Shenzhen
Guy Delisle, ein in Frankreich lebender Kanadier, mußte 1997 als Supervisor in die Volksrepublik China nach Shenzhen, um die Fertigung eines Trickfilms zu überwachen, der dort billig hergestellt wurde. Diese Boomtown ist vom Rest des Zaunes durch einen bewachten, elektrischen Zaun getrennt.
Vor Ort bekommt er gleich eine Übersetzerin zu Seite, die mit ihm nicht richtig warm wird. Jeder Tag ist gleich, es gibt wenig Berührung mit der Bevölkerung.
Neben seiner tristen Arbeit versucht er, mehr über Land und Leute zu erfahren. In diesem selbst gezeichneten Reisetagebuch verarbeitet der Kanadier seine Eindrücke vom diesen zwischen Kommunismus und Moderne stehenden Land, z.B. die boomenden, aber immer noch zu engen Städte, die kargen Wohnungen der Einheimischen, die Vielfalt der Küche, die chinesische Auffassung von Witzigkeit und vieles mehr.
Bei alles Tristesse und Langweile versucht Delisle alles, um etwas Abwechslung zu haben. So meldet er sich in einem grotesken Fitnesstempel an, und besucht Hongkong Dabei legt Delisle bei seiner Betrachtung aber ein gehöriges Maß an Humor an den Tag, was den Band ausmacht. Unterstützt wird das ganze von seinen cartoonartigen Zeichnungen. Immer mit einem verwunderten Grinsen im Gesicht fragt er sich: Was war zuerst das, China oder dessen Klischee?
Ein äußerst informativer und kurzweiliger Band, mit vielen Reiseeindrücken aus dem Reich der Mitte.