Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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53 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das perfekte Buch, 6. September 2008
Ein großes Fresko von Bombay, ein Liebeserklärung an Indien, seine Bevölkerung und an das Leben: eine unglaubliche, mitreißende und spannende Geschichte, und und und. Dies ist die 2003 geschriebene Romanfassung des Lebens von Gregory David Roberts, 1980 aus dem australischen Hochsicherheitsgefängnis Pentridge entflohen nach Bombay, um sich ein (neues) Leben aufzubauen.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der eine kostenlose Klinik in einem Slum Bombays errichtet, aber auch die desjenigen, der mit Bollywood und vor allem der Mafia Geschäfte macht. Und es ist die Geschichte einiger wunderbarer Personen, die des Freundes Prabaker und seiner großen Liebe Karla, und vor allem die des Abdel Khader Khan, des mächtigen Bosses der Mafia in Bombay, der den Protagonisten in den Heiligen Krieg in Afghanistan verwickelt - ihn, den seine indischen Freunde Shantaram" nennen, den "Mann von Gottes Frieden".
Schwer vorzustellen, das dieses Buch den Leser kalt lässt, der Stil des Autors, der Plot und die Charaktere sind außergewöhnlich. Die meisten Leser werden nach den über tausend Seiten das Ende der Geschichte hinauszögern wollen. Gott sei Dank wird über eine Forstsetzung nachgedacht, so Roberts selbst.
Roberts ist auf dem Weg, eine Art Guru zu werden in den Ländern, in denen der Roman in den letzten Jahren erschienen ist. Durch hervorragende Rezensionen und vor allem Mundpropaganda zieht er Massen zu seien Lesungen an, und der Faszination dieses Buches und seines Autors sich zu entziehen, ist in der Tat schwer. Dies hat inzwischen auch Hollywood bemerkt, und so hat Roberts mit Jonny Depp, der sich frühzeitig die Rechte an Shantaram gesichert hat, bereits das Drehbuchs zum Film verfasst, dessen Dreharbeiten für September 2008 angekündigt sind.
Ohne Zweifel wird man viel hören von Shantaram, ein beinahe perfektes Buch oder, vielleicht am Angemessensten, eine atemraubende Lektüre.
"Luck is what happens to you when fate gets tired of waiting."
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vorsicht, absolute Suchtgefahr! , 31. Oktober 2008
Kein Buch, ein Wunder. 5 Sterne sind zu wenig.
Ich verzichte auf eine weitere Inhaltsangabe.
Ich kann mich den überschwenglichen Lobeshymnen nur anschließen. Erst zauderte ich aufgrund der 1000 Seiten, das Buch zu kaufen; dann fürchtete ich beim Lesen, dass dem Autor irgendwann die Luft ausgeht, sprachlich, gefühlsmäßig, oder auch der Story - doch keine einzige Seite, die ich überlesen, schneller gelesen habe! Zuletzt fürchtete ich nur noch Eins: dass sichere Ende des Buches. Ich habe es extra langsam gelesen, es rationiert, damit ich ganz ganz lange davon habe.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wirklich lesenswert!, 27. Oktober 2008
Vor Büchern dieser Art zögert man vor der Lektüre aus einem Grund: Es könnte sich um ungeschliffene Räuberpistolen eines Möchtegernschriftstellers handeln, der zwar viel erlebt hat, dies aber nicht mitteilen kann. Diese Sorge ist hier unbegründet: Der philologisch gebildete Roberts ist ein Profi - eine seltsame Mischung aus Schriftsteller und Straßenkämpfer. So arrangiert er das selbsterlebte Material überaus kunstvoll und vermittelt damit auch dem anspruchsvolleren Leser ein herausragendes Erlebnis. Vielleicht rechtfertigt gerade der Anfang des Werkes diesen Eindruck noch nicht, wo in einem raunenden, an einen Humphrey-Bogart-Film erinnernden Ton über das Leben als solches und die durch es vermittelten Erfahrungen die Rede ist.
Sobald Roberts jedoch auf seine konkreten Erlebnisse kommt, ändert sich das Bild. Dies gilt schon für die allerersten Szenen in Bombay, wo rasch deutlich wird, dass sich der Held vom typischen europäischen Touristen, der sich lieber in sein Hotelzimmer verkriecht deutlich unterscheidet. Bei LInbaba handelt es sich um einen Neuankömmling, der sich der indischen Alltagskultur in all ihren Schattierungen öffnet. Erst so gewinnt er Einblicke in das alltägliche Leben Bombays, die bekannte Darstellungen des Sujets (selbst den Roman Bombay: Maximum City) in den Schatten stellen. Als Leser merkt man deutlich, wie Roberts das Material geschickt arrangiert, um Charakter und Wesensart seiner indischen Freunde herauszurarbeiten. Ganz gegen Ende des Buches etwa zeichnet er den in liebenswürdiger Weise kindlich besorgten Charakter der Slumbewohner, die vereint einen Bären vor der Inhaftierung retten und lässt den Helden dann sofort an einer Aktion der Mafia teilnehmen, die in einen schalen Triumph angesichts Tod und Vernichtung endet. Hier werden besonders deutlich die beiden Welten einander gegenüber gestellt, zwischen denen der Held schwankt: Die Unschuld der Armen und die auf einem seltsamen Ehrenkodex, aber auch Verbrechen gründende Welt der Mafia.
Bis zu diesem Ende aber nimmt Roberts den Leser auf eine ungeheuer prickelnde Reise durch ein Land voller Wunder mit. Der Leser erfährt von Heiligen, die das Gelübde abgelegt haben, ihr Leben im Stehen zu verbringen, lernt Ehemänner kennen, die die Nieren ihrer Frauen verkaufen, zittert mit dem Helden, als dieser sein Leben gegen eine Meute ausgehungerte Slumhunde verteidigen muss. Bombay ist dabei eine romantisch undurchsichtige Stadt, in der ein geheimnisvoller Serienmörder sein Unwesen treibt oder eine mysteriöse Zuhälterin ein Edelbordell betreibt, die noch niemand je zu Gesicht bekommen hat. Die Stadt ist schließlich von Menschen bevölkert, die so plastisch geschildert werden, dass sie der Leser am Ende zu kennen glaubt und nur ungern von ihnen Abschied nimmt: Einer der Vorrezensenten hat hier bereits eine Liste erstellt.
Für mich sind vielleicht die philosophischen Exkurse im Buch nicht gerade die stärksten Stellen, wo Roberts die Naturphilosophie seines Lehrers Khader Bay unkommentiert weitergibt. Dem einigermaßen orientierten Leser kommen sie etwas zu einfältig daher. Auch wird ihr apologetischer Charakter rasch deutlich, da dieser Lehrer ein ausgewaschener Ganove ist und bleibt. Die Passage über den Partisanenfeldzug nach Afghanistan aber lässt den Leser ebenso am Buch kleben wie die Slumerlebnisse des Helden.
Vielleicht lässt sich mein Eindruck so auf den Punkt bringen: Der Abschied von "Shantaram" ist am Ende des Leseabenteuers wirklich wehmutsvoll, so sehr hat man sich in seine Welt eingelebt. Es tröstet, dass Roberts wohl noch einige Erlebnisse "im Köcher" hat, die in einem Nachfolgeband erscheinen werden. Ich werde ihn sofort lesen!
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