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Shining [Blu-ray]

Jack Nicholson , Shelley Duvall , Stanley Kubrick , Stephen (Buch) King    Freigegeben ab 16 Jahren   Blu-ray
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (166 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, Scatman Crothers, Philip Stone
  • Regisseur(e): Stanley Kubrick, Stephen (Buch) King
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch, Schwedisch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Warner Home Video - DVD
  • Erscheinungstermin: 6. Dezember 2007
  • Produktionsjahr: 1980
  • Spieldauer: 119 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (166 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000XCD0O8
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.128 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der einsiedlerische Perfektionist Stanley Kubrick war vielleicht nicht sonderlich produktiv (er führte zwischen 1975 und 1999 lediglich bei drei Filmen Regie), aber seine Filme verstehen es, in das Bewusstsein der Öffentlichkeit vorzudringen. Im Falle von Shining aus dem Jahre 1980 ist es klar ersichtlich, dass Kubricks Film mehr kulturelle Resonanz hervorgerufen hat als Stephen Kings Bestseller, auf dem er basiert. Das Bild von Jack Nicholson, der sich mit einer Axt den Weg durch eine splitternde Tür bahnt und dabei "Hiiiiiiier ist Johnny!" brüllt, stellt nach wie vor einen der bemerkenswertesten Höhepunkte des Horrorkinos dar. Eine Miniserie aus dem Jahre 1997 folgte Kings Vorlage genauer, aber sie verblasst gegenüber den schaurigen Aspekten von Kubricks Interpretation.

Es handelt sich hierbei um eine grandiose Geschichte über ein Spukhaus, in der Nicholson seine Frau (Shelley Duvall) und seinen jungen Sohn zum abgelegenen Overlook Hotel bringt, wo er zwischen den Saisonzeiten als Hausmeister arbeiten will. Hier erleidet er einen psychologischen Zusammenbruch, der nicht nur auf einen Hüttenkoller zurückzuführen ist. Das Hotel besitzt eine gewalterfüllte Vergangenheit, die sich noch immer auf das Gebäude auswirkt, und während der junge Danny (Danny Lloyd) durch seine hellseherische Gabe namens "Shining" dieses erschreckende Erbe erkennt, verliert sich sein Vater in einem Zustand von mörderischer Psychose.

Kubrick vermeidet die Tradition billiger Schockeffekte der 80er-Jahre-Horrorfilme und entscheidet sich stattdessen für eine Studie über geistigen Verfall und den zeitlosen Mordimpuls - die technischen Innovationen des Films (darunter das sehr eindrucksvolle Bühnenbild und der bahnbrechende Einsatz der Steadycam) liefern eine zunehmend beunruhigende Verbindung von vergangenem und gegenwärtigem Schrecken. Es handelt sich bei dem Film eher um einen intellektuellen Horrorfilm als einen konventionellen Schocker, jedoch besitzt er noch immer eine verstörende Wirkung, und als sich der lächelnde Jack Nicholson in einen höhnisch grinsenden Killer verwandelt, reiht sich dieser somit in Kubricks Verbrecheralbum erinnerungswürdiger Filmbösewichte ein. --Jeff Shannon

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kubricks Version von Stephen Kings Shining! Ein Klassiker!, 7. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Shining (DVD)
Vorab:

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Auch wenn diese Filmadaption dem Autor des Originalbuches nicht zusagte, so ist es doch ein eindrucksvolles Filmdokument, das dem Zuschauer die handwerkliche Raffinesse von Kubrick und Nicholson vor Augen führt. Die Korrekturen zum Originalbuch von Stephen King bewegen sich meiner Meinung nach nur im kosmetischen Bereich. Alles in Allem ein gelungener Horrorfilm für die breiten Massen, auf einem homogenen Niveau was Drehbuch, Schauspieler und Regisseur anbelangt.

