Ich halte das Buch nicht für so schlecht wie es hier in den Rezensionen oft beurteilt wird, aber den Erwartungen, die sowohl durch den Klappentext als auch durch alle anderen Kurzbeschreibungen geweckt werden, wird es am Ende doch nicht gerecht.
Ich hatte befürchtet, beim Lesen meine durchnässten Höschen wechseln zu müssen, aber während der "skandalösen" Sexszenen habe ich leider nicht unterdrücken können, zu belächeln, mit wieviel teilweise plumpem Mühsal die Autorin die Leser zu beeindrucken versucht, was mir wirklich und ernsthaft Leid tut, weil ich sie für eine interessante Persönlichkeit halte.
Das Buch lässt sich flüssig lesen, bietet sicher einige ehrliche Schilderungen des Milieus und der Ausgang der Geschichte hat mich durchaus berührt, aber wie schon gesagt finde ich es nach wie vor schade, dass Wei Hui es darauf angelegt zu haben scheint, sich pausenlos als "böses Mädchen" anzubieten, und trotzdem nicht mehr Leute damit schockiert als vielleicht meine Oma, die noch aus dem wirklich prüden China stammt.