Shelter ist mit Sicherheit eines der besseren Coming Out Dramen um homosexuelle Männer oder Teenager, die entdecken, dass sie anders sind.
Hier allerdings kommt noch dazu, dass der Hauptdarsteller Zach, sich für seine Familie, vor allem für den Neffen, aufopfert.
Der Konflikt, den ihn wie einen Vater liebenden Neffen nicht verlieren zu wollen, um ihm eine bessere Zukunft bieten zu können, mit etwas was seine verantwortungslose, fordernde Schwester nicht verstehen will: Seinem langsam wach werdenden Coming Out - dies wird für Zach zur Zerreißprobe.
Hinzu kommt ein cheauvinistischer bester Freund, eine holprige Langzeit Beziehung zu einer Frau aus Kindertagen, ein kranker Vater und am Horizont die Hoffnung. Jemand der ihn versteht, der Bruder des Cheauvinistischen Schulfreundes, den Zach aus seinen frühen Kindheitstagen noch kennt.
Während einer der Rezensions Kollegen den Film mit 3 Sternen bewertete und sich mehr erwartete, stellt sich mir immer die Frage, was erwartet man denn wirklich von einer kleinen Produktion? Den perfekten Film wird es nie geben, und man kann nicht Filme für jeden Geschmack entwickeln. Jeder Film und sei er noch so gut besetzt wird manchen Kritiker auf den Plan rufen, der etwas zu mäkeln hat. Die Surfkulisse und die knackigen Körper sind sicher nicht unbedingt das hippe Hintergrundszenario für ein Sozialdrama, aber geht es darum, oder um die Zerissenheit der Seele des Menschen, die Angst vor dem Unbekannten? In meinen Augen ist in einem Coming Out Drama oder Coming Out Film, das Coming Out des Hauptdarstellers wichtig, mit allen seinen Problemen, die auftauchen. Familie, Freunde, vielleicht eine heterosexuelle Beziehung, die dabei auf der Strecke bleiben muss.....Karriereträume, die zurückbleiben. Und auch wenn dieser Film ein vermeintliches Happy End hinterlässt, wer weiss denn, ob alles so rosarot in der Zukunft bleibt? Das vermeintliche Happy End ist immer noch offen, denn es lässt so viele Möglichkeiten, dass auch eine Katastrophe auf dem Tablett stehen kann.
Das Leben ist so unberechenbar, wie die Menschen, die darin leben. Dieser Film wartet mit einigen kleinen Unberechenbarkeiten auf, die ihn umso besser und liebenswerter machen. Low Budget Produktionen sind daher niemals so perfekt, wie sich mancher sie wünschen mag. Für mich war sie perfekt. Hat sich mich doch an mich selbst erinnert und an alles Leid, welches ich selbst in dieser Zeit durchmachen musste. Es ist mit Sicherheit einer der besten Beiträge zu dem Thema, die ich jemals gesehen habe. Ich kann den Film nur empfehlen.
Und dass keine stärkere Sexszene dabei ist - wer das braucht, der soll sich einen Pornofilm ausleihen.
Sexualität muss nicht immer mit Bettszenen einhergehen.