Zur Story:

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Das pittoreske Overlook-Hotel ist hoch in den Bergen von Colorado gelegen und wird wie jedes Jahr den Winter über geschlossen, da die klimatischen Bedingungen und die enormen Schneefälle einen Betrieb nahezu unmöglich machen. Nur der für die Betreuung des Gebäudes als Hausmeister engagierte, mäßig erfolgreiche Schriftsteller Jack Torrance (Jack Nicholson in seiner Paraderolle als neurotischer Bösewicht) und seine Familie bleiben (gespielt von Shelly Duvall und Danny Lloyd) in dem Hotel zurück, eingeschneit und abgeschlossen von der Außenwelt. Jack erhofft sich von der völligen Isolation eine Beflügelung seiner kreativen Kräfte und ahnt daher nicht, was es mit dem Hotel auf sich haben könnte. Auch die Warnungen des Direktors, schlägt er unüberlegt aus, da er sich von der Anstellung mehr zu erhoffen scheint, als diese letztendlich wirklich zu bieten scheint. Die nötige Ruhe jedenfalls, die für sein literarisches Schaffen nötig gewesen wäre, findet Jack nicht dort oben in den Bergen. Etwas anderes lauert dort schon seit Langem auf einsame, labile Charaktere.

Zu Beginn des Filmes legt ein Dialog zwischen Torrances Sohn und einem Hotelangestellten (Dick Halloran, gespielt von Scattman Crothers, bekannt aus Einer flog über das Kuckucksnest) nahe, dass Jack Torrances Sohn übersinnlich begabt ist. Der besagte Hotelangestellte hat nämlich dieselben mentalen Kräfte wie Danny. Bereits in dieser Passage wird in der deutschen Version vom Shining gesprochen. Das Shining ist eine Kraft, die es der jeweiligen Person erlaubt, Dinge vorherzusehen, die erst in der Zukunft passieren werden oder schon längst passiert sind. Außerdem ist es eine Art intuitive Gabe, die es einem erlaubt, mit gleichartigen Leuten über große Entfernungen hinweg zu kommunizieren. Dick deutet Danny an, dass das Hotel ein böser Ort sei und er bestimmte Bereiche des Hauses meiden solle. Tatsächlich befindet sich das Hotel in der Filmversion auf einem Indianerfriedhof und einige Jahre zuvor brachte der damalige Hausmeister des Hotels im Wahn seine beiden Töchter, seine Frau und sich selbst um. Sie waren damals in derselben Situation wie Jack und seine Familie.

Angetrieben von zunehmenden Halluzinationen und Angstträumen verfällt auch Jack Torrance dem Wahnsinn und attackiert schließlich seine Frau Wendy und seinen Sohn Danny.

Mehr sollte von der Story auf keinen Fall verraten werden, da ich dem Zuschauer weder zuviel vorweg nehmen, noch meine selektive Sicht der Dinge suggerieren möchte.

Die Story entspricht leider nicht zu 100% dem Buch von Stephen King. Kubricks Version ist vielmehr eine Adaption, als eine regelgerechte und schlichte Verfilmung. Künstlerische Stilelemente kommen daher mehr zum Ausdruck und gehen zulasten manch einer Begebenheit im Buch. Der kurzatmige episodenhafte Stil des Buches ist jedoch beibehalten, genauso die Konstellation aller Protagonisten zueinander. Das Buch 1 zu 1 zu verfilmen wäre bei einer Kinoversion ohnehin wegen der zeitlichen Dimensionen nicht möglich gewesen. Wem diese adaptierte Version nicht gefällt, der kann auf die von Stephen King eigens produzierte Fassung zurückgreifen, die auch sehr gelungen ist, wie ich finde.

Zur DVD:

---------------------

Neben dem Hauptfilm enthält die DVD ein originelles Making Of, das von Kubricks Frau gedreht wurde. Dort werden die Protagonisten und ihre realen Darsteller nochmals näher erklärt und man gewinnt einen bescheidenen Einblick in Kubricks schaffen. Auf jeden Fall nicht schlecht.

