Gekauft habe ich das Buch, weil Storl sehr originell und eigenständig, unreflektiert von Schulwissen und Massenmedien, schreibt und hier und den aufmerksamen Leser mit manch einer Erkenntnis beschenkt. Ich wollte einen Vergleich machen: Auf der einen Seite hatte ich das Christentum, dass sich für einzigartig hält und (leider?) sehr erfolgreich war/ist. Was hätte man dem entgegensetzen können? Der Hinduismus der Inder als älteste, vielseitige und schillernde Religion, bietet sich hier am besten an.
Ich habe das Neue Testament parallel zu Storl's Shiva gelesen. Bald schon war die Bibel und die ewige (und, Verzeihung, doch so lächerliche) Vater-Sohn-Sünde-Einöde beiseite gelegt. Man möchte eintauchen in diese farbenfrohe tausendarmige Welt welche sich da einem auftut. - Ich denke unser Verständnis für Religion und Kultur ist noch sehr lückenhaft. Da gibt es Abgründe zu entdecken...
Stellenweise wirkt das Buch, vielleicht gewohlt, etwas zu bunt und wirr. Aber es ist wie der Hinduismus selbst; Vielseitig, und für jeden scheint etwas dabei zu sein. Besonders spannend fand ich das Kapitel "Shiva der Teufel" über den Dualismus der Zarathusträer, da ich den Ursprung (unseres) Monotheismus in Ägypten und bei Echnaton lokalisiert hatte. Die Vorstellung musste ich revidieren.