Dies ist mein drittes Sherlock Holmes Spiel, was ich versucht habe zu bewältigen und mit Hilfe des Lösungsbuches, konnte ich es auch schließlich schaffen.
Die Rätsel sind nach meinem Empfinden nicht immer einfach zu lösen. Man muss als Spieler schon einen gewissen Spür- und Gedankensinn eines Meisterdetektivs haben, um ohne Hilfe weiterzukommen.
Was ich dem Spiel etwas vorwerfe, ist eine gewisse Eintönigkeit, die sich fast bis zum Schluß durch alle Kapitel durchzieht. Das liegt daran, dass alle Kapitel auf die gleiche Art zu lösen sind: Betrete ich als Spieler eines der Gebäude, bekomme ich erst einmal eine Karte von den vielen Räumen, die sich hier befinden. Das hat zum Vorteil, dass ich mich anhand dessen gut orientieren kann und ich unnötige Laufzeiten verhindern kann, indem ich diese Karte anklicke und so schnell in einen anderen Raum komme. Natürlich muss ich mehrmals in diese Räume, weil Sherlock Holmes nicht gleich alles mitnehmen und untersuchen kann. Und das ist mit der Zeit sehr nervig (trotz Hilfe der Karte und somit kurzer Wege) und kann langweilig werden. Dies fiel mir besonders in der Nationalgalerie auf, in der ich mir zu oft irgendwelche Bilder anschaue und im Britischen Museum, in dem ich häufig Codes in eine Registermaschine eingebe, die auf gewisse Bücher hinweisen, die ich dann mühevoll in den Bücherregalen suchen muss. Eine gewisse Spannung kam erst im Buckingham Palace und in dessen Keller auf, in dem man endlich wieder einmal Arsene Lupin zu Gesicht bekommt, der vor Sherlock Holmes flüchtet. Somit hatte ich als Spieler das Gefühl, ihm dicht auf den Fersen zu sein, was ich zuvor nicht hatte, weil man den Meisterdieb einfach zu wenig sieht.
Die Umgebung wird autenthisch und stilvoll umgesetzt, wobei mir die Straßen doch etwas zu menschenleer vorkommen und es immer die gleichen Personen sind, die man zu Gesicht bekommt. Besonders in der Kneipe ist mir dies aufgefallen, denn auch nach dem dritten Besuch stehen immer noch die selben Personen am Tresen, die man zuvor auch schon gesehen hat. Die Menschen kommen mir außerdem auch ziemlich bewegungsarm vor. Besonders bei Lady Leomunda ist mir dies aufgefallen, die auch nach wiederholtem Eintreffen von Sherlock Holmes nur im Raum herumsteht und sonst nichts weiter tut. Hier hätte man sie auch einen Brief schreiben lassen können.
Eine Abwechslung bereiten die Zwischensequenzen, die gut in die Handlung integriert sind. Die Sprecher machen ihre Sache gut, nur die Mimiken der Personen hätten noch lebensechter sein können. Auch die Gestik könnte vielfältiger sein (Sherlock Holmes verschränkt fast nur die Arme vor seiner Brust und Doktor Watson fuchtelt ständig mit seinen Armen herum).
Fazit: Ich möchte das Spiel noch mit drei Sternen bewerten, weil sich die Designer sehr viel Mühe gegeben haben, die Rätsel sehr anspruchsvoll und ideenreich sind. Doch leider hat mir hier beim Spielen die Abwechslung und die Spannung gefehlt, die erst in den letzten beiden Kapiteln etwas zu spüren war. Sherlock Holmes musste nach meinem Empfinden zu viele Räume (auch mehrmals) durchsuchen, was dem Spielfluss nicht immer gutgetan hat. Ich hoffe, dass das nächste Abenteuer virtuoser und vielfältiger in Szene gesetzt wird und man vielleicht auch als Spieler den Spielverlauf verändern kann, so dass die Geschichte nicht zu starr verläuft.