Fazit:

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Einer der ersten Horrorfilme, die sich wirklich auch bei Leuten etablieren konnten, die nicht so eng mit dem Genre vertraut waren. Eindrucksvolle Bilder, glaubhafte Charaktere und eine tolles Drehbuch geben dem Werk sicherlich den letzten Schliff. Außerdem erlebt man hier Jack Nicholson auf dem Zenit seiner schauspielerischen Kariere. Absolute Kaufempfehlung - definitiv eine der wenigen DVDs deren Besitz sich wirklich lohnt.
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53 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Gekürzte Fassung, 18. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Shining (DVD)
Man muss immer wieder darauf hinweisen, dass es sich bei dieser DVD um die europäische Version handelt, die gegenüber der amerikanischen (146 min.) um eine halbe Stunde gekürzt ist. Zwar wird gesagt, dass diese Version ebenfalls von Kubrik autorisiert ist, jedoch ist die längere meines Erachtens wesentlich besser, da die Handlung in sich stimmiger ist.

Beispielsweise sagt Ullman am Anfang etwas über das Labyrinth, man sieht Danny beim Arzt, Ullman zeigt den Torrances den "Golden Saal" usw. Diese Sachen und einige mehr fehlen in dieser Fassung, weshalb ich sie nicht empfehlen kann.

"The Shining" selbst ist ein interessanter Film (kein Horrorfilm im eigentlichen Sinne), mit einer erinnerungswürdigen Vorstellung von Jack Nicholson.
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58 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Meisterwerk, 17. März 2007
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Shining (DVD)
Auch wenn es King nicht so sieht: Stanley Kubricks Shining ist trotz der Verfremdung seines Buchs die bessere Verfilmung dieses Werks und ein (das) Meisterwerk des postmodernen Thriller- und Horrorfilms schlechthin. Die in den neunziger Jahren gedrehte Miniserie "The Shining", bei der Stephen King das Drehbuch schrieb, hält sich sehr genau an das Buch. Wenn man bedenkt, dass es sich dabei um eine TV-Produktion handelt und nicht um einen Kinofilm, ist der Horror-Dreiteiler nicht schlecht geraten. Kings geliebte "Heckentiere", die Kubrick als albern empfand, kommen dank moderner Computertechnik darin vor, und manche Szenen lassen durchaus die Haare zu Berge stehen. Allerdings ist er wegen der Detailtreue zu Kings Buch etwas zu lange geraten, hat einen ärgerlichen, hollywoodschmusigen Schluss und verblasst gegen Kubricks Shining, das seinen herausragenden Platz in der Filmgeschichte unantastbar eingenommen hat und das Fundament zu Jack Nicholsons herausragenden Ruf als Schauspieler bildet.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass der Erfolg dieses Films auch auf den Einsatz der von Garrett Brown entwickelten "erweiterten Steadycam" zurückzuführen ist. Das ist eine bewegliche Kamera, die sich der Kameramann in einer Art Rucksack vor die Brust schnallt, um möglichst wackelarme Aufnahmen zu erhalten, die den Zuschauer erlauben, sich visuell mit den Protagonisten zu bewegen. Der Betrachter gibt also seinen fixen (sicheren!) Beobachtungsposten auf und begibt sich mit dem Akteur in die Tiefe des Raums. Das hat zur Folge, dass nun auch der Rücken des Zuschauers freigelegt wird und das unangenehme Gefühl entsteht, es könnte etwas hinter einem sein oder an der nächsten Ecke lauern. Etwas, dass man lieber nicht hinter oder vor sich hätte. So sitzen wir mit Danny auf dem quietschenden Dreirad und radeln durch die endlos langen Gänge des Hotels oder hetzen mit ihm durch das Labyrinth. Adrenalin pur! 1978 hat Garrett Brown einen Oskar für diese Technik bekommen, die heute zur Standartausrüstung eines Kameramanns zählt.

