"Der Weiße Hai" ist eindeutig moderner geworden. Bestand das Original aus den 70iger-Jahren noch aus geschäumten Kunststoffmodellen mit integrierten Motoren, um die Beweglichkeit zu siumulieren, wurden die Haie des neuen Jahrtausends digitalisiert und entstanden am Computer.
Und warum auch nicht? Früher liefen Filme im Kino ja auch noch als Rollenmaterial durch den Projektor, heute sind sie digitalisiert. Und auch die digitalisierten Haie in "Shark Attack" (zu deutsch: "Hai-Angriff") stehen ihren mechanischen Artgenossen in nichts nach und sehen absolut realistisch aus. Da erkennt man keinen Unterschied.
Was die Splatterszenen anbelangt, finde ich die Altersfreigabe von 18 aber stark übertrieben. Da gibt es weitaus blutrünstigere Filme, welche ab 16 frei sind. Ich bin zwar schon 44, also schon längere Zeit volljährig, aber dennoch mußte ich per Ausweis mein Alter beim Postboten belegen, sonst hätte ich die DVD garnicht bekommen. Da frage ich mich ernsthaft: was soll das?
Okay, man sieht im Film mal einen Paraglider in der Luft baumeln, dem eben der komplette Unterleib weggebissen worden war. Die Beißattacke selbst blieb der Film dem mündigen Zuschauer aber dennoch schuldig (Zensurschere trotz 18-Freigabe?). Man sieht auch, wie die Haie mit Kettensäge und Motorflex zersägt werden. Ja und? Auf jedem Wochenmarkt werden Fische mit dem Tranchiermesser zerlegt, da schauen unbekümmert sogar Kinder zu.
Also kann man es auch ein bißchen übertreiben mit den Altersfreigaben, was hier der Fall ist.
Von der Handlung her ist der Film sehr gut gemacht, nur ein Logikfehler hat mir so sauer aufgestoßen wie ein verdorbener Hering, den ich leider schon geschluckt hatte anstatt ihn auszuspucken: als nach dem Tsunami die Rettungsstation überflutet und von den Wassermassen eingeschlossen ist, sieht man in den Nahaufnahmen stets die Rückenflossen der umherschwimmenden Haie, welche ihre Beute im Inneren des Holzhäuschens ausgemacht haben.
Bei jeder der zahlreichen Aufnahmen in der Totale aber ist kein einziger Hai mehr zu sehen, da sind die Gewässer so friedlich wie das Weihwasser im Kessel in der Kirche vor Beginn der Sonntagspredigt. Und auch die Schreie einer jungen Frau, die am Oberschenkel ohne Betäubung genäht werden muß, sind schon arg gekünstelt. Vielleicht hätte das Mädel vorher auch noch etwas trinken sollen, denn einmal ziehen sich beim Aufreißen ihres Mundes sogar Speichelfäden zwischen den Zähnen...
Die Qualität der DVD ist in Ordnung, sowohl was das Bild, als auch den Ton anbelangt.
Eine Kaufempfehlung spreche ich aus, da der Film schön und auch kurzweilig ist, aber nicht ohne den Hinweis: bitte den Personalausweis bereithalten, sonst wird der Film nicht ausgehändigt. Und bevor ihn der Briefträger ohne Ausweis rausrückt, selbst wenn der Empfänger ein alter Mann sein sollte, bedient sich eher ein Hai selbst und holt sich einen Surfer vom Board. Warum auch nicht? Wenn der ihm schon auf einem Frühstücksbrettchen serviert wird...?!