Sherlock Holmes wird von Mrs. Warren gebeten einen mysteriösen, unheimlichen Mieter unter die Lupe zu nehmen. Der Mann gibt sich nämlich äußerst verdächtig und ist seit seiner Ankunft nicht mehr gesehen worden. Er kommuniziert lediglich durch Zettel, auf die er in Druckbuchstaben aufschreibt, was er gerade wünscht. Auch das Essen wir ihm auf einem Tablett vor die Wohnungstür gestellt. Für diese sonderbaren Gewohnheiten zahlt der Mieter den doppelten Preis, doch eines Tages wird der Ehemann von Mrs. Warren brutal von der Haustür weg entführt und über eine Stunde durch London kutschiert, bevor er sehr unsanft in die Freiheit befördert wird. Glaubte Holmes zu Beginn des Falles noch an einen Spleen des Mieters, so ist er seit der Entführung von Mr. Warren fest davon überzeugt, dass hinter dem sonderbaren Mieter ein schreckliches Geheimnis steckt. Der Meisterdetektiv und sein Freund Dr. Watson legen sich auf die Lauer '
Eine etwas ungewöhnliche Holmes-Geschichte, die vor allem dadurch auffällt, dass Watson, abgesehen von seiner Rolle als Erzähler, eigentlich kaum etwas zu sagen hat und ständig nur neben dem Geschehen steht. Bisweilen darf Peter Groeger einige erstaunte Ausrufe tätigen, um Christian Rode, alias Sherlock Holmes, mehr Glanz zu verleihen. Der Meisterdetektiv darf zwar einige messerscharfe Kombinationen anstellen, doch zur Lösung des Falles trägt er ebenso wenig bei, wie Watson. Trotz der Spieldauer von knapp 52 Minuten kommt das Hörspiel mit sieben Sprechern aus, inklusive Rode und Groeger. Katrin Decker spielt sehr überzeugend Mrs. Warren, während die Schlüsselrolle der Emilia Lucca von Dagmar Dempe gesprochen wird, die zunächst sehr theatralisch rüberkommt, im Laufe ihrer Erzählung aber immer sicherer und glaubhafter wird. Des Weiteren sind noch Philipp Brammer, Walter von Hauff und Martin Kessler mit von der Partie. Am Ende der Geschichte leidet bedauerlicherweise die Logik ein wenig, denn trotz des italienischen Akzentes spricht Emilia Lucca sehr deutlich und grammatikalisch richtig, obwohl sie bei den kurzen Botschaften auf den Zetteln Singular und Plural nicht auseinanderhalten kann und für einfache Worte, wie 'Streichholz' ein Wörterbuch zu Rate ziehen muss. Musik und Effekte sind von guter Qualität, der Tonschnitt zeugt von einem sauberen Handwerk und zusammenfassend kann gesagt werden, dass 'Der rote Kreis' zwar kein Highlight darstellt, für eine gute Stunde Unterhaltung aber bestens geeignet ist.