Der junge Israeli Shaul leistet pflichtbewusst seinen Militärdienst. Er studiert Orientalistik, verliebt sich heftig in Chaja, die ihre Verlobung mit Gerschon löst. Doch ihre Eltern wollen sich nicht damit abfinden, denn die Familien der beiden haben eine sehr unterschiedliche Vergangenheit. Chaja ist Polin und Überlebende des Holocaust. Bei einem Besuch besiegt Chajas Charme die Skepsis von Shauls Eltern. Aber Chajas Eltern wollen sich nicht mit einem Schwiegersohn, der kein Aschkenasim - ein aus Osteuropa stammender Jude - ist, abfinden. Sie schreit ihren Vater an, dieser klappt mit feindseligem Blick zusammen und entgeht nur knapp dem Tod. Brieflich gesteht die zerrissene Chaja Shaul ihre Liebe und teilt ihm zugleich mit, dass sie Gerschon heiraten werde.
Shaul wird im Lauf der Jahre ein vermögender Geschäftsmann in den USA, sein Verhältnis zu Israel ist kritisch aber loyal, er leistet freiwillig Kriegsdienst. Chaja kann er nie mehr vergessen, und er tut sich schwer, ihr zu vergeben.
Aus der Distanz eines zurückschauenden Ich-Erzählers und im Stil an eine Autobiographie angelehnt wird hier die Geschichte einer unmöglichen Liebe vor dem Hintergrund des Staates Israel von seinen Anfängen bis heute erzählt. Politik und persönlicher Alltag sind nicht voneinander zu trennen. Die Schwierigkeiten und Unfähigkeiten, vergeben und vergessen zu können, lassen Israel nur langsam zusammen wachsen. Sprachlich, vor allem in den Bildern, konventionell. Die Charaktere und die Konflikte werden lebendig und ambivalent gezeichnet. Ein mitreissendes Buch.