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Aber natürlich kommt auch die Komödie nicht zur kurz. Während London im Chaos versinkt, muss der Verlierer Shaun seine Beziehung zu Liz retten, sein Leben in Ordnung bringen, seine Mutter besuchen und eine Lösung für das Problem Ed suchen, seinen besten Freund, den nur Shaun zu mögen scheint. Der einzige sichere Ort bleibt der Pub Winchester, auch im weiteren Verlauf des Films scheinbar sichere Zuflucht. Diese Konstellationen führen zu oft schon sehr komischen Ereignissen.
Ganz besonders hat mir gefallen, dass die zwei Tage, an denen der Film hauptsächlich spielt, gespiegelt werden. Was Shaun am Samstag erlebt, geschieht zum großen Teil auch am nächsten Tag, nur diesmal mit Zombies. Eine der schönsten Szenen ist der routinemäßige Weg Shauns zum Einkaufsladen und nach Hause zurück, auf dem er plötzlich denselben - jetzt zombifizierten - Leuten vom Vortag begegnet, ohne auch nur irgendwas zu merken. Ganz toll auch die ständigen Ankündigungen, was geschehen wird. Wer die ärgerlichen Worte 'Du bist tot' hört, kann damit rechnen, es in Kürze auch zu sein.
Wird Shaun nun durch die Ereignisse vom Loser zum Helden? Oder setzt er sich erst mal auf das Sofa? Ich will dazu nicht zuviel verraten, weil der Inhalt inzwischen recht bekannt ist und auch weil einfach zuviel passiert. Nicht nur für die Hauptgeschichte ist das so, sondern auch wer auf den Hintergrund achtet, wird ständig belohnt, denn hier gibt es immer wieder Anspielungen, Hinweise oder Ereignisse, die teilweise sehr unerwartet sind. Auch im Fernsehen läuft immer wieder Nettes; da wird schon mal vom Z-Day gesprochen oder für Zombaid gesammelt.
Sehr lohnenswert auch der Audiokommentar zum Film von Simon Pegg und Edgar Wright. Hier erhält man sehr viele Infos zum Film (manches hätte ich ohne Kommentar gar nicht mitbekommen), Bezüge zu anderen Filmen, aber auch alberne Kabbeleien der (offenbar) guten Freunde (Isle of Man = I love man) geboten. Und man erfährt, warum Leslie Nielsen eigentlich nur noch in Deutschland berühmt ist. ^^ Kenntnisse in Filmen und TV-Serien sind nicht unbedingt erforderlich, aber teilweise erhellend (die TARDIS ist übrigens das Raumschiff von Dr. Who - von außen kleiner als von innen). Es ist schon eigenartig, dass Shaun im Pub, nachdem seine Freundin Schluss gemacht hat, 'If you leave me now' hört, weil die Lizenzrechte für 'Nothing Compares to You' für den preiswert hergestellten Film zu teuer waren.
Sehr lohnend auch die ausführlichen Extras. Da gibt es die Erklärung des Flipdrafts (des Plans zum Film), übrigens vor dem Film gedreht, erklärte Spezialeffekte, Make up tests, einen Beitrag mit Interviews und Drehszenen, einen Kurzcomic über Bloody Mary und noch diverse nette Kleinigkeiten. Am schönsten waren für mich die drei illustrierten Plotholes. Hier erfährt man, a) wie Shaun die Zombies abhängte, b) was mit Diane nach dem Verlassen des Pubs geschah, c) wie Ed in den Schuppen kam. Das muss man gesehen haben. Einfach toll.
Warum trotzdem nur 4 Sterne? Mich hat doch teilweise etwas genervt, dass man Untertitel und Sprache nicht während des Films verstellen kann. Dann muss man immer erneut zurück und ändern. Teilweise sehr störend ist aber auch die deutsche Übersetzung der Untertitel. Vor allem im Kommentar (man kann hier die Sprache einstellen) sind da wirklich Fehler aufgetreten, die man nicht begreifen kann. Da wird 'the kid' mit 'der Typ' übersetzt (es handelt sich wirklich um ein Kind) und das 'check out girl' wird zum Hotelmädchen. Manchmal wird auch der Sinn ganzer Sätze verfälscht. Unbedingt das Englische vorziehen. wenn es möglich ist. Filmisch gibt es etwa 20 min vor Schluss einen deutlichen Bruch in der Handlung, die zum Teil sehr düster wird. Aber, naja, es ist eben ein Zombiefilm. Trotzdem ändert sich hier die Atmosphäre ein bisschen zu schlagartig.
Ich kann diesen Film nur empfehlen. Zum Teil hab ich wirklich gelacht, aber vor allem die Szenen mit Shauns Stiefvater und seiner Mutter waren auch ziemlich anrührend. Tja, und Sozialkritik gibt es auch, wirken doch die Gestalten aus dem Vorspann, die ihren diversen Tätigkeiten nicht gerade freudig nachgehen, so lebendig wie Zombies.
So, ich muss jetzt los und meine Plattensammlung sortieren, damit ich auf alle Eventualitäten vorbereitet bin. ^^
Der Film besticht durch erbarmungslosen britischen Humor und einigen exzellenten Splatterszenen. Vorallem die fabelhaften Schauspieler bringen ihre Rollen überzeugend auf die Leinwand. Anfangs steht im Mittelpunkt noch der Humor, später driftet aber alles in eine weitaus blutrünstige Version ab, was dem Film aber nicht ins negative fällt. Sehr sehenswert im Kino, eine absolute Kaufempfehlung für Fans von Zombiefilmen und schwarzen Komödien!
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