Das Buch ist an sich ziemlich spannend und voller unerwarteter Wendungen. Interessant gemacht finde ich, dass die "Beweisstücke" - Zeitungsartikel, Briefe, Auszüge - wahllos eingestreut scheinen, aber immer aufschlussreich sind, sodass man selber mitraten kann. Was z.B. die Geschichte über die Beziehung der Protagonistin zu ihrer Mutter in dem Krimi zu suchen hat, mag sich manch einer fragen, ich jedoch finde, das gehört zu Mrs. Walters einzigartigem Schreibstil: Dass sehr viele Personen charakterisiert werden, auch wenn sie im Endeffekt höchstens eine Nebenrolle spielen. Das macht auch den Reiz aus, sonst wäre der "Bösewicht" ja sofort durchschaut. Etwas verwirrend und schwierig nachvollziehbar, auf der anderen Seite jedoch reizvoll finde ich, dass man bei der Protagonistin nie ganz sicher sein kann, woran man ist: glaubt man zu Beginn, sie verachte ihren Ehemann, so ist man am Ende überzeugt, sie liebe ihn doch. Manchmal ändert sie ihre Meinung in einem nachvollziehbaren Lernprozess (zB. mit der Ärztin), manchmal jedoch scheint es einfach nur launisch.
Insgesamt ein Buch, das einen in seinen Bann zieht und das man am besten in einer Nacht liest, es verbirgt auch nicht so viele Details, dass man es nicht auch "diagonal" lesen könnte.
Anders als ihre übrigen Bücher, aber warum auch immer gleich bleiben - gelungen.