Als Mick 1985 dieses Album rausbrachte, da hing der Segen im Hause Stones ein wenig schief. Das mag auch der Antrieb gewesen sein gleich rechtzeitig eine Solokarriere anzuwerfen, weil es ja nicht so sicher war, wie lang' es die Stones noch geben würde. Es erklärt auch das Staraufgebot an Musikern und Produzenten. Spezi Jeff Beck, sorgte für die nötige ,roughness', Herbie Hancock und Sly & Robbie, sowie Bernie Edwards und Tony Thompson für die funkyness, deren Chic-Kollege Nile Rodgers für die klanglich passende Umsetzung derselben, und Bill Laswell für den nötigen ,modern touch' der Produktion.
Die Songs sind durchaus eines Stone würdig, sieht man mal von dem gar tumbem, auf einer simplen funky bassline aufgebauten Titeltrack ab. Einige sind sogar großartig. ,Just Another Night', ,Lucky In Love' und vor allem ,Secrets' sind Kracher wie Sie die Stones damals nicht mehr geschafft haben, und ,Hard Woman' könnte der Bruder (oder besser die Schwester) von ,Waiting On A Friend' sein. Der einzige mit Keith komponierte Titel ,Lonely At The Top' klingt dann schon voll nach 80er Jahre Stones.
Produktionstechnisch ist zu sagen, dass eigentlich die von Nile Rodgers produzierten songs die schwächeren sind, und das es gut war, das Jagger selbst scheinbar großen Einfluss auf die Produktion nahm. Klar ist das 80erlastig, aber nie zu penetrant. Mitunter nerven die Laswell'schen drum patterns ein wenig, aber das alles kippt nie zu sehr in die Synth-Kiste´, soll heissen - Jagger Pfiff sowohl Laswell, als auch Rodgers immer gerade noch rechtzeitig zurück.
So gut wie ,Wandering Spirits' später werden sollte ist das zwar nicht ganz, aber Stones Alben wie ,Dirty Works' oder ,Steel Wheel's schlägt es songwriterisch locker. Für alle Stones Fans eine durchaus wertvolle Ergänzung.