Solcherart Anleitungen aus dem Bereich des Buddhismus gibt es viele. Alle versprechen viel. Die Lebenswirklichkeit ist hart. An ihr zerbrechen viele großmündigen Versprechungen. Und Lügen haben manchmal einen langen Atem, aber am Ende geht er doch aus.
Aus dem Inhalt: "Wenn ihr sagt, ihr hättet kein Verlangen nach Unreinem, warum vereinigt ihr euch dann mit den Lenden anderer? Was sind sie anders als durch Sehnen zusammengebundene Knochenkäfige, vom Schlamm des Fleisches überpflastert?"
Würde der Verfasser und der Leser konsequent sein, müsste er seine durch derartige unreine Vereinigung zustande gekommene Existenz verabscheuen und schnell beenden. Dass der Buddhismus nicht sehr körperfreundlich ist, ist bekannt. Sexualität, selbst in der Ehe, gilt als verwerflich.
Merkwürdigerweise gibt es aber ohne diese Körperlichkeit unser Leben nicht. Auch wenn wir denken, reden, handeln müssen wir uns des Körpers bedienen. Der Körper wird bei Shantideva als ein Abszess bezeichnet.
Der Dalai Lama zitiert öfters aus dem Bodhicaryavatara", der Anleitung für das Leben als Bodhisattva. Nur gut, dass ihn nicht alle Menschen befolgen, sonst könnten wir den Laden zu machen! Auch der tibetische Buddhismus will nämlich (im Körper) gelebt werden, was ein Widerspruch in sich ist. Auf der ganzen Welt gibt es hunderttausende von buddhistischen Mönchen, die ihrer bevorzugten Beschäftigung" der Meditation ohne sich Sorgen um ihren Lebens- und Körperunterhalt machen zu müssen, nachgehen können, weil die hart arbeitende Bevölkerung für ihr tägliches Brot sorgt.
Der B." ist ein Werk aus dem Mahayana-Buddhismus. Sein Autor Shantideva zählte im 8. Jahrhundert zu den bedeutendsten buddhistischen Meistern Indiens. Ziel des Ganzen ist innerlich vollkommener zu werden im Streben nach Erleuchtung auf der so genannten geheimen Ebene vollkommen in seiner Praxis der buddhistischen Tantras" und äußerlich vollkommen zu werden durch das ethisch richtige Verhalten.
Die meisten, die dieses Buch mit der Absicht lesen, die Lehren zu beherzigen, hoffen durch buddhistische Meditation den Hass und Unfrieden im eigenen Herzen überwinden zu können. Der ehemalige Dalai Lama Verehrer Martin Kamphuis sagt hierzu: Es ist der Versuch, zum inneren Frieden mit sich selbst zu kommen, indem das Gute und das Böse gleichermaßen akzeptiert werden." Vielleicht ist das die Erklärung dafür, warum sich im Westen immer mehr Menschen dem Buddhismus zuwenden und vom Christentum abwenden, das klar unterscheidet zwischen Gut und Böse und als vollkommen das bezeichnet, was ausschließlich gut ist. Der christliche Glaube besagt allerdings auch nicht, dass man durch Meditation das Böse bzw. die Vorstellung davon abschütteln und Frieden finden könnte, sondern nur durch Hinwendung zu einem persönlichen Erlöser, Jesus Christus. Im Buddhismus dagegen gibt es nur die Selbsterlösung. Ob die schon einmal jemand gelungen ist?
Dem Leser ist dringend empfohlen zuerst leichtere Einführungen in den Buddhismus zu lesen, weil er sonst die Lehrsätze nicht richtig einordnen kann und auf die Erleuchtung" vergebens wartet.
Da ich glaube, dass den Menschen nicht damit geholfen ist, wenn sie der stofflichen Natur dieser Welt (und damit auch Umweltschutz, Naturraumzerstörung, Arterhaltung usw.) keine Beachtung schenken und sich nur um sich selbst bekümmert sein lassen, kann ich den Inhalt nur für diejenigen als lesenswert einstufen, die die Lehre zur Kenntnis nehmen wollen, quasi als erleuchtendes Beispiel für die Geistesqualität des Buddhismus. Es gibt aber dafür bessere Zusammenfassungen des Themas!