auch stark auf brachiale Gewalt, um im vierten Band der lose zusammenhängenden New-Orleans-Reihe zu schocken. Während Abby lange Zeit unbedarft ins unvermeidliche Verderben rennt, sind die Leser ihr einen kleinen Schritt voraus. Der Täter teilt mit ihnen einige Informationen bezüglich seiner Vorhaben, gibt aber nicht seine ganzen Geheimnisse preis. Während dieser Teil der Handlung gut funktioniert, kann die Liebesgeschichte so gar nicht begeistern. Zwischen Abby und Reuben, der bis zum Ende blass bleibt, ist überhaupt keine Chemie zu spüren. Die Autorin hätte gut daran getan, auf das unmotivierte Zusammenkommen zu verzichten, und sich stattdessen auf den raffinierten Thriller zu konzentrieren. (TD)