Wie hat Stanley Kubrick diesen Film angelegt? Drei Elemente sind wesentlich: Die Natur, die Geschichte (der Gegend und des Hotels) und das Nebeneinander verschiedener Zeiten, Welten und Realitäten.

Zur Natur.

Grandios und bedrohlich. Die Großartigkeit, aber auch Überlegenheit und Gleichgültigkeit der Natur ist von Anfang an präsent. Später wird das Wetter, das wie ein Bann wirkt, als gefährliche Komponente ebenfalls allgegenwärtig sein. Zu Beginn sehen wir aus der Vogelperspektive, wie sich der gelbe Käfer weg vom Pazifik und Hwy 1 immer höher in die Bergwelt schraubt. Es ist ein schöner Herbsttag, Indiansummer, der an der Schneegrenze zurückbleibt. Hier schmiegt sich das Overlook Hotel an einem leicht von Schnee bestäubten, baumlosen Bergrücken. Der Winter ist noch weit entfernt und nur die Musik wirkt in dieser zauberhaften Bergwelt bedrohlich. Noch einmal findet das Auto den Weg zurück ins Tal, um die Familie des Schriftstellers Torrance abzuholen. Sie werden den langen, schneereichen Winter, abgeschnitten von der Zivilisation, im Hotel verbringen, um es zu hüten und vor Frostschäden zu schützen. (Das Overlook gibt es wirklich. Es ist ein 3-Sterne-Hotel in Oregon namens Timberline Lodge, ein architektonisches Meisterwerk aus Holz und nationales Wahrzeichen; aber auch eine Art XXL-Skihütte an der Südwand des ca. 3400 m hohen, weithin sichtbaren Mount Hood. Das Hotel liegt ziemlich entlegen, obwohl es nur ca. 150 km von der Pazifikküste entfernt ist und Portland in ca. 2 Fahrstunden erreicht werden kann - vorausgesetzt es liegt kein Schnee! Wenn man der sich in die Höhe windenden Straße eine kleine Ewigkeit folgt, hat man irgendwann in 1800 m Höhe ein Stück Filmgeschichte vor sich: Die Silhouette des Hotels aus Shining. Das Zimmer 237 gibt es allerdings nicht und auch der bis zur Bösartigkeit höfliche englische Service fehlt. Die Innenaufnahmen entstanden auch nicht hier, sondern in einem englischen Studio.)

Zur Geschichte.

Die Besiedelung des Westens der Vereinigten Staaten kennt viele grausame Stories. Eine davon ist die der historisch verbürgten 'Donner-Gruppe', die Jack Nicholson bei der Fahrt zum Overlook erwähnt. Beim Treck nach Westen warfen die Überlebenden der Siedlergruppe alle zivilisatorischen Werte über Bord und wurden zu Kannibalen. Das Hotel selbst steht auf einem heiligen Ort der Indianer und musste während des Baus mehrfach gegen Indianerangriffe verteidigt werden. Es steht für die gewaltsame Landnahme und die Ausrottung der Ureinwohner. Im Film sind etliche indianische Motive zu sehen: im Dekor, in den Teppichen, selbst im labyrinthischen Teppichboden mit seinen psychedelischen Knallfarben der 1970er Jahre. Das Labyrinth selbst ist in der indianischen Kultur ein Weltall- Schöpfungs- und Unendlichkeitssymbol. Auch die hippieartige Kleidung Wendy's hat indianische Anklänge. Es gibt in der Vorratskammer eine herabfallende Kiste mit der Aufschrift "Indian Head" und am Schluss rettet sich Danny durch einen Indianertrick: Er geht rückwärts in den eigenen Fußstapfen. Das Hotel selbst hat ebenfalls eine lange, gewalttätige Geschichte. Hier sind Morde und Selbstmorde begangen worden. Das Haus ist nach den Regeln des Horrorfilms böse und will den drei von der Außenwelt abgeschlossenen Menschen böses. Der kleine Danny mit seinem "Zweiten Gesicht" spürt das von Anfang an. Er hat dadurch immer einen Wissensvorsprung und weiß, dass sein Vater das schwächste Glied der Kette ist und so als Instrument des Hotels zur tödlichen Bedrohung wird.

