Ich habe lange schon kein Buch mehr gelesen, dass mich so gefesselt hat wie dieses. Wegen diesem Roman habe ich inzwischen schon die Hälfte der Sharpe-Bücher im Regal stehen, der Rest wird noch folgen.
Das "Strickmuster" von Cornwells Büchern ist zwar meist gleich, indem die Handlung in einer historischen Schlacht als furiosem Finale mündet. Trotzdem gelingt es ihm in der Sharpe-Serie, dass keine Langeweile aufkommt. Das liegt zum einen daran, dass der Hauptcharakter in der Serie immer andere Sichtweisen durch verschiedene Dienstränge, Aufgaben und Einsatzorte einnimmt, zum anderen in der historischen Detailverliebtheit. Dabei nimmt Cornwell es mit der Geschichte aus dramaturgischen Gründen nicht ganz so genau, was er im Anhang jedoch richtigstellt.
Man mag ihm eine Schwarz-Weiß-Malerei seiner Charaktere und eine Vorhersehbarkeit des Endes vorwerfen, im Handlungsstrang gelingt es ihm aber, überraschende Wendungen einzubauen und seine authentischer Erzählstil (der erfreulicherweise ohne langatmige Erklärungen und Fußnoten auskommt) läßt den militär-historisch interessierten Leser beim Schmökern die Realität vergessen.
Sharpe's Tiger - ein genialer Auftakt der Sharpe-Serie.