Vorweg: Ich kenne das Original von Arthur Conan Doyle nicht, kann also nicht sagen, wie genau sich diese Erzählung in Sprache und Details an das Original hält. Ganz sicher ist das Buch aber ein guter Einstieg zum Kennenlernen des berühmten Detektivs, seines Freundes Dr. Watson und des viktorianischen Englands, gerade für jüngere Kinder.
In der Einleitung wird kurz auf die Unterschiede zwischen der heutigen Zeit und dem England zur Zeit Sherlock Holmes eingegangen und auch das kleine Lexikon am Ende des Buches erwähnt. Dann wird die Geschichte aus Sicht von Dr. Watson erzählt. Die Sprache ist kindgerecht, aber gut formuliert und auch für jüngere Leser leicht verständlich. Die Erzählung ist interessant, aber nicht mitreißend und schon gar nicht gruselig. Sherlock Holmes zieht seine Schlussfolgerungen so schnell, dass ein Mitraten nicht recht möglich ist.
Das Beste am Buch sind die Bilder. Während die Covergestaltung mich nicht sehr überzeugt hat, sind die ganzseitigen Bilder innen herausragend. Sie geben Personen, Räumlichkeiten, Straßen, Landschaften und Gebäude sehr ausdrucksstark wieder und helfen gerade jungen Lesern, sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen.
Das Lexikon ist nett, auch wenn für die vom Verlag angegebene Zielgruppe der 10-11 Jährigen manches unnötig ist: In dem Alter haben heute fast alle Kinder Englischunterricht und sollten mit Abkürzungen wie Mr und Mrs vertraut sein und wissen, wie Holmes und Watson ausgesprochen werden.
Auch die Sprache könnte für 10-11 Jährige etwas altmodischer sein, um mehr Atmosphäre aufzubauen. Ebenso sollten für diese Altersgruppe die Beschreibungen ausführlicher ausfallen, um die Spannung zu erhöhen.
Meine Altersempfehlung wäre daher eher 8-9 Jahre. Für ältere Kinder kann das Buch ein netter Einstieg in ausführlichere Sherlock Holmes Geschichten sein, als angenehme Erweiterung der Allgemeinbildung oder vielleicht als Vorbereitung auf einen Londonbesuch.