Mit 980 Seiten hat dieser Wälzer prinzipiell erstmal von Preis- Leistungs- Verhältnis her einiges zu Bieten. Auch die Idee, jene Holmes- Geschichten, auf die Watson bei Conan Doyle zwar anspielte, aber explizit nicht ausführte, abzudrucken, ist gelungen. Dazu kommt noch ein Register und ein Zeitstrahl zu den Ermittlungen von Sherlock Holmes, die die Sache abrunden.
Leider ist die Qualität der Geschichten uneinheitlich: einige wirken, wie von Meister Doyle persönlich und erwecken das Gefühl, es gäbe wirklich einen historischen Dr. Watson, der seine Fälle irgendwo einmottete (was auch in den Einleitungen zu den einzelnen Geschichten stets behauptet wird), andere (wenige, gottseidank) hingegen sind schlecht geschrieben, die Handlungen sind nicht wirklich logisch oder sie wirken wie aus Original- Holmes- Geschichten zusammengeklaut.
Insgesamt überwiegen jedoch die Vorteile des Buches die Nachteile, und jeder, der Doyles' original Holmes- Geschichten schon alle kennt, darf hier getrost zugreifen, auch wenn er natürlich nicht erwarten darf, daß die Qualität des Originals stets erreicht wird.