Josiah Amberley, ein pensionierter Farbenhändler, steht vor den Ruinen seiner Existenz. Seine Ehefrau ist mit ihrem Liebhaber durchgebrannt und hat das gesamte Vermögen ihres Gatten mitgenommen. Die Polizei steht vor einem unlösbaren Problem und überweist den verzweifelten Mann zu Sherlock Holmes. Der ist so mit einem aktuellen Fall beschäftigt, dass er kurzerhand seinen Gefährten Dr. Watson beauftragt dem leidgeprüften Klienten einen Besuch abzustatten. Was dem treuen Gefährten von Sherlock Holmes als erstes auffällt ist der penetrante Farbgeruch, denn Mr. Amberley ist gerade dabei sein Haus zu streichen. Von dem Geld aber fehlt weiterhin jede Spur. Für Sherlock Holmes und Dr. Watson beginnt ein rätselhafter Fall, dessen Lösung eines waghalsigen Unternehmens bedarf '
Der Countdown läuft, denn mit dieser Folge erscheint die Erste der letzten Zehn SHERLOCK-HOLMES-Folgen nach einer Original-Erzählung von Sir Arthur Conan Doyle. Es ist zu gleich die letzte offiziell veröffentlichte Story, die sich in dem Band 'Sherlock Holmes' Buch der Fälle' wiederfindet, eine der kürzeren Geschichten indes, was dazu führte, dass Daniela Wakonigg einige Passagen der Handlung im Hörspiel ausführlicher schilderte, um eine Stunde Hörspiel zu füllen. Teilweise ist ihr diese Vorgehensweise fabelhaft geglückt, nur leider das Ende hat dadurch enorm gelitten. So hegt Holmes in der Original-Erzählung weitaus weniger Animositäten gegenüber seinem Konkurrenten und die Lorbeeren heimst auch nicht der zwielichtige Privatdetektiv an Holmes' Seite ein, sondern ein Polizeiinspektor, dessen Part im Hörspiel gestrichen wurde. Es wurde lediglich zwei, drei mal der Name Lestrade eingefügt, um die Serienchronologie ein wenig zu unterstützen. Das Hörspiel zieht seinen Reiz in erster Linie aus den lebensnahen und wunderbar gespielten Dialogen, hier gebührt das Lob einstweilen wieder Christian Rode, Peter Groeger und natürlich Stephan Schwartz als Farbenhändler im Ruhestand. Ein übrigens sehr nichtssagender Titel, der die Eleganz und Kongenialität der Geschichte nicht im Mindesten wiedergeben kann, ebenso wenig wie die Titelgrafik, die das zerrissene Foto von Amberleys Frau zeigt. Eine weibliche Rolle findet sich übrigens in diesem Hörspiel gar nicht. Das Finale wartet im Hörspiel leider durch eine ärgerliche Ungereimtheit auf, die hätte vermieden werden können, wenn man sich näher an das Original gehalten hätte, denn als Holmes und seine Gefährten sich in dem abgeschotteten Raum befinden, lässt der Übeltäter erst einen dämlichen Spruch los, ehe er versucht, die Gegner auszuschalten. In der Kurzgeschichte wurde die Überführung des Täters weitaus eleganter und dramaturgisch geschickter gelöst. Nichtsdestotrotz eine gute und spannend inszenierte Folge, die auch musikalisch zu überzeugen weiß.