Ich kenne nur Wenige, die das Wesen der Liebe und des Lebens so klar und einladend vermitteln können wie Cambra Skadé das in ihrem neuesten Buch gelingt. Sie nennt es selbst ihr "wildestes Buchkind". Als sie es im September 2009 im Frauenmuseum Wiesbaden der Öffentlichkeit vorstellte erzählte sie, wie dieses Buch geschrieben werden wollte und selbst dafür gesorgt hat, zu entstehen und zu erscheinen.
Es geht darin auch um das Leben der Nomaden in Kirgistan, die Cambra Skadé einen Sommer lang begleitet hat, aber vor allem geht es um das Sich-Einlassen auf die eigene Reise. Die LeserInnen werden dazu eingeladen und dabei begleitet. Von wem genau, bleibt offen. Nach der Überbringung der Einladung durch Cambra Skadé folgt ein Text, der am besten als ein etwa hundert Seiten langer Liebesbrief charakterisiert werden kann. Voller Weisheit, Zärtlichkeit, Zuwendung, Klarheit und Poesie. Hier ein paar Kostproben:
"Kraftvoll gleiten unsere Pferde über das Land, unsere Bewegungen verschmelzen miteinander, der Tanz unserer Begegnung ist voller Wunder und neuer Entdeckungen. Er ist berauschend schön. Wie sehr du mich beschenkst, wenn ich dir dabei zusehen darf, wie du deine wilde schöne Seele lebst. Alles, was zu dir gehört, was dich ausmacht, dein einmaliges Sein, jeder Teil deines Körpers, jeder Raum in deinem Inneren, jeder Schatten, jeder deiner Träume ist mir heilig." (s. 33)
"Ich widme meine Gesänge der Kraft in dir und der Liebe. Wir singen Regenbögen über das Land, besingen die Nähe, die jede Beengung auflöst, das Einander-Geben, das jenseits aller Erwartungen liegt, wie besingen all die Zärtlichkeiten, die keine Absicht kennen." (S. 47)
Es gäbe noch mehr zu sagen. Über die Bilder, das Format - was alles zu diesem Kunstwerk beiträgt. Aber schauen und lesen Sie selbst. Lassen Sie sich verzaubern, so, wie ich verzaubert wurde.