Wer Sherlock Holmes mag, wird die Verfilmung der Geschichten mit Jeremy Brett und David Burke/Edward Hardwicke lieben. Ich habe die Verfilmungen damals Ende der 80-er Jahre zuallererst im Fernsehen der DDR gesehen, das heißt, die gesamte Staffel 1 und die ersten 7 Filme der Staffel 2 und war fasziniert. Deswegen hat es mich besonders gefreut, dass die Folgen nun auch endlich auf DVD zu haben sind, im Original und als Synchronfassung.
Was mich am meisten interessiert und was ich bis heute nicht herausgefunden habe, ist der Synchronsprecher, der Jeremy Bretts Part in den ersten 7 Folgen der ersten Staffel (Die Abenteuer des Sherlock Holmes) übernommen hat. Von Film 8 bis 13 der ersten Staffel, sowie in den Geschichten "Die Internatsschule", Der Mann mit der entstellten Lippe" und "6 x Napoleon" aus der 2. Staffel war es Arno Wysznewski, und ich meine in "Das leere Haus", "Der zweite Fleck", "Das Ritual der Musgrave" und "Abbey Grange" war es Peter Hladik, die Jeremy Brett ihre deutsche Stimme gaben. Und ich meine in "Abbey Grange" wurde der Darsteller von Dr. Viviani (der Manager o. Direktor der australischen Schiffahrtsgesellschaft) von Jeremy Bretts deutscher Synchronstimme aus den ersten 7 Filmen der ersten Staffel gesprochen.
Es wäre super, wenn solche Informationen in der DVD zu finden wären, da die Synchronsprecher nicht mit erwähnt werden. Arno Wysznewski habe ich nur heraus gefunden, weil ich die Reihe "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" kenne, wo Arno Wysznewksi König Friedrich den II. gespielt hat.
Und Peter Hladik habe ich herausgefunden, weil die Filme "Der Hund von Baskerville" und "Das Zeichen der Vier" ebenfalls aus der Reihe mit Jeremy Brett, damals als einzige die Synchronsprecher aufführten (zumindest im DDR-Fernsehen) und es sich um den gleichen Sprecher handelte, wie z. Bsp. in "Das leere Haus".
Ansonsten geht es mir, wie den meisten, die Jeremy Brett als Holmes gesehen haben, ich werde sein Gesicht immer mit Sherlock Holmes verbinden, genauso wie ich John H. Watson immer mit dem Gesicht von David Burke und Edward Hardwicke verbinden werde. Sie waren auch die besten Watson-Darsteller, die es je gab. Sie waren niemals nur eine Lachnummer oder nur die Stichwortgeber für den großen Detektiv, sondern gleichberechtigte Partner, genauso, wie sich Watson mir auch in den Büchern dargestellt hat. Jeremy Bretts Holmes war trotz aller Arroganz, die er manchmal zur Schau trug, ein Mensch, mit all seinen kleinen exzentrischen Eigenheiten. Seine Mimik war beeindruckend und selbst wenn er keine Worte für sein Mitgefühl von sich gab, so konnte man doch in seiner Mimik und Gestik genau dieses Mitgefühl für seine Mitmenschen spüren, wenn er der Meinung war, dass sie es verdienten. Er war nie nur die "Denkmaschine" und das bringt einen Sherlock Holmes doch um vieles näher, als in anderen Verfilmungen. Jeremy Bretts Holmes hatte gute Mischung aus Ironie, Sarkasmus und Menschlichkeit. Jeremy Brett sagte einmal selbst über seine Rolle: "Ich würde nicht über die Straßenseite wechseln, um Sherlock Holmes einen guten Tag zu wünschen, wenn ich ihm begegnen würde" und über Holmes Arroganz: "Der Mann hatte einfach keine Zeit für Höflichkeiten." Und damit hatte er genau die richtige Einstellung für die Rolle als Sherlock Holmes.
Ich kann nur jedem Sherlockianer empfehlen, sich diese Serie zu holen, wenn er sie noch nicht kennt und er Wert auf eine fast buchgetreue Verfilmung legt.