Drei Fälle sind es, die Sherlock Holmes und Dr. Watson diesmal lösen müssen und das noch richtig nostalgisch in schwarzweiß und mit einer Bildqualität, die den damaligen Standards entspricht. Sherlock Holmes, ausgestattet mit Pfeife und Tweedmütze, brilliert auch diesmal mit genialen Ideen, einer ungewöhnlichen Kombinationsgabe und unanfechtbar logischen Schlussfolgerungen und löst die Fälle mit Bravour. An seiner Seite der ihm treu ergebene Mr. Watson, der mit seinen soliden medizinischen Kenntnissen stets zur unwiederbringlich notwendigen Beweisaufnahme beiträgt. Doch nicht nur das. Seine schlagkräftig ins Feld geführten Argumente helfen auch diesmal wieder, die Täter zu stellen und hinter Schloss und Riegel zu bringen. Ein Team, das seinesgleichen sucht und mit einem herrlich altbürgerlichen Charme von den Schauspielern Ronald Howard und Howard Marion-Crawford glaubwürdig verkörpert wird.
Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen. Das einzige Manko bei der Vertonung stellt die während der gesamten Laufzeit eingespielte Hintergrundmusik dar, die stellenweise recht nervig anmutet, weil sie einfach zu dominant ist. Hier wäre es besser gewesen, diese auch wirklich im Hintergrund und in einer entsprechenden Lautstärke zu belassen. Das ist aber der einzige Kritikpunkt, denn dass es sich hier um eine Verfilmung von 1954 handelt, ist von vornherein klar.
Als Extras werden auf der DVD eine Bildergalerie, eine Trailershow, eine Kurzbiographie von Ronald Howard in Textform sowie Sherlock Holmes Poster geboten. Wobei das Letztere am interessantesten ist, da gerade die Vielfältigkeit der gezeigten sechzehn Poster überrascht.
Wie eingangs erwähnt, beinhaltet die Sherlock Holmes Metallbox Edition" neben der DVD auch eine CD mit dem Fall: Die fünf Orangenkerne".
Der von Dr. Watson erzählte Fall spielt Ende September in London, als Dr. Watson ein paar Tage bei seinem Freund Sherlock Holmes verbringt. An einem recht stürmischen Abend erscheint in Holmes Wohnung der junge John Openshaw mit einem Brief, der fünf Orangenkerne enthält. Die Geschichte, die er in diesem Zusammenhang erzählt, klingt äußerst mysteriös und fast unglaubwürdig. Doch als Sherlock Holmes mit offensichtlichem Unbehagen reagiert, weiß Dr. Watson, dass mehr dahinter steckt. Und in der Tat, genau so ein Brief hat Oberst Openshaw den Tod gebracht, und nun fürchtet sein Neffe John ebenfalls um sein Leben.
Bei dieser Vertonung handelt es sich um eine Lesung des Schauspielers Robin Ebneth, die nicht gerade als gelungen bezeichnet werden kann. Ziemlich gekünstelt und emotionslos vorgetragen, versucht er einen gediegenen Arzt zu simulieren, was völlig daneben geht. Der Fall selbst ist gewohnt spannend und wird überraschend aufgelöst. Ob ein Mensch aber wirklich eine solche Denkleistung vollbringen kann, wie Sherlock Holmes in diesem Fall, sei dahin gestellt.
Die Kriminalfälle des Sherlock Holmes besitzen heute Kultstatus und entbehren nicht eines gewissen Charmes. Und so besitzt auch diese recht preiswerte Edition einen doch recht hohen Sammlerwert, gerade für diejenigen, die Sir Arthur Conan Doyles berühmten Sherlock Holmes verehren.