Das Nebeneinander verschiedener Welten, Zeiten und Realitäten

Danny lebt in einer eigenen Welt, in der es "Tony" und Visionen gibt. Ist das Gegenwart, Vergangenheit oder gar die Zukunft, die er sieht? Wendy steht für Realität, Normalität und Gegenwart, die zu zerbrechen droht. Der labile Jack mutiert zum blutrünstigen Monster; das Hotel ergreift Besitz von ihm. Die Bilder an der Wand gaukeln vor, dass Jack schon immer und zu allen Zeiten hierher gehört hat. Die Normalität entgleitet ihm: "'All work and no play makes Jack a dull boy."' Die Außenwelt wird durch den Koch des Hotels verkörpert, der aus einem in diesem Film völlig surreal wirkenden Florida aufbricht, um Danny zu retten. Er nimmt eine beschwerliche Anreise auf sich, um sofort bei Ankunft - vernichtet zu werden. Da ist dann wieder das Grauen: In einem ordentlichen amerikanischen Film kommt die "Kavallerie" immer rechtzeitig und rettet die "Guten". Hier nicht. Immerhin aber liefert er das überlebensnotwendige Schneemobil.

Viele Szenen im Film sind gespiegelt und die rote Farbe zieht sich wie der berühmte Faden durch den Film. Der in rot/weiß gehaltene Waschraum, in dem das Hotel in der Gestalt des Mörders Grady' Jack ermuntert, seine Familie zu ermorden, erscheint unwirklich und ist in keiner Zeit verankert. Als Leit- und Schlüsselmotiv wird das Labyrinth(metapher) benutzt. Der Irrgarten steht zwar für Chaos, folgt jedoch logischen Gesetzen. Hier findet der Film sein (gutes?) Ende und lässt das Grauen zu Eis erstarren. Das Hotel bleibt zurück, erfüllt von einer unwirklichen Leere, festlicher Tanzmusik und der Schwarzweiß-Fotografie vom 4. Juli 1921. Sie zeigt einen jungen, strahlenden und hoffnungsfrohen Jack im Smoking, inmitten von illustren Ballgästen des Overlooks.

Shining will Angst erzeugen. Keine Frage. In dem Film werden jedoch viele andere interessante Themen aufgegriffen, allerdings ohne eine Vertiefung zu erfahren. Die handelnden Figuren sind treffend gezeichnet und agieren gut, wirken aber dennoch wie Schachfiguren, die von einem unsichtbaren Spieler bewegt werden. Der Horror findet fast immer in gut ausgeleuchteten Räumen statt. Bei den wenigen Nachtszenen kommt das Grauen nicht aus dem Dunkel, sondern stets aus der Situation, in der sich die Akteure befinden. Jack Nicholson spielt hier die Rolle seines Lebens. Seine Mimik, besonders sein Haifischgrinsen, das zu seinem Markenzeichen werden sollte, ist uneingeschränkt sehenswert. Das einzige Manko des Films ist vielleicht, dass er seiner Figur von Anfang an zu sehr einen Anstrich von Wahnsinn gibt. Eine zunächst liebevolle oder auch nur normale Beziehung zu seiner Frau und seinem Kind ist kaum erkennbar. Mit diesem Mann möchte man nicht monatelang in einem riesigen Hotel allein und auf sich gestellt sein. Das ist sofort klar. Eine Bedrohung von einem zunächst sehr vertrauten, liebevollen Menschen hätte den Horror noch vertieft. Ansonsten gilt: Chapeau Mr. Kubrick!

Helga Kurz
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